10'000 Protest-Mails

11. Juli 2018 13:23; Akt: 11.07.2018 13:32 Print

Setzt Federer sich für die Uniqlo-Näherinnen ein?

Roger Federer lässt sich neu von Uniqlo einkleiden. Public Eye wirft dem Konzern Menschenrechtsverletzungen vor. Die öffentliche Resonanz ist beträchtlich.

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Die NGO Public Eye übt schwere Kritik an Roger Federers neuem Bekleidungs-Sponsor, dem japanischen Sportartikelhersteller Uniqlo. Dieser schulde indonesischen Näherinnen umgerechnet über sechs Millionen Franken an Entschädigungszahlungen.

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In der Hoffnung, mit dem neuen prominenten Aushängeschild der Kritik an der Marke mehr Gewicht verleihen zu können, hat Public Eye das Online-Portal «www.hello-roger.ch» lanciert. Offenbar mit Erfolg – knapp 10'000 Zuschriften binnen weniger Tage wollen die Macher der Webseite erhalten haben.

«Lieber Roger...»

Nutzer können auf der Seite nach Angabe ihrer Email-Adresse eine private Nachricht an Roger Federer formulieren oder einen vorformulierten Text abschicken. «Lieber Roger», beginnt Letzterer, «bitte nutze deine Power, um faire Arbeitsbedingungen von deinem neuen Sponsor Uniqlo einzufordern.» Die Botschaft endet mit einem virtuellen Daumendrücken: «Vielen Dank für dein Engagement. Und jetzt gewinne Wimbledon!»

Public Eye hofft, Uniqlo so an den Verhandlungstisch und zur Begleichung der geforderten Zahlungen zu bewegen. Oliver Classen von Public Eye rechnet sich laut dem News-Portal «Nau» gute Chancen aus: «Wir gehen davon aus, dass weder Roger Federer noch sein Management von diesem Missstand wussten. Da sich Roger Federer mit seiner Stiftung ebenfalls für Gerechtigkeit einsetzt, liegt es ihm sicher auch am Herzen, das Leben dieser 2000 Arbeiterinnen zu verbessern.»

Seit 2015 warten 2000 indonesische Arbeiterinnen der Fabrik Jaba Garmindo laut Public Eye auf 5,5 Millionen Dollar Entschädigung, umgerechnet rund 6,4 Millionen Franken. Die Frauen sollen Bekleidung für Uniqlo und andere Unternehmen genäht und ihre Arbeit verloren haben, als die Firmen überraschend ihre Bestellung einstellten.

«Mega-Sponsoring-Vertrag»

Im nachfolgenden Insolvenzverfahren seien die Ansprüche auf Lohn- und Entschädigungszahlungen zwar anerkannt worden – gezahlt hätten die meisten der beteiligten Firmen bisher aber nicht. In der Verantwortung stünden neben Uniqlo auch die Bekleidungsproduzenten s.Oliver, Gerry Weber und Jack Wolfskin.

«Roger Feder ist es gelungen einen Mega-Sponsoring-Vertrag mit Uniqlo auszuhandeln», schreibt Public Eye. Jetzt sei es an ihm, den Sponsor zur «Aufgabe der Blockadehaltung» zu bewegen.
Public Eye ist zuversichtlich, dass King Roger sich nach Wimbledon zu dem Thema äussern wird.

(jdr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • TomTom am 11.07.2018 13:31 Report Diesen Beitrag melden

    Warme Luft

    Als wären die Näherinnen von Nike besser drann... Wieder mal so eine "Schaut her ich bin empört- Nutz- und Sinnlos Kampage". Würde es Public Eye um die Sache gehen, hätten sie schon vorher bei Nike reagieren müssen! Aber so...

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  • Peter Pan am 11.07.2018 14:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer die Moral-Keule schwingt...

    ... soll zuerst bei sich selber schauen. Was glaubst du, unter welchen Bedingungen dein T-Shirt entstanden ist?

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  • Sabina am 11.07.2018 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Stimmen die Anschuldigungen ?

    Endlich können die Medien dem Roger etwas anhängen. Ob das mit den Näherinnen stimmt - wer weiss. Die Ankläger sind nicht über alle Zweifel erhaben. Sie müssten auch alle andern Kleiderfirmen miterwähnen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Etlin am 11.07.2018 18:58 Report Diesen Beitrag melden

    Heuchelei

    Und nur, weil Nike und andere Keiderfirmen nicht besser sind, soll, um Heuchelei zu vermeiden, hier weggeschaut werden? Ist doch gut, kann Public Eye dank Roger Federer Druck aufbauen und möglicherweise etwas bewegen.

  • Ghj am 11.07.2018 18:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ihr wisst schon...

    ... dass selbst in der Schweiz für Riesenkonzerne, ja sogar für den Bund, eine Firma die meisten Auträge hat und ihre Mitarbeiter mit dem Mindestlohn bezahlt?!?! Ihr müsst also gar nicht so weit gehen. Näherinnen, Zuschneider etc. sind in dem Job fast überall schlecht bezahlt. ...

    • Art. am 11.07.2018 20:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ghj

      Uniqlo Näherinnen wurden nicht bezahlt.

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  • Stefan am 11.07.2018 17:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man muss ihn ja nicht finanzieren

    Man hat es in der Hand . Ich kaufe keine Produkte , bei denen Roger Federer Geld verdient. Also auch nichts von Uniqlo.

  • Daniel am 11.07.2018 17:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wacht auf

    Unser aller Wohlstand ist auf Ausbeutung Anderer aufgebaut, im Kleinen wie im Grossen, Lokal woe Global!

    • DerAchtsame am 11.07.2018 19:02 Report Diesen Beitrag melden

      @Daniel

      Stimmt, aber was kann man dagegen tun, wenn einem das eigentlich völlig egal ist, und man genau weiss, dass wenn wir es nicht machen, es halt ein anderer macht? Auf diesem Planeten ist sich jeder selbst der Nächste. Ich nerve mich auch, dass einer für ein bischen Fussballspielen xMillionen im Jahr verdient, während ein anderer 9 Stunden auf der Baustelle arbeitet und nicht mal ein Bruchteil davon hat. Aber wie gesagt, jeder ist sich selbst der Nächste, und freiwillig würde ich meinen bescheidenen Wohlstand nicht aufgeben.

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  • Nancy am 11.07.2018 17:14 Report Diesen Beitrag melden

    schlecht gelesen

    Es wird nicht Kritik an Federer sondern am Hersteller ausgeübt! NGO Public Eye hofft einfach auf Federers Name um mehr Druck auszuüben. Aber Nike ist ja kaum einen Deut besser!