SRG-Umfrage

07. Mai 2014 17:00; Akt: 07.05.2014 17:23 Print

Gripen trudelt, Mindestlohn stürzt ab

Wäre Ende April über den Gripen-Kauf abgestimmt worden, hätte Ueli Maurer schlechte Laune: Die Vorlage wäre knapp gescheitert. Eine Wende zeichnet sich bei der Pädophilen-Initiative ab.

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Ueli Maurer muss um die Zustimmung zur Finanzierung des Gripen zittern: Derzeit würde der Kampfjet an der Urne abstürzen. (Bild: Keystone/Lukas Lehmann)

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Ob die Schweiz am 18. Mai Ja sagt zum Kauf eines neuen Kampfjets, steht auf der Kippe. 51 Prozent sagen derzeit Nein zum 3-Milliarden-Geschäft. Dies zeigt die aktuelle repräsentative SRG-Trendumfrage*. Nur 44 Prozent würden Ja stimmen, 5 Prozent sind noch unentschlossen, so die Forscher von GFS Bern unter der Leitung von Claude Longchamps. Die Stimmbeteiligung läge bei 50 Prozent, wie die Befragung von über 1400 Personen überdies ergab.

Die Zustimmung zum Gripen-Geschäft hat vor allem im bürgerlichen Lager zugenommen. Die Gegner sehen keine Notwendigkeit für neue Kampfjets und bezweifeln, dass der Gripen der richtige Flieger ist.

Einen Effekt durch die Ukraine-Krise konnte die Umfrage nicht belegen. Klar scheint, dass die Gripen-Kampagne nicht rundläuft: Maurer verärgerte die Frauen, als er sie als «Gebrauchtgegenstand» bezeichnete. Und Schwedens Botschafter Per Thöresson lieferte pikante Nachrichten nach Stockholm und bezeichnete VBS-Chef Maurer als Risiko im Abstimmungskampf.

Pädophilen-Initiative verliert

Die bisher klare Zustimmung zum Berufsverbot für Pädophile hat stark abgenommen: Noch 59 Prozent wollen der Initiative zustimmen, das sind 15 Prozent weniger als bei der letzten Umfrage. 33 Prozent sind dagegen und 8 Prozent noch unentschlossen.

Hier zeigt gemäss GFS Bern der Abstimmungskampf Wirkung, bis zur Abstimmung könnten die Gegner noch stark aufholen. Doch in seiner These hält GFS Bern fest: «Der Ausgang ist nicht ganz sicher, das Ja ist aber wahrscheinlicher als das Nein.»

Mindestlohn ist chancenlos

Klar chancenlos ist dagegen die Vorlage für einen Mindestlohn von 22 Franken pro Stunde: Hier haben die Befürworter zehn Prozent verloren. Nur noch 30 Prozent wollen der Initiative zustimmen. 64 Prozent werden den Mindestlohn bachab schicken (plus 12 Prozent).

Den Grund für das starke Nein sehen die Meinungsforscher in der Angst vor negativen Folgen für die Arbeitsplätze in der Schweiz. Moralische Kritik an zu tiefen Löhnen zeige dagegen kaum Wirkung.

Unbestritten ist die Zustimmung zur Hausarzt-Initiative: Hier haben die Befürworter auf 71 Prozent zugelegt. Damit dürfte der Bundesbeschluss zur medizinischen Grundversorgung klar angenommen werden.

* Die zweite repräsentative SRG-Trendumfrage wurde zwischen dem 28. April und dem 3. Mai bei 1413 stimmberechtigten Schweizern durchgeführt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • King crisp am 07.05.2014 17:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    hats auch bei der MEI geheissen endergebnis hat jedoch anders ausgesehen..

  • Urs Baebi am 07.05.2014 17:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Ich habe eher das Gefühl das sich die Laune von Bundesrat Maurer jeden Tag verbessert!

