Neue Studie

10. Mai 2015 18:39; Akt: 10.05.2015 18:39 Print

Handystrahlung verändert Organismus von Kühen

Eine Zürcher Studie zeigt: Handystrahlung wirkt sich auf die Blutwerte von Kühen aus. Auch für den Menschen könnte der Elektrosmog prinzipiell gefährlich werden.

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Mittlerweile ist das Mobilfunktnetz unverzichtbar geworden. Doch immer wieder entbrennen Diskussionen über die Folgen der elektromagnetischen Felder der Antennen. Michael Hässig, Veterinärmediziner am Tierspital der Universität Zürich, hat jetzt in einer Studie herausgefunden, dass sich die Handystrahlung auf den Organismus von Kühen auswirkt.

Der Forscher setzte zehn Kühe über längere Zeit dem Strahlungen aus, schreibt die Schweiz am Sonntag. Die Stärke der elektromagnetischen Felder entsprach jener, die in der Nähe von Handymasten üblich ist. Bei mehreren Blutuntersuchungen zeigte sich, dass sich die Aktivität der Enzyme, die den pH-Wert regeln, um 10 Prozent des Normalbereichs verändert hat. Dieser pH-Wert im Normalbereich ist für die Stoffwechselvorgänge wichtig.

Mensch dank Mobilität weniger stark gefährdet

Ob der Elektrosmog Krankheiten auslösen oder Einfluss auf die Milchproduktion hat, steht noch nicht fest. Jedoch fand Hässig heraus, dass sich die Magnetfelder auf ungeborene Tiere auswirken. «Wenn nahe beim Stall einer trächtigen Kuh eine Handyantenne steht, ist das Risiko signifikant erhöht, dass das Kalb an grauem Star erkrankt», sagt der Veterinärmediziner zur Zeitung. Von 253 untersuchten Tieren seien 79 an leichtem grauen Star erkrankt, 9 Kälber hatten schweren grauen Star.

Es stellt sich deshalb die Frage, ob die Strahlungen auch den menschlichen Organismus gefährden können. «Prinzipiell ja», sagt Hässig zur «Schweiz am Sonntag». Allerdings seien Nutztiere ortsgebundener als Heimtiere oder Menschen, die den Strahlungen eher ausweichen können.

Bund und Anbieter wollen Grenzwerte erhöhen

Studien zeigten bereits, dass elektromagnetische Felder den menschlichen Organismus beeinträchtigen. So wurden etwa Veränderungen der Hirnströme oder verminderte Spermienqualität registriert. Langzeitstudien fehlen allerdings hierzu.

Da die Folgen der neuen Technologien noch nicht ausgiebig erforscht werden konnten, rät Hässig dazu, die Grenzwerte nicht zu erhöhen. Gerade das hat der Bundesrat im Februar zusammen mit anderen Möglichkeiten vorgeschlagen, um die Mobilfunknetze für die Zukunft zu rüsten. In der Schweiz sind die Grenzwerte rund zehnmal tiefer als in Deutschland oder Österreich. Bereits eine Verdoppelung würde die Netzkapazität etwa vervierfachen.

Die Swisscom sieht hier Potential. «Würden die sehr strengen Anlagegrenzwerte gelockert, müssten weniger zusätzliche Antennen erstellt werden, um die Mobilfunknetze kunden- und wirtschaftsgerecht auszubauen», sagt Sprecher Olaf Schulze zur Zeitung. Auf wie viele Anlagen dadurch verzichtet werden könnte, kann er jedoch nicht sagen.

(vro)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anton Lebdowicz am 10.05.2015 18:57 Report Diesen Beitrag melden

    Unangenehm

    Die sind aber früh mit ihrer Erkenntnisse.Das ist schon lange bekannt,aber eben.Unliebsachen werden solange wie möglich unter dem Tisch gehalten.

