Langzeitgymnasium

08. November 2017 08:18; Akt: 08.11.2017 08:18 Print

Eltern brauchen Ticket für Info-Anlass der Kanti

Der Ansturm ins Langzeitgymnasium ist so gross, dass die Info-Anlässe für Eltern in den Kantonsschulen überfüllt sind. Das zwingt die Schulen zu Massnahmen.

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Eltern, die in der Kantonsschule Rychenberg in Winterthur am Info-Anlass zur Gymiprüfung teilnehmen wollen, müssen sich erst ein Ticket besorgen. Dieses ist kostenlos, muss aber vor der Veranstaltung online besorgt werden, wie der «Landbote» berichtet.

«Letztes Jahr war der Andrang so gross, dass wir nicht alle Personen in die Aula einlassen konnten» sagt der Rektor der Kanti Rychenberg, Christian Sommer, zur Zeitung. Im Saal dürfen sich aus feuerpolizeilichen Gründen nicht mehr als 400 Personen aufhalten.

Zusätzliche Info-Veranstaltung nötig

Weil die beiden Info-Veranstaltungen schnell ausgebucht waren, musste das Gymnasium Rychenberg gar noch eine dritte ansetzen. Das Ticketsystem ist kein Einzelfall: Auch Kantonsschulen in der Stadt Zürich wenden es an.

Im Schuljahr 2016 besuchten insgesamt 3914 Schülerinnen und Schüler im Kanton Zürich das Langzeitgymnasium, wie aus der kantonalen Bildungsstatistik hervorgeht. Im Jahr 2000 waren es erst rund 3000.

Auch in jenen anderen Deutschschweizer Kantonen, die das Langzeitgymnasium anbieten, sind die Zahlen in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Im Kanton Zürich hat man darauf reagiert, indem man die Bedingungen für die Aufnahme verschärft hat.

«Aula zweimal gut besetzt»

Wie ist der Run auf das Langzeitgymnasium zu erklären? Martin Zimmermann, Rektor der Kantonsschule Zürcher Oberland in Wetzikon und zuständig für die zentrale Aufnahmeprüfung im Kanton Zürich, sagt zu 20 Minuten: «Es scheint, dass das Vertrauen vieler Eltern in das Gymnasium grösser ist als in die von Reformen gebeutelte Sekundarschule.» Und das Langzeitgymnasium sei nun einmal in der Tat eine gute Ausbildung.

Rektor Zimmermann kann an seiner Schule dennoch auf die Einführung von Tickets verzichten. Dies liege daran, dass man in Wetzikon über eine sehr grosse Aula verfüge. «Aber auch diese ist bei jedem der beiden Info-Anlässe, die wir durchführen, gut besetzt.»

(lüs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Matur Antin am 08.11.2017 08:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wohl ein anderer Grund

    Das liegt eher daran, dass man für jeden Hilfsjob inzwischen eine Matura braucht... Um Katzenhüterin (heute Fachfrau quia feles et pet) muss man an die Höhere Fachschule für Tierzucht und Veterinärmedizin.

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  • Sein > Schein am 08.11.2017 08:40 Report Diesen Beitrag melden

    Erfolgsfaktor Berufslehre

    Geht ruhig ins Gymi. Ich bin froh um meine Berufslehre, auch wenn es vielleicht nicht so prestigeträchtig ist wie eine akademische Ausbildung. Habe einen tollen Job nach KV und Hochschule und demnächst kriege ich einen Uni-Absolventen als Assistenten. Mal schauen ob der schon weiss, wie man einen Bleistift hält ;-) Man darf auch nicht vergessen, dass das Erfolgsmodell Schweiz z.T. auf der Berufslehre beruht. Schaut euch doch mal um was in Italien, Frankreich und Spanien los ist. Die gehen nach der Uni Regale auffüllen oder sind ewige Praktikanten. Geht einen Beruf lernen, mein Rat.

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  • Student am 08.11.2017 08:59 Report Diesen Beitrag melden

    Brechstange

    Ich studiere selbst an der ETH und gebe nebenbei Nachhilfe für Gymi-Schüler und ich muss sagen da wird zum Teil enormer Aufwand betrieben um die Kinder irgendwie durchs Gymnasium zu bringen. Die Kinder stehen oft unter grossem Druck und haben Angst die Prüfungen nicht zu bestehen. Ich weiss die Eltern meinen es oft nur gut mit den Kindern, aber ich finde mit 13 sollte man noch Kind sein dürfen und nicht so viel Zeit mit Lernen verbringen müssen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • M.G. am 09.11.2017 06:12 Report Diesen Beitrag melden

    Wirtschaftsstandort

    Die Schweiz kann ihre wirtschaftliche Position nur mit möglichst viel Export von Hitech-Produkten halten. Dazu braucht es sehr viel Forschung und Entwicklung. Denn nur in diesen Marktsegmenten sind Wertschöpfungen möglich die den materiellen Wohlstand hochhalten oder gar noch erhöhen können. Repetitive Tätigkeiten sind im Hochlohnland Schweiz viel zu teuer. Wir brauchen noch viel mehr naturwissenschaftliche Akademiker die im Wettbewerb mit den globalen Geisteseliten mithalten können. Sonst läuft der Import von hochqualifizierten Ausländern immer weiter.

    • Lt am 09.11.2017 06:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @M.G.

