Familie aus Schweiz stirbt in Kosovo

08. Juli 2018 19:23; Akt: 09.07.2018 07:28 Print

Vater des Fahrers starb auf derselben Strecke

Im Südwesten Kosovos hat sich am Sonntag ein schwerer Unfall mit fünf Toten ereignet. Sie waren in der Schweiz wohnhaft und in Kosovo in den Ferien.

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Bei einem Verkehrsunfall am frühen Sonntagnachmittag in Kosovo auf der Strecke Suhareka–Duhel im Südwesten des Landes sind fünf Personen ums Leben gekommen. Laut Medienberichten handelt es sich dabei um eine kosovarische Familie, die in Reinach AG wohnhaft war und aus dem Dorf Sopi in der Gemeinde Suhareka stammte. Die Familie sei derzeit in Kosovo in den Ferien gewesen.

Bei den Toten soll es sich um den Vater J. S.* (32), seine Frau, die beiden gemeinsamen Kindern und die Grossmutter handeln. S. soll das Auto gelenkt haben. Der BMW prallte im Ort Biraqe mit einem Bus zusammen. Bei dem Auto soll es sich um einen Mietwagen handeln.

Laut Polizeisprecher Hazir Berisha kam es gegen 13.21 Uhr zu dem Zusammenstoss.

Kurvenreiche Strasse

Die Strecke war mehrere Stunden gesperrt. Laut Medienberichten kommt es auf diesem Abschnitt immer wieder zu Verkehrsunfällen. User bekundeten auf verschiedenen Facebook-Seiten ihr Beileid. Gleichzeitig beschweren sie sich aber auch über die Route. Es sei eine kurvenreiche, unübersichtliche Strasse.

Laut kosovarischen Medien starben vor 29 Jahren auf derselben Strecke sowohl der Vater von J. S. als auch dessen zwei Brüder bei einem Verkehrsunfall.

Der Gemeindepräsident von Suhareka, Bali Muharremaj, rief für Montag einen Trauertag aus.

Politiker sprechen von einer Tragödie

Kosovos Präsident Hashim Thaci spricht in einem Post auf Facebook von einer Tragödie und schreibt: «Mein tiefstes Beileid an die Familie und die Einwohner der Gemeinde Suhareka.»

Premierminister Ramush Haradinaj habe «mit grossem Schmerz von der Tragödie» erfahren. Auch er drückt der Familie sein Beileid aus:

Behgjet Pacolli, der kosovarische Aussenminister, drückt ebenfalls sein Beileid aus. Zudem weist er alle darauf hin, dass Autofahrer achtsam sein und die Verkehrsregeln beachten sollen:

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) teilte am Sonntagabend mit, dass es mit den lokalen Behörden in Kontakt stehe und den Angehörigen sein Mitgefühl ausdrücke. Bei den Opfern handle es sich laut Angaben der Behörden nicht um Schweizer Staatsangehörige, sondern um kosovarische Bürger mit Wohnsitz in der Schweiz, so EDA-Sprecherin Noémie Charton.

*Name der Redaktion bekannt

(qll/vro)