Sex-Partys mit Buben

06. Februar 2018 19:08; Akt: 07.02.2018 00:32 Print

Pädophiler findet Prozess gegen ihn «unrechtmässig»

Robert T. (74) soll in Thailand mindestens 80 Buben sexuell missbraucht haben. Am Dienstag stand er in Bulle FR vor Gericht. Doch nun ist der Prozess unterbrochen.

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Robert T. steht in Bulle vor Gericht. Die Aufnahme stammt von seiner Verhaftung in Thailand. (Bild: Screenshot Pattayadailynews.com)

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Der gebürtige Luzerner Robert T. (74) wurde im Jahr 2015 in Bulle verhaftet. In die Stadt im Kanton Freiburg war er gezogen, nachdem er aus Thailand in die Schweiz zurückgekehrt war.

Die Vorwürfe gegen T.: Er soll in seiner Villa nahe Pattaya Dutzende minderjährige Buben sexuell missbraucht haben – jahrelang. In T.s Haus sollen Partys stattgefunden haben, bei denen sich auch andere Pädophile an den Kindern vergingen. Irgendwann wurden die thailändischen Behörden auf das Treiben aufmerksam. «Das ist der schlimmste Fall, der mir je untergekommen ist», sagte ein Undercover-Ermittler in einem Dokumentarfilm, den das Westschweizer Fernsehen RTS vor drei Jahren ausgestrahlt hat. Bevor er nach Thailand auswanderte, war T. in der Schweiz mehrmals wegen sexueller Handlungen mit Kindern verurteilt worden.

Kinderpornografische Fotos und Videos sichergestellt

Am Dienstag begann in Bulle der Prozess gegen Robert T. Acht seiner mutmasslichen Opfer aus Thailand treten dabei als Nebenkläger auf, vertreten von Schweizer Anwälten. Zu Beginn der Verhandlung wies der Gerichtspräsident darauf hin, dass man kinderpornografisches Material zeigen werde, das im Zug der internationalen Ermittlungen gegen T. sichergestellt worden ist. «Sensible Gemüter sollen vorher den Gerichtssaal diskret verlassen.»

Doch noch bevor es zu einer Vorführung dieser Beweise kommen konnte, wurde der Prozess unterbrochen. T. und sein Anwalt hatten vorgebracht, der Prozess sei unrechtmässig. Der Grund: T. sei bereits in Thailand wegen pädophiler Handlungen angeklagt – und freigesprochen worden. Man könne ihn nicht erneut für dasselbe Vergehen vor Gericht stellen. Seine seit drei Jahren andauernde Inhaftierung sei «illegal».

Wird der Prozess am Mittwoch fortgesetzt?

Staatsanwältin Yvonne Gendre widersprach: «Es geht nicht darum, die gleichen Taten mit den gleichen Protagonisten zu behandeln», sagte sie. Beim Prozess in Thailand sei es nur um Handlungen in einem sehr kurzen Zeitraum gegangen, es habe keine Gegenüberstellung mit Opfern gegeben, und es habe damals nur wenig Beweismaterial in Form von Fotos und Videos vorgelegen. Am Mittwoch wird bekannt, ob das Gericht den Prozess fortführen wird.

(20 minutes/lüs)