Wette verloren

30. Januar 2018 09:37; Akt: 31.01.2018 10:49 Print

Federers Sieg kommt einen Fan teuer zu stehen

Vor 14 Jahren schlossen zwei Jugendliche eine Wette ab: Sollte Federer 20 Grand-Slam-Titel gewinnen, muss einer der beiden Tickets für ein Wimbledon-Finale kaufen. Jetzt ist es so weit.

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Im Jahr 2004 wetteten zwei Tennisfans. «Es war an einem Sonntagabend, als wir zusammen ein Bier tranken. Mein bester Freund behauptete, Federer könne 20 oder mehr Grand-Slam-Titel sammeln», erklärt Roger Blattmann. Damals hatte Federer gerade seinen zweiten geholt. Obwohl der heute 31-jährige Blattmann von klein auf ein grosser Federer-Fan ist, konnte er sich nicht vorstellen, dass die Prognose seines Freundes Sebastian Schuler je eintreffen wird. «Der Rekord lag bei 14 Titeln von Pete Sampras und ich dachte, das ist ein Rekord, der niemals gebrochen werde. Für mich war das unmöglich. Ich entschuldige mich, dass ich Federer so unterschätzt habe.»

Weil er die Vorstellung von 20 Grand-Slam-Titeln so abwegig fand, liess sich Blattmann auf eine Wette ein: Sollte das Unmögliche eintreffen, würde er zwei Wimbledon-Final-Tickets für das Herreneinzel bezahlen. Sollte Federer zuvor zurücktreten, hätte Schuler bezahlen müssen. «Wir haben die Wette auf einem Bierdeckel schriftlich festgehalten», erzählt dieser.


Feierlicher Empfang für Federer: Der Australian-Open-Sieger trifft in Zürich ein. Video: Tamedia

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11'176 Franken für zwei Tickets

«Wir waren 17 Jahre jung und sehr naiv», sagt Blattmann im Nachhinein. Zwar habe er versucht, Schuler die Wette auszureden. «Er beharrte aber immer darauf.» Doch auch Schuler wollte die Wette zwischenzeitlich auflösen: «Als Federer eine Durststrecke hatte, wollte ich mich zurückziehen.» Doch dann habe Blattmann wiederum daran festgehalten. Seit Federer den 17. Titel geholt hat, seien sich die beiden wieder regelmässig am Necken. «Und am Sonntag kam dann natürlich die Nachricht», so Blattmann.

Jetzt steht der Tennisfan aus Brunnen SZ vor einem Problem: Zwei Tickets fürs Wimbledon-Finale kosten bei der offiziellen Verkaufsstelle 8450 Pfund, also rund 11'176 Franken. Doch Blattmann arbeitet im Gastgewerbe, sein Lohn ist «überschaubar», wie er sagt. Deshalb sucht er nun Unterstützung, «da ich keine Chance sehe, an Tickets zu kommen oder mir diese leisten zu können».

«Bin immer noch baff»

Bereits habe er Federer einen handgeschriebenen Brief geschickt, grosse Hoffnungen macht sich Blattmann deswegen aber nicht. Immerhin beharre Schuler nicht darauf, dass es das diesjährige Wimbledon-Finale sein muss. Und ein kleiner Trost bleibt Blattmann: «Es war schon immer mein Traum, in Wimbledon einmal dabei zu sein – auch wenn es nicht gerade das Finale hätte sein müssen.» Künftig werde er sich eine Wette jedenfalls zweimal überlegen.

Auch Schuler würde die Wette heute nicht mehr eingehen. «Das Risiko war ziemlich hoch.» Umso mehr freut es ihn nun: «Ich bin immer noch baff. Ich konnte es kaum glauben.» Nun hofft er, dass es mit den Tickets klappt. «Wir haben ja zum Glück nie gesagt, wann die Wettschuld eingelöst werden muss.» Sollte es finanziell wirklich nicht gehen, werde er nicht darauf bestehen, sagt Schuler. Wenigstens hätten beide etwas zu lachen: «Roger freut sich auch, immerhin ist die Wette jetzt endlich durch.»

(vro)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Don King am 30.01.2018 10:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlitzohren

    Da versuchen zwei Schlitzohren mit einer erfundenen Geschichte irgendwie gratis an einem Wimbledon-Finale dabei zu sein...! Würde mich nicht wundern, wenn ein Crowdfunding gestartet werden würde. Hmmm ne ne ne ne

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  • Der Wahnsinn am 30.01.2018 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Dekadent!

    Über 10 000 Stutz für zwei Finaltickets und das als offizieller Preis. Leckomio kann ich da nur sagen...

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  • Robi am 30.01.2018 10:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wette ist Wette...

    Dann fang mal an zu sparen, arbeite an ein paar Tagen extra und löse deine Wette ein. Auch wenn du das Geld nicht von heute auf morgen hast, Wetten einlösen ist Ehrensache.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Päuli am 30.01.2018 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    Ich würde....

    Wenn RF den Brief bekommen sollte, denke ich, werden die beiden Herren eine Einladung oder eben Tickets erhalten. Ich glaube RF hat was übrig für diese Art von Spass. Ich an RF's Stelle würde es tun. Wäre finanziell, bei seinem Budget, ja nicht der Rede wert, zumal er die Tickets wohl vom Organisator geschenkt bekäme.

  • Mann oh Mann am 30.01.2018 13:26 Report Diesen Beitrag melden

    geht auch billiger

    Da kann man ja das Projekt etwas "anders" sehen. Geht zusammen ein paar Tage Wellnessen und schaut euch den Match im TV an, dann habt ihr ein paar schöne Tage. Es wird weniger heiss sein als in Australien und ihr könnte relaxen, ohne all die verschwitzten Leute neben euch!!

    • Daniel Ch. Bloch am 30.01.2018 14:50 Report Diesen Beitrag melden

      Wimbledon in Australien?

      Wirklich Mann oh Mann ...

    • lore am 30.01.2018 15:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mann oh Mann

      wimbledon finale!! nix australien. lesen muss geübt sein auch wenn es nur der titel ist.

    • Lanzi am 30.01.2018 16:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mann oh Mann

      Wimbledon in Australien? Sicher nicht!

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  • Lars Klossner am 30.01.2018 13:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ticketkauf

    versucht es mal über die internet seite travelclub. dort kann man mit ticket und hotel dazu haben.

  • .. am 30.01.2018 12:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Art. 513 Abs. 1 OR

    Aus Spiel und Wette entsteht keine Forderung.

  • M.B am 30.01.2018 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Wahrheit!

    Ich kann bestätigen, dass diese Geschichte wahr ist!