Magdalena Martullo-Blocher

20. April 2015 13:57; Akt: 20.04.2015 20:17 Print

Erfolgreich, autoritär, provokant wie der Vater

Magdalena Martullo-Blocher kandidiert im Herbst für den Nationalrat. Doch wer ist die älteste Tochter von SVP-Übervater Christoph Blocher?

Im Interview mit 20 Minuten äussert sich die Tochter von Christoph Blocher zu ihren politischen Absichten. (Video: Michael Fischer/Vincent Freigang)
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Die Blocher-Ära in Bundesbern scheint noch nicht abgeschlossen. Seine älteste Tochter, Magdalena Martullo-Blocher, will für die SVP in die grosse Kammer. Dass die 45-Jährige ihrem Vater nicht nur in der Politik, sondern auch in anderen Bereichen in nichts nachsteht, zeigt ein Blick auf ihr Leben.

Die Senkrechtstarterin:
Martullo-Blocher ist eine Karrierefrau durch und durch. Die Weichen dafür hat sie schon früh gestellt. Gleich nach ihrem Betriebswirtschafts-Studium an der Universität St. Gallen stieg sie als Produktmanagerin bei Johnson & Johnson ein. Als Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung bei der Rivella AG erfand sie wenig später Rivella Grün und wechselte 2001 dann zur Ems-Chemie. Von da an ging die Karriere steil bergauf. Als Christoph Blocher 2003 in den Bundesrat gewählt wurde und seine Beteiligung den Kindern übergab, wurde Martullo-Blocher quasi über Nacht zur Chefin des Konzerns. Damals war sie 34 Jahre alt und im sechsten Monat schwanger. «Als wir eine etwaige Wahl in den Bundesrat und die Übernahme besprachen, machte sie mich drauf aufmerksam, dass sie in drei Monaten das zweite Kind erwarte. Ich sagte: Das macht doch dem Kindchen nichts», erzählte Vater Blocher in einem Interview auf seiner Website. Die Unternehmerin schaffte es, den Konzern durch die Wirtschaftskrise zu führen und dessen Gewinne enorm zu steigern.

Die Blocher-Tochter:
Sie sieht aus wie er, spricht wie er, läuft wie er, gestikuliert wie er und führt wie er, vielleicht noch ein wenig bissiger. Diese Analyse des SRF-Reporterfilms über die Blocher-Tochter auf Tagesanzeiger.ch beschreibt deren Wesen ziemlich treffsicher. Publizist Karl Lüönd, der zum 75-Jahr-Jubiläum der Ems-Chemie ein Buch verfasste, sagte im selben Artikel, es sei «merkwürdig, wie altmodisch und gleichzeitig wirkungsvoll» Martullo führe fast schon militärisch-diszipliniert. Kein Wunder, sorgte der SRF-Film schweizweit für viel Gesprächsstoff – dies vor allem wegen der Szene, in der Martullo-Blocher ihren autoritären Führungsstil zum Besten gibt und eine Handvoll Kadermitglieder schonungslos auflaufen lässt. Härte sei halt wichtig, sagte sie im Film.

Die Ehefrau und Mutter:
Der SVP-Devise «Frau an den Herd» konnte Martullo-Blocher nie etwas abgewinnen. Die heute 45-Jährige ist verheiratet mit Roberto Martullo, ehemaliger Präsident der SVP Meilen, und Mutter dreier Kinder. «Für mich war immer klar, dass ich weiterarbeiten möchte», sagte sie im selben Interview auf Blocher.ch. «Als Hausfrau und Mutter bin ich nicht geeignet, mir fällt schnell die Decke auf den Kopf.» Wegen ihrer modernen Einstellung in Frauenfragen geriet sie mit ihrem Vater nicht selten aneinander. «Die Frau gehöre an den Herd, war am Familientisch eher seine Parole», sagte Martullo-Blocher 2002 zur «Bilanz». In der Familie Martullo-Blocher schauen eine Nanny und Mann Roberto auf die Kinder.

Die Politikerin:
Einer Zukunft als Politikerin stand Martullo-Blocher bis anhin kritisch gegenüber. Noch Anfang Jahr sagte sie am Rande der Bilanzmedienkonferenz der EMS-Chemie, es sei eher unwahrscheinlich, dass man sie im Herbst auf einer der Wahllisten finden werde. «Wir haben den ganzen Apparat so ausgebaut, dass man Berufspolitiker sein muss, um das zeitlich zu bewältigen. Ich bin nicht Berufspolitiker, ich bin Berufsunternehmer.» In früheren Interviews jedoch schloss sie ein politisches Engagement nicht ganz aus, etwa «wenn es für die Schweiz notwendig und sinnvoll ist» und sie etwas zum Vorteil der Schweiz bewegen könnte. Politisch denken die Kinder von Christoph Blocher «in den Grundsätzen gleich» wie er, so seine Einschätzung: «Sie sind für eine freiheitliche und unabhängige Schweiz.»

