In der Landwirtschaft

08. November 2012 22:59; Akt: 09.11.2012 10:57 Print

Gentech-Insekten sollen Parasiten bekämpfen

von Raffaela Moresi - Eine britische Firma will gentechnisch veränderte Insekten freisetzen. Schweizer NGOs üben harrsche Kritik: Was dies fürs Ökosystem und die Konsumenten bedeute, sei völlig unklar.

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Die Mittelmeer-Fruchtfliege (Ceratitis capitata) (Bild: Scott Bauer)

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«Eine neue, innovative Lösung zur Schädlingsbekämpfung in der Land­wirtschaft»: So preist die ­britische Firma Oxitec, deren Management vor allem aus ehemaligen ­Syngenta-Leuten besteht, im Internet ihre «Produkte» an.

Die Produktpalette umfasst in diesem Fall unter anderem die Mittelmeer-Fruchtfliege, die Olivenfliege und die Kohlmotte. Diese unterscheiden sich äusserlich zwar nicht von ihren natürlichen Artgenossen, wurden von Oxitec aber im Labor ­genetisch verändert. Einmal freigelassen, sollen sich die «sterilen» Laborinsekten mit der natürlichen Population paaren – die Nachkommen sind nicht überlebensfähig. Auf diese Weise könnten Schädlingsschwärme bedeutend reduziert oder gar ausgelöscht ­werden, so Oxitec.

NGOs aus der Schweiz und dem Ausland, darunter die ­Erklärung von Bern und Swiss­aid, zeigen sich darüber entsetzt: «Wir wissen viel zu wenig, welche Aus­wirkungen gentechnisch veränderte Insekten auf das Öko­system haben», sagt Tina Goethe von Swissaid. Da die Oxitec-Insekten bereits im Larvenalter sterben, könnten ihre Rückstände dann zudem in ­Tomaten, Oliven oder Kohl ent­halten sein. «Was es für die Menschen bedeutet, die Teile solcher Larven essen, ist ebenfalls absolut unklar.»

«Oxitec ist schon sehr weit und drängt auf den Markt», sagt auch Christoph Then von Testbiotech. Er erwartet, dass die Firma «in den ­nächsten paar Jahren» entsprechende Pilotprojekte lancieren wird.

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