Therwil BL

18. Mai 2017 20:41; Akt: 19.05.2017 07:05 Print

Handschlagverweigerer setzen sich durch

Die Eltern der beiden muslimischen Schüler aus Therwil BL waren mit den verordneten Disziplinarmassnahmen nicht einverstanden. Die Beschwerde wurde nun gutgeheissen.

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In der sogenannten Handschlag-Affäre hat die Baselbieter Regierung die Beschwerde einer muslimischen Familie teilweise gutgeheissen. Die Disziplinarmassnahme gegen einen Schüler wurde wegen eines Formfehlers aufgehoben. An der Handschlagpflicht für Schüler hält die Regierung aber fest.

Weil sich zwei muslimische Burschen an der Sekundarschule Therwil geweigert hatten, einer Lehrerin die Hand zu geben, musste sich die Baselbieter Regierung mit einer Beschwerde der Familie befassen. In einem am Donnerstag publizierten Regierungsentscheid heisst es, beim Handschlag handle es sich «um eine in der hiesigen Gesellschaft übliche Geste» zur Begrüssung und Verabschiedung.

Die Religionsfreiheit werde «durch das Einfordern des Handschlags durch eine Person des anderen Geschlechts zwar tangiert», mit dem Bildungsgesetz des Kantons bestehe jedoch eine gesetzliche Grundlage für die Einforderung des Handschlags, heisst es weiter. Deshalb könne der Handschlag im Kanton Baselland von allen Lehrpersonen eingefordert werden.

Handschlag nicht eingefordert

Weil einer der muslimischen Schüler auch nach Inkrafttreten der Handschlagpflicht den Handschlag verweigert haben soll, veranlasste die Sekundarschule Therwil Disziplinarmassnahmen. Der Schüler sollte zehn Stunden Arbeit in einer sozialen Institution leisten und mehrmals die Schulsozialarbeit besuchen.

Dagegen wehrten sich die Eltern. Sie begründeten dies damit, dass die Schule keine konkrete Situation nennen konnte, in der der Schüler die Handschlagpflicht verweigert habe. Die Regierung bestätigt dies. Der Regierung sei bekannt, dass eine weibliche Lehrperson des Schülers den Handschlag nicht eingefordert habe. In diesem Punkt wurde die Beschwerde der Eltern gutgeheissen.

Die Eltern müssen Verfahrenskosten von 200 Franken bezahlen. Für das Beschwerdeverfahren vor dem Regierungsrat erhalten sie dagegen eine Entschädigung von 2000 Franken. Der Entscheid ist noch nicht rechtskräftig, weil dagegen beim Kantonsgericht Beschwerde erhoben werden kann.

Der Fall der beiden muslimischen Schüler, die einer Lehrerin den Handschlag verweigert hatten, sorgte im letzten Jahr landesweit für Schlagzeilen. Sogar Bundesrätin Simonetta Sommaruga bezeichnete die Verweigerung des Handschlags als inakzeptabel.

(amu/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Enis am 18.05.2017 20:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich....

    Unglaublich !! Jetzt macht diese Händverweigerer-Familie auch noch Gewinn auf Staatskosten !!!

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  • Schweizerin am 18.05.2017 20:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    adieu Schweiz

    Und jetzt kriegen sie sogar noch Geld. Für mich ist die Schweiz so gut wie gestorben. Unsere Gesetze funktionieren mit dieser Kultur nicht.

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  • Snooker am 18.05.2017 20:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehr härte gegen Verstöße

    Man hat sich in der Schweiz anzupassen. Religion hin oder her. Wer das nicht kann ist ein purer Egoist ohne Respek für die Schweiz. Regeln und Gesetze sind da um eingehalten zu werden. Müssen wir Schweizer auch.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Melina am 19.05.2017 17:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wer schliesst sich meiner Religion an?

    Hab gerade festgestellt das Steuern zahlen in meiner jetzt neu gegründeten Religion verboten ist Man bin ich froh das es die Religionsfreiheit gibt jetzt muss ich solche Skandale nicht mehr unterstützen mit meinen Steuern

  • Demokrat am 19.05.2017 15:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    immer mehr Gesetze.

    das Problem ist das wir einfach zu fest übereguliert sind deswegen bleibt das menschliche immer mehr auf der Strecke.

  • Triathlet am 19.05.2017 15:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hier zu Gast....

    Also passt euch gefälligst an! Als ich im 2016 in einem muslimischen Land an einer Weiterbildung war, musste ich mich auch anpassen ( Kleidervorschriften, kein Alkohol) .... Für mich wars logisch, dennoch hätte ich nicht mal im Traum gewagt, deren "Regeln" zu missachten: ich habe übrigens nirgendwo eine Beschwerdeinstanz für "Gleichberechtigung" gesehen!!!

  • Schweizer. am 19.05.2017 15:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So weit sind wir jetzt !

    Und denen Sozialhilfe geben !

  • Sandra am 19.05.2017 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    Unsere Kultur

    Wer unsere Kultur nicht achtet oder mit ihr leben kann, der muss in seine Heimat zurückkehren.