Cyber-Attacke auf Ruag

08. Mai 2016 10:54; Akt: 08.05.2016 13:52 Print

Hacker enttarnen geheime Schweizer Elitetruppe

Bei der Attacke auf die Firma Ruag sind den russischen Hackern angeblich die Personendaten der über 30'000 Bundesangestellten sowie der militärischen Eliteeinheit AAD in die Hände gefallen.

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Die russischen Hacker haben dank ihrem Angriff auf den Rüstungskonzern Ruag wohl Zugang zu sensiblen Informationen über sämtliche Bundesangestellte und nationalen Parlamentarier. Seit letztem Jahr horte die Ruag über 30'000 Personendaten berichtet die «SonntagsZeitung». Demnach habe das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) die Daten 2015 an den Betrieb ausgehändigt.

Über den Grund der Datenlieferung schweigt sich die Behörde aus; «diese Datentransfers» hätten mit der Attacke «keinen Zusammenhang» gehabt, betont BIT-Mediensprecherin Sonja Uhlmann auf Anfrage einzig. Man müsse sich darauf verlassen können, «dass sich jeder einzelne geeignet gegen Cyberangriffe schützt.» Bei der Ruag heisst es mit Verweis auf die Untersuchung, man könne «nichts Neues zum Ausmass oder der Art und Weise eines Datenabflusses» berichten.

Dem Vernehmen nach sollen Firmenvertreter gegenüber Parlamentariern bestritten haben, dass besagte Personendaten abhanden gekommen seien. Dem widersprechen andere involvierte Personen allerdings vehement.

Auch VBS-Daten gestohlen

Auch die «NZZ am Sonntag» vermeldet unter Berufung auf gut informierte Quellen aus dem Verteidigungsdepartement (VBS), dass die Hacker den Zugang zu Personendaten erhalten hätten. Die Angreifer hätten alle Personalien der Angehörigen des Armee-Aufklärungsdetachements 10 abgegriffen. Diese Berufstruppe ist auf riskante Auslandeinsätze ausgerichtet, die Zahl sowie die Identität ihrer Angehöriger ist geheim, die Anonymität könnte nun aber bedroht sein. Unklar ist, welche Daten beim Angriff wirklich abgeflossen sind.

Im Verteidigungsdepartement (VBS) werde jedoch sogar geprüft, ob den Elitesoldaten für zivile Auslandreisen eine neue Identität gegeben werden müsse. Bundesrat Guy Parmelin hält dazu im Interview mit der «NZZ am Sonntag»lediglich fest, der Angriff sei auf die Ruag und nicht auf das VBS erfolgt.

In einer Zwischenbilanz hält der Präsident der Geschäftsprüfungsdelegation Alex Kuprecht gegenüber der «Zentralschweiz am Sonntag» fest, dass der Rüstungsbetrieb und das VBS zu eng verwoben seien.

(afo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thom am 08.05.2016 12:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grundsatzfrage:

    Was haben diese Daten bei der RUAG verloren? Grundsätzlich erwarte ich vor allem Antworten zu dieser Frage. Was für Daten hat die RUAG noch, die sie aus meiner Sicht gar nicht haben dürften? Aufklärung sind sie dem Schweizer Volk schuldig.

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  • marc am 08.05.2016 11:47 Report Diesen Beitrag melden

    schweizer mentalität in sachen it secu..

    klasse gemacht.... bei den sicherheitsvorkehrungen der schweizer unternehmen allgemein scheint es wohl so zu sein das alles wichtige in einem tresor verstaut wird und der schlüssel dazu direkt neben dem tresor an der wand hängt.. ist bei meinem arbeitgeber nicht anders, darauf aufmerksam gemacht, gibt es immer ausreden... geizig sein bis es zu spät ist wird immer mehr schweizer mentalität...

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  • Realist am 08.05.2016 11:47 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts Neues, man weiss dass Daten beim

    Bund nicht genügend gesichert sind. Man benötigt auch kein vertieftes Wissen um die Daten zu klauen. Aber vermutlich ist es auch das Ziel des Bundes die Daten den Kriminellen zu überlassen und Attentate zu erleichtern. Ansonsten würde man kaum biometrische Daten der Bürger zentral mit allen weiteren Merkmalen eines Einzelnen speichern. Damit ist Tür und Tor für jeden klein Kriminellen geöffnet...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ängstlicher Eidgenosse am 09.05.2016 15:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Superkrieger

    Oh nein, jetzt kennen sie unsere 40 überkrieger. Wir sind nun völlig schutzlos bei einem Angriff.

  • Unnutz am 09.05.2016 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    Kann ich nicht mehr ernst nehmen

    mir kommt das vor, wie wenn die Sicherheitsbeauftragten der Schweizer Armee ein 7Jahre altes Kind im Web ohne Virusschutz surfen lässt. Aber am liebsten jedem Steuerzahler eine Chip in inplantieren lassen.

    • Armin am 09.05.2016 13:57 Report Diesen Beitrag melden

      Politiker treten Grundgesetzte mit Füsse

      Stört es eigentlich keiner, dass wir eine geheime Elitetruppe für riskante Auslandeinsätze haben. Was ist mit unserer Neutralität?

    • pentix am 09.05.2016 16:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Armin

      Es ist bekannt dass diese Truppe existiert. Nur nicht wie genau. Im Gegensatz zu ausländischen Einheiten brüsten sich unsere Soldaten nicht mit Fotos und Bücher im Internet. Die Aufgaben sind dieselben: Geiselrückführungen, Terrorabwehr und es war lange ein Antipiraterieeinsatz geplant.

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  • Frosties am 09.05.2016 09:09 Report Diesen Beitrag melden

    Ohje......

    Die Schweiz lernt es nie! Weshalb sind vertrauliche Daten auf einem Server zu finden, der mit dem Internet verbunden ist? So was gehört auf einen vom Internet getrennten Intranetserver. Und weshalb hat Ruag eine Namensliste von AAD 10 Leuten?

  • Toni K. am 09.05.2016 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    Aufwachen

    Dr. Danielle Ganser hat Vorträge im Internet über Nato und Geheimarmee. Die Russen zeigen uns nur ,dass wir die sind die Angelogen werden . Die Neutrale Schweiz braucht bestimmt keine Auslandtruppen.

  • Draconier am 09.05.2016 07:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hacker? Nein!

    Wieder nennt man solche Gruppen "Hacker" obwohl sie ganzbeindeutig "Cracker" sind und verunglimpft einen Ethnisch einwandfreien Berufsstand zum Verbrecher.

    • MMeier am 09.05.2016 08:59 Report Diesen Beitrag melden

      @Draconier

      Leider kennen viele den Unterschied wohl nicht.

    • pentix am 09.05.2016 16:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Draconier

      Die Sprache wandelt sich. Wir sind nunmal keine Hacker mehr sondern einfach "Sicherheitsspezialisten"

    • Tom R. am 09.05.2016 19:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Draconier

      Und dass die Hacker oder auch Cracker eine eigene Ethnie bilden, wie Sie richtigerweise schreiben, wissen auch die wenigsten. Alles Ignoranten, ohne Ahnung vom Militär. Bildung ist eben nicht jedem gegeben.

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