Visa-Bestimmungen

21. November 2013 19:35; Akt: 21.11.2013 19:35 Print

Familiennachzug für Syrer wird erschwert

Der Bundesrat will die Anfang September gelockerten Visa-Bestimmungen für syrische Familienangehörige bereits wieder verschärfen. Die Schweizerische Flüchtlingshilfe ist empört.

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Viele Syrer, die zu ihren Verwandten in die Schweiz reisen, stellen direkt ein Asylgesuch in einem Empfangszentrum. (Bild: Keystone)

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Zwei Monate ist es her, seit der Bundesrat die Visa-Bestimmungen für syrische Familienangehörige aus humanitären Gründen gelockert hat. Seither hat die Zahl der Syrer, die zu ihren Verwandten in die Schweiz reisen, deutlich zugenommen. Dies belegen aktuelle Zahlen des Bundesamtes für Migration.

Waren es Mitte Oktober noch 44 Personen sind es einen Monat später schon 642 Personen, die dank dem erleichterten Familiennachzug in die Schweiz einreisten. Gleichzeitig hat sich die Zahl der ausgestellten Besucher-Visa von 800 auf 1400 erhöht.

Finanzielle Verhältnisse werden geprüft

Nun hat das Bundesamt für Migration reagiert. Nach nur zwei Monaten hat es die Visa-Bestimmungen bereits wieder verschärft. Neu werden die finanziellen Verhältnisse der Syrer geprüft, wie aus einer internen Weisung von Anfang November hervorgeht, welche dem Nachrichtenmagazin «10vor10» vorliegt.

Einreisewillige Syrer müssen sich neu verpflichten, dass sie bei ihren Verwandten wohnen und diese in den ersten drei Monaten für ihren Unterhalt aufkommen. Sie verpflichten sich auch, nach 90 Tagen wieder auszureisen. Ist das nicht möglich, müssen sie sich bei einem kantonalen Migrationsamt melden.

Flüchtlingshilfe empört

«Das ist nicht nur eine Verschärfung, das ist praktisch die Aufhebung des erleichterten Familiennachzugs. Die finanziellen Anforderungen, die jetzt gestellt werden, verunmöglichen es den Syrern in die Schweiz zu reisen», sagt Beat Meiner, Generalsekretär der Schweizerischen Flüchtlingshilfe, gegenüber «10vor10». Die Flüchtlingshilfe fordert deshalb, dass die Weisung unverzüglich rückgängig gemacht wird.

Das Bundesamt für Migration verteidigt die Verschärfung. «Wir erwarten von diesen Leuten, dass sie nicht in die Schweiz reisen und hier sofort ein Asylgesuch stellen. Wir wollen, dass ihre Verwandten in einer ersten Phase für die eingereisten Syrer aufkommen», kommentiert Mediensprecherin Gaby Szöllösy den Entscheid des Bundes.

(bee)

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