Kosmetika & Co.

17. November 2013 16:45; Akt: 17.11.2013 23:23 Print

Günstiger einkaufen – bremst die Politik?

Einkaufen zu Preisen wie in Deutschland: Mit einer Revision des Kartellgesetzes könnte das möglich werden. Die Politik verschleppe die nötigen Beratungen jedoch, kritisiert der Konsumentenschutz.

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Um auf die Preisunterschiede aufmerksam zu machen, verkaufte Stalder im August 2011 in Bern Produkte zu Preisen wie im Ausland. (Bild: Keystone/Peter Schneider)

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Kosmetikprodukte kosten in der Schweiz gemäss aktuellen Erhebungen rund 82 Prozent mehr als in Deutschland, für Zeitschriften müssen wir im Schnitt 53 Prozent mehr hinblättern. Schuld daran sei die Politik, kritisiert die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS). Um dem Problem der überhöhten Importpreise Herr zu werden, habe der Bundesrat eine Revision des Kartellgesetzes angestossen. Die Wirtschaftskommission des Nationalrats verschleppe nun aber die Beratung der Revision.

«Ich bin sehr enttäuscht», so SKS-Geschäftsleiterin Sara Stalder. «Die Beratungen ziehen sich unbegründet extrem in die Länge.» Die Kommission scheine kaum Interesse daran zu haben, rasch eine Gesetzesänderung in die Wege zu leiten. «Die wirtschaftsnahe Seite der Kommission lässt sich wohl von den grossen Markenanbietern einspannen, die gegen eine Verschärfung des Kartellgesetzes lobbyieren.»

Ruedi Noser, FDP-Nationalrat und Vizepräsident der nationalrätlichen Wirtschaftskommission, weist die Vorwürfe zurück: «Wir haben die Markenanbieter überhaupt erst davon überzeugt, dass Handlungsbedarf besteht.» Die Schuldzuweisungen der SKS seien nicht konstruktiv. «Die Kommission verfolgt genauso wie der Konsumentenschutz das Ziel, dass die Konsumenten zu besseren Preisen einkaufen können.» Dazu müssten aber zuerst gewisse technische Handelshemmnisse abgebaut werden – und das brauche Zeit. «Wenn wir jetzt einfach die Forderungen des Konsumentenschutzes durchwinken, ist niemandem gedient.» Dann könnten nämlich nicht alle Detailhändler von der Revision profitieren.

(jbu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • chline Schwizer am 18.11.2013 02:02 Report Diesen Beitrag melden

    Politiker verdienen daran

    Das wunder mich nicht, schaut doch mal in wieviel Verwaltungsräten die Politiker sind. Die haben kein interesse das Schweizer Produkte in der Schweiz gleich günstig verkauft werden wie in De. Das ausländische Konzerne wie Ferrero, J&J, Ehap usw für die Schweiz extra hohe Preise verlangen und Parallelimporte verhindern ist in meinen Augen Rassismuss gegen Schweizer

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  • Thomas Gerb am 17.11.2013 20:34 Report Diesen Beitrag melden

    Es dauert schon viel zulange...

    Wenn Schweizer Zahnpasta in Deutschland 3x weniger kostet als in der Schweiz, scheint irgendwo ein Fehler im System zu sein. Die Verkäuferinnen in der Schweiz sind sicher nicht schuld, die verdienen schon wenig genug. Es riecht halt gealtig nach Berreicherung. Lustig ist dass immer die Leute mit Geld denen ohne Geld einreden wollen weshalb dass so sein muss und wir ja nichts ändern dürfen... Die Schweiz rennt auf einen Kollaps zu

  • Parteilos am 17.11.2013 20:40 Report Diesen Beitrag melden

    Einkauf in Deutschland

    Bis dahin nach Deutschland fahren und dort einkaufen! Irgendwann werden unsere Politiker schon mal Zeit finden um ein dringendes Problem zu behandeln. Spätestens vor den Wahlen sind alle wieder uneigennützig nur für das Volk da.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • besorgter Bürger am 18.11.2013 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    Willkommen bei den Reichen.....

    Warum sind viele Produkte in der Schweiz oft so viel teurer - genau - weil so mehr Profit herauskommt - aber nicht für das Verkaufspersonal....

  • Zufriedener Steuerzahler am 18.11.2013 09:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir leben im Luxus

    Zugegeben, die preise sind unverhältnismässig höher. Aber eine gewisse differenz wird es immer geben. Geht man 1-2 monate nach deutschland um dort zu wohnen und zu leben. Ihr werdet feststellen, dass der unterschied der lebensqualität viel grösser ist, als man auf den ersten blick annehmen mag. Wo hat die billigstrategie länder wie deutschland, frankreich und italien hingeführt? Glaubt ihr, die sind besser dran, nur weil sie ihre gesichtscrème 50% günstiger bekommen? Es gibt einen grund, dass in der EU 1500 schon ein "nicht schlechter" lohn ist.

  • fear d'aois am 18.11.2013 09:26 Report Diesen Beitrag melden

    Elendes Gejammer...

    Ich ärgere mich gerade über das Gejammer gewisser Kommentatoren hier. Die einen haben keinen Luxus, können aber mit dem Auto über die Grenze fahren um einzukaufen, die anderen regen sich über zu teuren Panettone auf und wieder andere haben Mühe mit den Preisen der Kosmetika. Fragt doch mal einen Schweizer, der keines dieser Produkte als selbstverständlich hinnimmt, schlicht weil er es nicht kann, aber dafür menschlich und dankbar ist. Ich kenne einige davon und ziehe deren Gesellschaft vor.

  • Alice am 18.11.2013 09:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gerechtigkeit

    die Wirtschaft darf günstig die AN im Ausland einkaufen und uns ältere Schweizer ersetzen....aber wir dürfen das natürlich nicht.

  • Stefan am 18.11.2013 08:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klar will das die Politik nicht 

    Klar verschleppen sie es. Ausrede sind wieder mal die Bauern. Banken und Pharma provitieren. Die Politiker haben Angst um Spendengelder und hoch bezahlze Mandate.