Jugendstudie

27. Oktober 2017 10:20; Akt: 27.10.2017 12:19 Print

Frauen an den Herd – so konservativ ist die Jugend

Heiraten gehört zum Leben, der Mann soll die Familie ernähren, ein akademischer Grad ist ein Muss: So ticken die Schweizer Jugendlichen.

Für die Mehrheit der Schweizer Jugendlichen sind traditionelle Familienmodelle weiterhin erstrebenswert. (Video: Tamedia/SDA)
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Für die Jugendstudie ch-x haben Forscher 50'000 junge Erwachsene im Durchschnittsalter von 19 Jahren zu ihren Lebens- und Zukunftsvorstellungen befragt. Die Ergebnisse zeigen: Am wichtigsten sind den Jugendlichen Freunde und Freizeit. Als unwichtig gelten hingegen Politik und das Verhältnis zu Gott.

Im Bereich Familie geben sich die Jungen konservativ: 67 Prozent finden, dass die «Heirat zum Leben dazugehört». Idealerweise findet die Eheschliessung mit 28 Jahren statt. 80 Prozent finden es zudem romantisch, zu heiraten. Auch beim Familienmodell wandeln die Jungen auf konservativen Pfaden: So findet eine Mehrheit jener Befragten mit Kinderwunsch, der Mann gehöre in die Ernährerrolle, während die Frau als Mutter zu Hause bleiben soll.

Akademischer Beruf oder Führungskraft als Berufsziel

Grosse Ambitionen hegen die Jungen bei ihrer Karriere. Einen Lehrabschluss mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis sehen 45 Prozent als minimal zufriedenstellend an. Die hohen Ansprüche an ihre berufliche Zukunft spiegeln sich auch in der Frage, wo sich die Jugendlichen im Alter von 35 Jahren sehen.
50 Prozent glauben, dann in einem akademischen Beruf oder als obere Führungskraft zu arbeiten. Eine Tätigkeit im Bereich Landwirtschaft können sich nur drei Prozent vorstellen.

Die Hälfte der Jungen will Akademiker werden

Die hohen Ansprüche an die berufliche Karriere sind in den Augen der Studienautoren nicht unbedenklich, da es fraglich sei, ob der Arbeitsmarkt aufgrund der wachsenden globalen Konkurrenz in der Lage sei, die Ambitionen der Jugendlichen zu realisieren.

46 Prozent sehen Muslime als Bedrohung

Im Rahmen der Jugendstudie wurden die 19-Jährigen auch zu ihrer Einstellung gegenüber Religionsgruppen befragt. So nehmen 46 Prozent Muslime als «Bedrohung der hiesigen Lebensweise» war. Danach folgen Juden (18 Prozent) und Atheisten mit (13 Prozent). Laut der Studie sind es besonders junge Männer aus dem ländlichen Raum, die Muslime als Bedrohung sehen. Wer dagegen in einer Grossstadt wohnt, schätzt Muslime um 15 Prozent weniger als Bedrohung ein.

Erkenntnisse liefert die Jugendstudie auch zur Freizeitgestaltung. Sport, gemeinsame Aktivitäten und Disco sind dabei hoch im Kurs, während auch fast alle Befragten angaben, täglich im Internet zu surfen und intensiv Social Media zu nutzen. Auch das Gamen hat sich etabliert: 40 Prozent spielen mindestens einmal pro Woche ein Computerspiel, wobei Sport- und Shooter-Games besonders beliebt sind.

(pam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Soleil am 27.10.2017 10:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld , Geld, Geld

    Das wird ja super, alle wollen Führungskräfte werden und natürlich möglichst wenig arbeiten, wie soll das gehen, wer macht noch die praktischen Arbeiten,

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  • manuel am 27.10.2017 10:33 Report Diesen Beitrag melden

    moment mal?

    da stand doch gerade eben, dass nur noch wenige junge männer die matur schaffen? aber dann mit 35 einen chefposten? was für eine vorstellung haben denn diese jungen männer heute?