(sma)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tina am 20.04.2015 14:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gefühlskalt ist schrecklich für mich

    Unsympathische Frau - durch und durch! Ist wohl besser, erzieht nicht sie persönlich die Kinder! Auch wenn man führen will, kann man dies doch mit etwas mehr Herzenswärme tun. Hoffe ich doch zumindest.

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  • levian am 20.04.2015 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    Furchtbar

    Also in diesem Video erscheint die furchtbar überheblich und unsympathisch. Autoritär und von oben herab. Statt andere zu kritisieren, sollte sie ausserdem an ihrer Englischaussprache üben.

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  • simon am 20.04.2015 14:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    keine minute

    Bei so einer geschäftsleitung würde ich nach einer minute wieder gehen. Ihre art, wie sie mit erwachsenen menschen spricht, passt eher in einen kindergarten in einem bauerndorf...Aber jedem das seine, sie ist sehr fleissig und das anerkenne ich auch. Als linker wünsche ich ihr einen guten start.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lady am 21.04.2015 15:50 Report Diesen Beitrag melden

    Peinlich

    Peinlich einfach nur peinlich die Frau. Die würde eher auf einen Bauernhof passen als im Nationalrat. Eine intelligente Lady mit Stil geht anders. Milliardärstochter und ein Erscheinungsbild wie ein Trampeltier. Zum Fremdschämen. Liebe Politikerinnen wenn ihr die Schweiz repräsentieren wollt, dann bitte nicht mit einem Äusseren, für das man sich schämen muss, was soll man von uns denken? Dass es in der Schweiz nur Mannsweiber gibt?

    • Irene am 21.04.2015 18:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Peinlich

      Peinlich ist ihr Kommentar!Wichtig ist doch,dass sie ihren Job zum Wohle des Steuerzahlers gut macht.Und ganz sicher nicht ihr Aussehen.Von den gestylten Damen habe wir genug.Und wie sich bei den einen oder anderen heraus gestellt hat,waren sie für diesen Job nicht qualifiziert!Nach dem Aussehen eines Menschen zu Urteilen,ist mehr wie nur Oberflächlich!

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  • Realist am 21.04.2015 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    Kein kluger Schachzug

    Bei den eidgenössischen Wahlen dürfte in erster Linie die für einmal bauernschlaue FDP Sitzgewinne holen.

  • Elle Driver am 21.04.2015 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Nein merci, nicht mein Fall

    Ui nei, diese Frau ist gelinde gesagt nicht so mein Fall. Weder politisch meine Wellenlänge noch menschlich irgendwie sympathisch. Bei ihr kommt mir das unschöne Wort "Kampfemanze" in den Sinn. Schönheitspflege und Weiblichkeit sind für sie eindeutig Fremdworte. Frauen wie sie stossen mich auf den ersten Blick extrem ab, habe sehr schlechte Erfahrungen mit Frauen dieser Art (resolut, ungepflegt) gemacht. Mir ist sie extrem unsympathisch!

    • Müller Hans am 21.04.2015 13:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nein merci

      Warum nicht sie. Das ist doch eine sehr schöne Frau, speziell sexy, hat eine freundliche Ausstrahlung. Wo gibt es eine schönere Frau.

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  • mister Secodno Schweizer am 21.04.2015 13:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Politikerin? oder Rechtspopulistische Diktatorin?

    Ihr Art und weise wie sie redet und sich verhaltet ob als Unternehmerin oder Politikerin ist ein und die selbe. die Art wie Sie Ihre Mitarbeiter behandlet ist demütigend, und frech zugleich dies ist keine Karrierefrau, vielmehr eine Diktatorin und sowas braucht es nicht nicht in einem Unternehmen auch nicht im Bundeshaus! Ihre Art wie sie mit den Menschen kommuniziert ist fast schon diktatorisch!

  • Ruedi am 21.04.2015 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    Wie 007 Bösewicht

    Da fehlt nur noch eine Falltür unter den Stühlen der Mitarbeiter. Unten dann ein Haifischbecken.