  • Ralf am 07.05.2014 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    umfragen

    Diese umfragen bedeuten genau gar nichts .... irgendeiner verdient damit geld und schreibt ein paar zahlen hin.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sophia_H am 08.05.2014 08:31 Report Diesen Beitrag melden

    gibt zurzeit wichtigeres!mein NEIN

    die jetzigen flieger reichen !! zudem hat man vor kurzem gesehen wie gerne unsere schweizer armee arbeitet;) bürozeiten !! lachhaft. das geld muss also nicht in neue flieger verbrasst werden.

    • Remo am 09.05.2014 12:16 Report Diesen Beitrag melden

      Es ist wichtig!

      Das mit den Betriebszeiten soll sich ja ändern. Die Frage ist dann halt noch, was die ganzen Fluglärm-Gegner dazu meinen. Man kann es einfach nicht allen recht machen. Ich gebe weiter zu bedenken, dass mit der Beschaffung des Gripen viele, teils hochqualifizierte Arbeitsplätze verbunden sind! Bitte diesen Fakt mit in die Überlegung einbeziehen.

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  • Chasper Udo am 08.05.2014 08:10 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht träumen

    Die "gripen-ja Equipe" schaltet Werbung wie etwa, Gegengeschäfte von Fr. 2,5 Milliarden = 10000 Mannstunden. Wow, 250000 Fr. Stundesatz möchte ich auch mal haben. Konfus, lächerlich gar, ist das das Niveau unserer Armeeeliten. Andere Rechnung: 2,5 Mia. Gegengeschäfte und 15 Mia. Kosten, inkl. der folgenden Ausmerzung von Kinderkrankheiten einer Neuentwicklung, gibt im besten Fall Ausgaben von 12,5 Mia. Das ist für eine unwesentliche (wenn überhaupt) Veränderung der Sicherheitslage viel zu teuer.

  • Kari am 08.05.2014 06:08 Report Diesen Beitrag melden

    in der EU noch schlechter

    Für alle, welche sich ja so für die Schweiz schämen wegen des Mindestlohnes schlage ich vor, geht doch in ein EU-Land arbeiten. Wenn Ihr es dort dann besser habt, dann könnt Ihr wieder zurück kommen und jammern.

  • Luminoso am 07.05.2014 21:11 Report Diesen Beitrag melden

    3 x Nein, 1 x Ja...

    Bin von der Notwendigkeit für neue Kampfjets überzeugt, jedoch ist der Gripen für mich der falsche Flieger - überzeugt mich einzig durch rel. günstige Anschaffungs-/Betriebskosten und Miliz-Eignung - zu wenig überzeugende Argumente = Nein. Die Pädo-Initiative ist überflüssig (ohnehin verschärfte Gesetzgebung ab 2015), enthält problematische Automatismen, keinen Ansatz einer Lösung für sex. Missbrauch in der Familie (weitaus die überwiegende Mehrheit!), inkl. Umsetzungsproblemen = Nein. Mindestlohn = Nein, Hausarzt-Initiative = Ja.

  • chrigi am 07.05.2014 20:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hehe

    nur mal was zum mindestlohn, den der grippen ist sowiso.... jeder der dagegen ist sol mal ausrechnen wie fiel er oder sie zum leben braucht (alao mit wohnung öv oder auto für die arbeit essen telefon krankenkasse strom nebenkosten kleidung usw. ) und jeder der unter 3500.- pro monat kommt darf vonmiraus nein stimmen aber alle anderen sollen sich mal fragen ob der boss wirklich ein ferari braucht oder ob es uns nicht wichtiger ist das jeder der 100% arbeitet auch genug zum leben hat ps mit dem nein zur personenfreizügikeit haben wir auch ein gesetz weg geschaft das lohndumping bei ausländern verboten hat (die personenfreizügikeit wurde durch ein geheim abkomen doch angenimen) wen jetz einer für ein brot arbeiten will darf er das, ist das io?