Gesundheitswesen

12. Juni 2018 13:57; Akt: 14.06.2018 00:46 Print

Kosten steigen erstmals über 10'000 Fr pro Kopf

In den kommenden Jahren wird eine Zunahme der Gesundheitsausgaben erwartet. Allerdings eine geringere als in den letzten Jahren.

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Laut den provisorischen Daten der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) stiegen die Gesundheitsausgaben im Jahr 2017 um 3,5 Prozent. Für 2018 wird eine Zunahme von 3,8 Prozent erwartet, im Jahr 2019 sollen es 3,9 Prozent sein. Das schreibt die KOF in einer Mitteilung. Pro Kopf gerechnet beliefen sich die Ausgaben 2017 auf 9851 Franken, 2018 erwartet die KOF Pro-Kopf-Ausgaben von 10'131 Franken und 2019 von 10'429 Franken.

Weil die Zahl älterer Menschen weniger stark zugenommen hat als erwartet und die totale Bevölkerungsentwicklung schwächer als in den Vorjahren war, rechnet die KOF mit einer leichten Beruhigung des Anstiegs für das Jahr 2017. Im laufenden Jahr sollen die Kosten jedoch nochmals steigen. Die KOF begründet ihre Berechnung mit «etwas stärker steigenden Löhnen, einer wachsenden Anzahl älterer Menschen, aber gleichzeitig wirksam werdenden politischen Massnahmen, die das Kostenwachstum eindämmen sollen».

«Immer wichtigerer Wirtschaftszweig»

2016 waren die Ausgaben noch um 3,8 Prozent gestiegen, 2015 um 4,1 Prozent, wie die Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen. Die KOF rechnet mit einem stärkeren Anstieg der Kosten im ambulanten Bereich. Für das Jahr 2019 erwartet sie bei den stationären Kurativbehandlungen sogar einen leichten Rückgang auf 2,9 Prozent.

«Aufgrund der steigenden Anzahl pflegebedürftiger Menschen ist zu erwarten, dass die Kategorie ‹Langzeitpflege› weiter expandiert», heisst es im Bericht. Den grössten Anteil machen jedoch wie bereits in den letzten Jahren die unterstützenden Dienstleistungen aus. Die KOF rechnet aber auch hier mit einem Rückgang des Anstiegs. Trotzdem hält sie fest: «Der Gesundheitssektor entwickelt sich zu einem immer wichtigeren Zweig der Schweizer Wirtschaft.»

(vro)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Frau Meier am 12.06.2018 14:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gedanken

    Oh weshalb steigen wohl die ambulanten Behandlungen an? Ein Schelm, wer da weiter denkt. Wer seine KK-Prämie nicht bezahlt, geht halt zum Spital-Notfall. Aber es ist ja gewollt: im Artikel wird das Gesundheitswesen ja als Wirtschaftszweig betitelt. Es geht also um nichts Anderes, als noch mehr Geld zu machen.

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  • Chupi am 12.06.2018 14:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Steigen...

    ... steigen, steigen - ich mag es nicht mehr hören!

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  • ruwan12 am 12.06.2018 14:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mimimi

    Kein Wunder wenn alle wegen jedem Böböli zum arzt rennen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Anonym am 13.06.2018 17:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Franchisen sind schuld

    Ja und da ist unser Krankensystem schuld drann! Solange man Franchisen anbietet und die meisten ab 40 Jahren die niedrigste Franchise wählen und im Januar zum Arzt gehen gehen dann die restlichen 11 Monate wegen nichts zum Arzt.Da die Franchise ja aufgebraucht ist. Besser jeder hätte 2000 Franchise da würde überlegt werden ob man gehen muss oder nicht.

  • arztgehilfin, zürich am 13.06.2018 17:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hypochonder

    ich arbeite selber in einer arztpraxis.wenn ein patient nicht die diagnose bekommt die er sich gegoogelt hat geht er los und holt sich eine zweitmeinung...viele sind hypochondrisch und können nicht damit umgehen wenn sie gesagt bekommen, dass sie was harmloses haben.

  • Notfallpfleger am 12.06.2018 21:44 Report Diesen Beitrag melden

    Notfall

    An alle die auf den Notfall gehen und sich dann wegen langen Wartezeiten beschweren: Wenn ihr lange warten müsst ist es NICHT DRINGEND! Andere sind dann einfach schlimmer dran als ihr! Freut euch also, dass es euch gut geht!

  • Rationierung am 12.06.2018 21:23 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffnungslos!

    Macht euch nichts vor. Egal was man macht, es wird so oder so teurer! Es gibt keine Lösung dafür! Weltweit haben alle Länder das gleiche Problem: Eine immer älter werdende Bevölkerung, immer mehr behandelbare Erkrankungen und steigende Kosten. Das Problem löst sich von alleine, sobald nicht mehr genügend Personal (Hausärzte, Pflege etc.) da ist um die notwendigen Leistungen zu erbringen. Entweder stellt man das System radikal um und rationiert konsequent die Leistungen oder es geht genau so weiter wie bisher. Und wer verzichtet schon freiwillig auf Behandlungen?

  • Erik76 am 12.06.2018 21:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zückerchen fürs Firmen und Reiche

    Und was macht Bern???? Wollen mehr Lohnprozente um die AHV zu stützen damit man Firmen und Reichen andere Zückerchen geben kann!!! Muss die Bevölkerung finanziell erst komplett ausbluten bis man mal da Geld holt wo eh Zuviel ist???