      Blödsinn. Diese Leute fehlen dann ja in anderen Bereichen. Ausserdem ist das Studium in anderen Ländern höher angesehen. Also lieber die gebildeten Leute aus dem Ausland holen ( die es auch braucht )

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  • Kurt am 08.11.2017 23:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Festgefahrene Stereotypen

    'Alle' sagen immer, Studierende können nicht arbeiten. Schon im Gymi hatte ich Ferienjobs. Danach hab ich in einem Betrieb gearbeitet, wo ich schon bald besser Bescheid wusste, als mein Arbeitskollege (mit Lehre). Und jetzt studiere ich und jobbe nebenbei. Meine Woche ist voll, ich arbeite viel. Wann hört dieses alle-in-einen-Topf-werfen mal auf? Sowohl Lehre als auch Uni sind beides gute Wege. Und am Ende soll jeder das machen, was er für Richtig hält.

  • Xy am 08.11.2017 21:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neider

    Jedes Mal, wenn es in einem Beitrag um Gymnasien oder Studenten geht, weiss ich schon, wie negativ die Kommentare dazu ausfallen. Obwohl wahrscheinlich jeder der Kommentarschreiber gelegentlich zum Arzt, Zahnarzt oder Physiotherapeut geht und Maschinen verwendet, die von Ingenieuren entwickelt wurden und in einem Haus wohnt, dessen Statik von einem Architekten berechnet wurde.

    • Reto Dachdecker am 08.11.2017 22:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Xy

      Und von wem wurde das Haus gebau in welchem sie Wohnen und wer hat das Spital gebaut für den Arzt oder die Strassen auf welchen sie Fahren? Natürlich es braucht beide Seiten, aber das gute alte Handwerk wird heute nicht mehr genügend geschätzt von den Eltern, die am liebsten ihre Kinder als Ärzte oder Anwälte sehen. Lernt einen Beruf, heute kann man sie einfach und effektiv Weiterbilden.

    • Lua am 08.11.2017 23:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Reto Dachdecker

      Klar, alle Eltern von Kindern, die ans Gymnasium wollen, sehen ihr Kind als Anwalt. Mein Sohn will schon lange Sportlehrer werden. Soll ich ihm das nun ausreden, obwohl er sehr gute Noten hat, selbständig lernt und ans Gymi möchte?

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  • Mona am 08.11.2017 20:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Matura mit 18

    Was habt ihr bloss gegen die Matura, wenn ein Kind (nicht die Eltern!) diesen Weg einschlagen will? Ich habe sehr viel gelernt (ohne Griechisch und Latein) und ging jeweils in den Ferien arbeiten. Das Studium beendete ich mit 23 (nicht 27) und konnte problemlos Fuss fassen. Die Matura macht man heute mit 18! Für mich war und ist es ein Privileg, solch eine breite Grundbildung zu erhalten. Schade, wenn einige meinen, dass es dies nicht braucht und dafür Leute aus dem Ausland (Abitur kann nicht mit der Matura verglichen werden) holt.

    • Neuenschwander am 08.11.2017 20:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mona

      Das Leben geht auch erfolgreich mit eine Berufslehre ... die Studium oder Ausbildung weg muss nicht ein Privileg sein .. es ist einfach Menschenrechte.

    • Fabienne Jeker am 08.11.2017 22:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mona

      Will auch da zur schule gehen im Bl hat man die Matura mittlerweile erst mit 19/20

    • Mona am 08.11.2017 22:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fabienne Jeker

      Das Langzeitgymnasium nach der 6. Kl. dauert 4 Jahre, das Kurzgymnasium nach 2 Jahre Sek. 4 Jahre. Wenn Sie nicht später eingeschult werden, haben Sie heute mit 18 oder 18 1/2 die Matura! Das Gymnasium dauert in der gesamten CH gleich lang. Warum soll ich mich für meinen Bildungsweg entschuldigen müssen? Was ist, wenn in der CH niemand mehr die Matura macht?

    • Schwatz kein Blech am 08.11.2017 23:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mona

      Von Niemandem kann ja keine Rede sein, die Maturitätsquote steigt stetig.

    • Mona am 08.11.2017 23:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Schwatz kein Blech

      Wissen Sie, wie hoch die Prozente im Ausland sind? Wissen Sie, wie viele Kinder im Kt. St. Gallen eine gymn. Matura abschliessen? Der deutsche Nachbar kann ja dann an der Schweizer Uni oder ETH studieren. Aber bitte keine Schweizer. Wirklich sehr vorausschauend!

    • Peter Notfallpfleger am 09.11.2017 06:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Schwatz kein Blech - beides ist falsch

      Die steigt in etwa gleich wie die Alten werden immer älter-Gesundheitskosten-Aussage! Da nicht mehr Gymnasien eröffnet werden bleibt die Anzahl Schüler in etwa gleich! Aber bei 1,5 Mio Zugewanderten haben wir halt auch viel mehr Kinder und Jugendliche - auch die gehen in die Schule! Rate Gymnasien 21-25 %! Aber die Rate der Lehrabbrecher hat stark zugenommen und die Anzahl der Nicht-mal-ein-Lehre-Schaffender! Wer ans Gymi will, der arbeitet auch dafür!

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  • Broetli am 08.11.2017 18:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spielt ja keine grosse Rolle

    Schlussendlich kann auch mit einer Berufslehre studiert werden.