Jagd auf Steuersünder

11. November 2012 10:48; Akt: 11.11.2012 11:20 Print

Franzosen spionieren die Schweiz aus

Französische Steuerfahnder suchen ohne Erlaubnis des Bundes in der Schweiz nach Steuersündern. Um unauffällig in der Schweiz ermitteln zu können, tarnen sie sich als Touristen.

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Französische Steuerfahnder geben erstmals zu, illegal in der Schweiz nach Steuersündern zu suchen.

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Sie verwenden spezielle Nummernschildern und geben sich als Touristen aus. Fahnder der französischen Direktion für Steuerfahndung (DNEF) geben erstmals zu, dass sie in der Schweiz ohne Erlaubnis des Bundes nach französischen Steuersündern suchen.

Die «SonntagsZeitung» konnte mit hochrangigen Beamten des DNEF sprechen. Dabei gaben diese an, unter anderem in Genf und Zug nach mutmasslichen Steuersündern zu suchen.

Gespräche mit hochrangigen Beamten

Wie die Zeitung weiter berichtet, tarnen sich die Beamten auf ihren Erkundungstouren als Immobilienmakler oder Hausmeister. Dabei unternehmen sie alles, um ihre Spuren zu verwischen. So werden zum Beispiel alle Kosten über die private Kreditkarte abgerechnet. Für die Rückerstattung der Kosten geben die Fahnder an, etwa einen Trip nach Toulouse oder Marseille gemacht zu haben. Alle Beweise ihres Aufenthaltes wandern in den Schredder.

Doch das Vorgehen der französischen Steuerfahnder auf Schweizer Boden ist illegal. Aufgrund des Steuerabkommens zwischen Frankreich und der Schweiz müssten die Steuerfahnder zuerst die Hilfe der Schweizer Justiz beantragen, um derartige Aufklärungen zu machen.
Das französische Finanzministerium, die leitende Behörde des DNEF, will sich zum Vorgehen seiner Beamten nicht äussern.

(bat)

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