Arbeiten auf 67 Metern

01. Januar 2018 19:35; Akt: 01.01.2018 21:30 Print

Für diesen Job sollte man schwindelfrei sein

von F. Dubler - Sie arbeiten meist allein in schwindelnder Höhe und müssen fit sein. 20 Minuten besuchte einen Kranführer an seinem Arbeitsplatz auf 67 Metern.

20 Minuten konnte Claudio Pellegrini, Kranführer bei der Baltensperger AG, an seinem Arbeitsort in 67 Metern Höhe besuchen. (Video: F. Dubler)
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Ein 360-Grad-Panorama über die Dächer Winterthurs und absolute Ruhe: Eigentlich klingt der Arbeitsplatz von Claudio Pellegrini von der Baltensperger AG nach einem friedlichen Ort.

Doch wer in der kleinen Kabine eines Baukrans arbeitet, ist isoliert und muss schwindelfrei, etwas mutig sowie körperlich und geistig fit sein. Jeden Tag klettert der 29-Jährige in den Turmelementen die senkrechten versetzten Leitern bis auf 67 Meter hoch und wieder runter. Und das meist je zweimal pro Tag.

«Das Panorama ist göttlich»

«Als Kranführer nimmt man an Körpervolumen zu. Da ist man froh, etwas aktiv zu sein», sagt der gelernte Maurer. Ein moderner Kran, wie er einer steuert, hat zudem alle fünf Meter eine Plattform, sodass das Risiko eines Sturzes von hoch oben eingedämmt wird. Auch Höhenangst ist natürlich kein Thema, obwohl das nicht immer so war.

«Früher war ich nicht schwindelfrei. Doch sobald man seinen inneren Schweinehund überlistet hat, vergeht das ungute Gefühl in der Höhe», sagt der 29-Jährige, der nach der dreiwöchigen Ausbildung nun seit zwei Jahren auf dem Beruf arbeitet.

Obwohl er fast den ganzen Tag allein in der 67 Meter hohen Kabine verbringt, liebt er seinen Job. «Ich geniesse die Ruhe hier oben, und man hat ja auch Pausen, in denen man die Arbeitskollegen sieht.» Ausserdem sei die Aussicht göttlich. Diese verleide ihm nie.

Maschinen als Leidenschaft

Die Herausforderung seines Berufes sei, eine Maschine wie seinen kleinen Finger bedienen zu können, dass sie genau das mache, was man beabsichtige. «Mich begeistert jegliche Art von Maschinen.» Sei es privat beim Töfffahren oder beruflich, wenn er aus 67 Metern sperrige und bis über zehn Tonnen schwere Bauteile punktgenau platzieren muss.

Ein integriertes Navigationssystem, Kameras und der Funkkontakt mit seinen Kollegen helfen ihm dabei. Ansonsten kommuniziere man mit Handzeichen.

Resistent gegen Wind und Eis

Gefährlich findet er seinen Beruf nicht. Etwas aufpassen müsse man im Winter schon, wenn die Sprossen vereist seien. «Einmal rutschte ich beinahe aus», sagt Pellegrini. Ansonsten sei die tägliche Vorsicht aber zur Routine geworden.

Auch Sturmwinde machten ihm nichts aus, solange er den Kran noch kontrollieren könne. «Sobald man die Maschine nicht mehr im Griff hat, ist es jedem Kranführer freigestellt, die Arbeit zu unterbrechen.» Das sei aber selten nötig. Man lerne mit der Zeit, mit allen äusseren Einflüssen umzugehen.


Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • romy lüscher am 01.01.2018 19:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kranführer

    mein mann macht diese arbeit als kranführer immer über 60 metern täglich seit über 30 jahren!

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  • Mike am 01.01.2018 19:42 Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Aussicht

    wäre ein Job für mich, wenn diese Leiter nicht wäre und statt dessen ein Lift, habe schon weiche Knie nur beim Film schauen.

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  • Ninu am 01.01.2018 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Griff

    super Aufnahme, kleine Randbemerkung. Der Daumen ist mehrheitlich fehl am Platz, der ist für den guten Griff da :-) alles Gute wünsche ich jenen in luftiger Höhe.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sam Lee am 03.01.2018 14:36 Report Diesen Beitrag melden

    Taschengeld

    Etwa auf dieser Höhe durfte ich als 14-Jähriger jeweils mein wöchentliches Taschengeld abholen :-)

  • Thomas am 03.01.2018 09:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    PSA

    Wenn man die Absturzsicherung nicht nutzt braucht man sie auch nicht anzuziehen.

  • Polier am 03.01.2018 09:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bester Job

    Er muss sich wenigstens nicht 9 Std mit den Fachkräften rum ärgern.

  • Rosa am 02.01.2018 22:10 Report Diesen Beitrag melden

    Znatchthessen

    und bei Böen meiden!2002'ist einer aufs Rest. gedonnert beim (Lohtar)gut wurde niemand verletzt!

  • Pixel Sponge am 02.01.2018 21:21 Report Diesen Beitrag melden

    Zeitgemäss

    Schade das die Video Beiträge immer von so schlechter Qualität sind.