Bike-Sharing

16. Mai 2018 05:48; Akt: 16.05.2018 05:48 Print

«Sind Schweizer bereit, ihr eigenes Velo zu teilen?»

von Stefan Ehrbar - Match My Bike will Velofahrer dazu bringen, ihre eigenen Velos gratis anderen zur Verfügung zu stellen. Ob das funktionieren kann, sagt eine Expertin.

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Das Walliser Start-up Oureka testet in drei Westschweizer Städten den kostenlosen Velo-Verleih Match My Bike (MMB). Hat das Projekt Erfolg, könnte es auf die ganze Schweiz ausgedehnt werden. Als Partner beim Projekt ist auch die SBB dabei. Valérie Sauter, die Geschäftsführerin des Bikesharing-Forums, über die Marktchancen und die Risiken des Projekts.

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Frau Sauter, was ist das Neue am Projekt MMB?
Bei existierenden Anbietern kann man Velos in der App lokalisieren und an Stationen oder innerhalb eines Perimeters an einem beliebigen Ort abstellen. MMB ist anders, weil das Velo immer am selben Ort zu finden ist und zurückgebracht werden muss: an den Bahnhof.

Ist das nicht ein Nachteil für den neuen Anbieter?
Nein, das ist einfach ein anderes Konzept für ein anderes Publikum, nämlich Pendler, die bereit sind, ihr eigenes Velo zur Verfügung zu stellen. Wenn das Projekt funktioniert, könnte es sich auch in kleineren Städten etablieren, die für die grossen Veloverleiher nicht lukrativ sind.

Was bräuchte es, damit MMB funktioniert?
Es bräuchte nur ein paar Personen, die morgens ihr Velo an den Bahnhof bringen und zur Verfügung stellen. Der Vorteil: Die Gemeinden kostet das nichts und MMB trägt dazu bei, die Nutzung von Veloplätzen an Bahnhöfen zu reduzieren.

Wie schätzen Sie die Marktchancen von MMB ein?
Es ist ein komplementäres Angebot zu den bestehenden. Es richtet sich an ein kleineres Publikum, das bereit ist, das eigene Velo auszuleihen – ähnlich wie Sharoo bei den Autos. Der Erfolg hängt davon ab, ob die Schweizer bereit sind, ihr Velo Fremden zu geben. Auf seiner Ebene kann das Projekt sicher recht gut funktionieren.

Welche Aspekte sind zentral für einen Erfolg?
Sicherheitsfragen stehen meiner Meinung nach im Mittelpunkt: Wer ist verantwortlich, wenn ein Velo kaputt geht und wie laufen die Verfahren dann ab? Das muss klar geregelt und gut abgedeckt sein. Zudem müssen sich genügend Pendler für das Projekt interessieren.

Trauen Sie den Pendlern zu, ihr eigenes Velo in fremde Hände zu geben und fremde Velos zu nutzen?
Das ist die zentrale Frage. Viele Menschen schätzen Velos, aber nicht unbedingt jene, die man an die Bahnhöfe stellt. Das sind oft eher schlechtere Modelle. Sind aber die Velos, die ins Projekt kommen, qualitativ zu schlecht, verringert das die Attraktivität des Projekts. Aber andererseits: Wenn Projekte wie Sharoo funktionieren und die Leute ihr eigenes Auto teilen – wieso dann nicht ihr Velo?

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • swissmawi am 16.05.2018 06:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein

    meine Velos kriegt NIEMAND!

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  • Chili5280 am 16.05.2018 06:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wir tun es ja schon

    Das machen die doch schon das Bike Sharing, sie klauen es und stellens irgendwo hin.. Doch toll..

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  • Don Pollo am 16.05.2018 06:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe es nicht

    Dass die Anschaffung eines Autos ein Grossposten ist, scheint mir klar. Dass man deswegen oder wegen Umwelttechnischer Gedanken ein Auto teilt, leuchtet mir noch ein. Aber bei einem Velo? Sorry nicht mein Ding.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • N Ichtmitihr am 16.05.2018 17:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fast hätte es gekracht

    Habe meiner Freundin ganz begeistert (gespielt) von dieser tollen Idee erzählt. Ihr Velo ist ihr einziges Fortbewegungsmittel und technisch gut gewartet. Die wollte mir fast an die Gurgel, wie wenn ich ihr Rad grad nehmen will und einem dieser Sesselfurzer (Ihre Worte) geben wollte.

  • Mina am 16.05.2018 17:36 Report Diesen Beitrag melden

    Ich verleihe überhaupt nichts

    Da eh Niemand zu fremdem Eigentum sorge träge, werde ich mein Velo NIE verleihen.

  • Geronimo am 16.05.2018 17:00 Report Diesen Beitrag melden

    Nein!

    Das einzige was ich teile ist mein Bett. Aber auch nur mit einer schönen Frau!

  • Kiki am 16.05.2018 16:26 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht bei den vielen gruusigen Menschen.

  • Stefan am 16.05.2018 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    Schon mal überlegt

    Besser wäre die ganze Menschheit und System zu Optimeieren . Dort wo man arbeitet sollte man auch wohnen oder dort wo man wohnt sollte man auch arbeiten . Der Co2 Ausstoss würde dadurch masiv gesenkt und die Züge wären auch nicht so voll .