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  • PascalK2015 am 27.10.2017 10:32 Report Diesen Beitrag melden

    Ja genau

    Dass das nicht aufgeht sieht jeder oder etwa nicht? Geld war noch nie so wichtig, aber dieses Geld muss auch REAL erwirtschaftet werden von irgendwem.

Die neusten Leser-Kommentare

  • MLP am 27.10.2017 20:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Besser unabhängig

    Frauen geht arbeiten! Bleibt unabhängig In meinem Freundeskreis über 40 sind schon alle geschieden viele haben wenig oder gar nicht gearbeitet und finden jetzt nachdem die Kinder draussen oder das Mami nicht 24 Stunden brauchen keinen Job oder nur sehr schlecht bezahlte die Ehemänner haben schon lange wieder eine Partnerin die das Leben mitfinanziert meine Freundinnen finden alle keinen Partner da in diesem Alter schon verheiratet oder sie wollen gar keine Frau mit Kinder Und Männer spielt nicht die Opfer und schaut das die Frauen immer einen Job haben dann müsst das weniger zahlen

  • ältere Dame am 27.10.2017 19:20 Report Diesen Beitrag melden

    was noch zu sagen wäre

    Wenn man jung ist darf man auch noch romantisch sein und verklärte Vorstellungen vom Leben haben. Fragen sie doch die Leute in 10 Jahren nochmals, was sie dann zu ihrem Leben meinen.

  • Kritiker am 27.10.2017 17:23 Report Diesen Beitrag melden

    Gegen die Natur des Menschen

    Man kann die Natur halt nicht manipulieren. Das hat schon der Kommunismus gezeigt. Auch wenn man heute aus Frauen Männer machen will, sie werden immer Frauen bleiben. Zeigt auch die Berufswahl. Trotzdem suchen die meisten Frauen eben "Frauenberufe" und Männer "Männerberufe". Selbst wenn es Überschneidungen durch Ausnahmen gibt. Ich weiss, gewisse Feministinnen können das nicht beissen, ist aber halt trotzdem so.

  • giorgio1954 am 27.10.2017 17:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kinder

    Wenn Kinder da sind, sollte sich die Mutter auch um sie kümmern, wenn der Mann arbeitet. Sonst sollte frau es besser bleiben lassen und das im Leben machen, was ihr am Besten gefällt.

    • Mr 1991 am 27.10.2017 18:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @giorgio1954

      Ich denke nicht, dass Kinder zwingend 24/7 von den eigenen Eltern betreut werden müssen. In Kitas gibt es viele Spielsachen, gleichaltrige Kameraden und speziell ausgebildetes Personal. Sie stellen durchaus eine gute Alternative für Paare dar, die sowohl Kinder als auch mit einer Karriere zur Gesellschaft beitragen wollen.

    • sagamol am 27.10.2017 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mr 1991

      Zur Gesellschaft beitragen? Wohl eher dem eigenen Portemonnaie Gutes tun. Oft auch aus reiner Konsumationslust und nur selten um zu überleben. Da finde ich in diesen Fällen ein Betreuen durch engere Bekannte oder Familienmitglieder viel Besser.

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  • Picard am 27.10.2017 16:59 Report Diesen Beitrag melden

    Frauen an den Herd-konservative Jugend

    Im Prinzip zeigt diese Studie nicht neues unterm Sternenzelt.Auch hier gilt:Wie die Alten-so zwitschern Heut die Jungen. Das Spiessertum geistert auch bei den Jungen herum. Wie man sich bettet,so liegt man.Ausnahmen gibt es natürlich..

    • Mum am 27.10.2017 20:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Picard

      Wieso wird als Spiessertum bezeichnet, wenn das traditionelle Familienbild gewünscht wird? Es ist gut, wenn die Kindererziehung nicht Fremdbetreuung überlassen werden will. Was resultiert denn aus dem Modell beide Elternteile arbeiten? Für die Kinder nichts Gewinnbringendes. Zuwenig Nähe zu den Eltern, wenig Geborgenheit, wenig bis keine gesunde Kindheit/Orientierung usw. Der Staat nimmt immer mehr Einfluss auf unsere Kinder mit diesem Modell, die Kinder entgleiten unserem Einfluss. Das Resultat sieht man ja.

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