Verstoss gegen das Waffengesetz

19. Februar 2016 14:42; Akt: 19.02.2016 14:42 Print

Frau wegen «Schlagring-Handyhülle» vor Gericht

Stars wie Rihanna und Cameron Diaz inspirierten eine junge Frau aus dem Kanton Aargau zum Kauf einer Schlagring-Handyhülle. Diese Woche stand sie deshalb vor Gericht.

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Die junge Frau bestellte sich online eine Schagring-Handyhülle. (Symbolbild: Kleiderkreisel.at)

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Eine 18-Jährige kaufte im Juni 2013 auf einer Homepage eine neue Handyhülle für 25 Franken. Was sie zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: Zwei Jahre später sollte sie wegen dieser Hülle vor Gericht stehen. Der Vorwurf: Widerhandlung gegen das Waffengesetz.

Die Zürcher Kantonspolizei ging vor rund einem Jahr gegen mehrere Betreiber solcher Schlagring-Handyhüllen vor. Dadurch kam die Polizei an Kundenlisten – darunter fand sie auch die damals 18-Jährige. 2015 erhielt die junge Frau eine Vorladung von der Polizei. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie bereits ein neues Handy und eine neue Hülle, wie die «Aargauer Zeitung» schreibt.

Verbotener Gegenstand

Bei der ersten Einvernahme gab die Frau an, dass sie zwar gewusst habe, dass richtige Schlagringe in der Schweiz verboten seien. Doch sie habe nie daran gedacht, dass dieses Verbot auch für Hüllen aus Hartplastik gelten würden. Ihre Aussage wiederholte die junge Frau diese Woche vor dem Bezirksgericht Aarau: «Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich sie niemals gekauft.»

Offenbar sah das die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau anders. Der jungen Frau wurde vorgeworfen, fahrlässig und ohne Berechtigung eine Waffe erworben zu haben. Per Strafbefehl war die junge Frau zu einer Busse von 200 Franken und zur Übernahme der Gebühren in Höhe von 400 Franken verdonnert worden. Sie focht den Strafbefehl jedoch an.

Handyhülle zurückerhalten

Die Frau gab vor Gericht an, die Handyhülle gekauft zu haben, weil sie modern gewesen sei und gut ausgesehen habe. Ihre Verteidigerin argumentierte, dass die Hülle eine «klar definierte zivile Funktion» als Schutz des Geräts und als Accessoire habe. Sie könne nicht verstehen, dass die Polizei «aus einer Handyhülle eine verbotene Waffe macht».

«Ich hoffe, dass auch beim Staatsanwalt beim Anblick des kleinen, feinen Plastikrähmchens Zweifel hochgekrochen sind», sagte die Verteidigerin gemäss der «Aargauer Zeitung» und verlangte einen Freispruch für ihre Klientin. Das Gericht gab der jungen Frau nun Recht und sprach sie frei. Sie muss die Busse nicht bezahlen, zudem gehen Anwalts- und Verfahrenskosten zu Lasten der Staatskasse. Die beschlagnahmte Handyhülle erhält sie zurück.

(qll)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus am 19.02.2016 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    Oh je !!!

    Mein Gott, hat unser Staat keine anderen Probleme, als ein junges 18 jähriges Mädchen wegen einer verdächtig aussehenden Handyhülle strafrechtlich zu verfolgen?

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  • Lily am 19.02.2016 15:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld zu Fenster rauswerfen

    Und für solche Fälle zahle ich Steuern? Haben wir nicht größere Probleme!

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  • Mikaixx am 19.02.2016 14:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Update nötig

    Hauptsache ist, die Polizei kann keine wirklichen Verbrecher finden, also müssen die unwissentlichen, kleinen "gesetzesverstösser" dafür bestraft werden. Unsere Polizei braucht dringend ein Update.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Seelandfire am 20.02.2016 07:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Irrsinn

    Wer schützt uns vor übereifrigen Staatsanwälten???

  • Züsu am 19.02.2016 22:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    VERHÄLTNIS BLÖDSINN

    ... musste laut lachen. Ich habe eine halbe Minute vorher den Artikel über das neue Waffengesetz der EU gelesen... *kopfschütteln* HALLO ist das wirklich ein so grosse Probleme in der Schweiz. Würde mich mal wundernehmen wieviel Stunden (Analyse des Verachts; Ermittlung; Beweise sichern...... bis zur Verurteilung) verbraten wurden. VERHÄLTNIS BLÖDSINN

  • Solaris88 am 19.02.2016 22:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fassungslos

    Wenn sich jemand einen Anwalt nicht leisten kann, hat einfach Pech..!?! Willkommen in der Rechtsstaat Schweiz.. Das nenne ich eben Schikane gegenüber den Mitbürgern. Ich habe mitleid mit den Beamten, da es voll peinlich ist!

  • Laura Stern am 19.02.2016 21:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gefährliche Gegenstände

    Neulich bei Migros und Coop gesehen: Küchenmesser 14cm aus Edelstahl, Hammer 5kg, Feuerzeuge 3er Packung, Akkubohrer mit bis zu 13'000U/min...

  • Samsam27 am 19.02.2016 21:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unpraktisch

    Äusserst unpraktisch in der Hosentasche