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  • Markus Kuster am 10.05.2015 18:50 Report Diesen Beitrag melden

    Wir brauchen mehr Mobilfunkmasten

    Durch mehr Masten sinkt die Strahlenbelastung erheblich. Das Problem ist das eigene Handy das direkt am Ohr gehalten wird. Je weiter die Antenne weg ist, desto stärker muss das Handy senden. Da die Handies so nahe am Menschen ist, ist dessen Strahlenleistung um mehrere Dimensionen höher als die einer Antenne. Durch eine gute Netzabdeckung müssen unsere Handies wesentlich weniger stark senden.

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  • Ein Forscher am 10.05.2015 18:58 Report Diesen Beitrag melden

    Setup?

    Interessantes Studiendesign mit einer Stichprobengrösse von 10. Wenn Veterinärmediziner sich in Statistik üben, ist offenbar Vorsicht geboten...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • D.N. am 11.05.2015 21:12 Report Diesen Beitrag melden

    Achtung fertig los!

    Kann mir nicht vorstellen, dass Handystrahlung etwas negatives bei Kühen bewirkt haben soll. Habe aber seit geraumer Zeit bemerkt, dass es bei Politikern angefangen hat sehr negativ zu wirken. Habt ihr da auch eine Studie gemacht?

  • Kabelgebunden...... am 11.05.2015 19:50 Report Diesen Beitrag melden

    Der Schwindel mit den Grenzwerten

    In der Presse wird immer wieder von den sehr strengen Schweizer Grenzwerten berichtet. Dies ist eine Falschmeldung: Im Ausland sind die Grenzwerte für Outdoor festgesetzt und leicht höher als bei uns . In der Schweiz wird Indoor gemessen- der Grenzwert liegt bei 6V/m- die Differenz zu unseren sog. strengeren Werten ergibt sich durch den Verlust bei den Gebäudehüllen. Wir haben also im Endeffekt die gleichen Werte wie im Ausland- sie sind jetzt schon zu hoch und dürfen keinesfalls erhöht werden. In St. Gallen gibt es ein Pilotprojekt, das für die Problematik eine Lösung bietet.

  • Mikrowellenterror am 11.05.2015 16:11 Report Diesen Beitrag melden

    Radio TV gegen Hochfrequenz

    Man sollte nicht Radio/TV oder Funkwecker Frequenzen mit den Hochfrequenzen von Handy und WLAN vergleichen. Schon gar nicht mit den pulsfrequenzen von DECT Telefonen. 1800MHz des Handys, das sind nur 1000MHz weniger als eine Mikrowelle mit 2.7GHz. Und wenn jemand sagt das ein Handyturm nur einen Sendeleistung von 20Watt hat aber trotzdem ein paar tausen Watt verbraucht, da stimmt doch was nicht.

  • Verseuchter am 11.05.2015 13:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Gier wird auch hier gewinnen

    ist doch Wurst, ob Menschen und Tiere gibt, die wegen den Strahlen gestresst, depressiv und krank werden. Die Mehrheit klebt fast ohne Unterbuch am Handy und will immer schneller surfen und up- und downloaden. Internet und deren Möglichkeiten sind auch für die wirtschaftliche Zukunft der CH enorm wichtig. Wir können diese Entwicklung überhaupt nicht bremsen. Unsere Luft wird mit Sicherheit zunehmend noch mehr mit Strahlen verseucht. Die Gier wird gewinnen.

  • huwi am 11.05.2015 13:16 Report Diesen Beitrag melden

    Liegt an den Handybauern

    Auch aus der Funkbranche weiss ich, dass beide Senderseiten gleich start sein müss(t)en. Also 1/2 Watt, wie das Handy sendet. ABER: Je besser der Empfänger gebaut ist, umso mehr Strom zieht er. Bei einem Autofunk sind das gerne 200-300 mA. Ein Händyakku wäre also in 1 Stunde am Boden. FAZIT: Man baut nur grottenschlechte Empfänger ins Handy, damit die Akkulaufzeit möglichst lange ist. Das hat dann zur Folge, dass die Masten mit über 3000 Watt senden müssen, bis die "schwerhörigen" Handys überhaubt etwas "hören"..!