Hotspot Zürich

21. April 2018 11:35; Akt: 21.04.2018 12:50 Print

130 Menschen steckten sich mit Hasenpest an

Die Zahl der Personen, die an Tularämie erkrankten, hat sich 2017 verdoppelt. «Vor allem bei Zürich liegt ein Hotspot mit erhöhtem Ansteckungsrisiko», so ein Experte.

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Der Fall sorgte für Aufsehen: Eine 41-jährige Frau aus dem Kanton Aargau war im März letzten Jahres am helllichten Tag beim Joggen von einem Mäusebussard angegriffen und mit der Hasenpest infiziert worden.

Zwar ist der Ansteckung über Greifvögel mit der Krankheit, die bei Menschen unbehandelt tödlich verlaufen kann, selten. Weit häufiger ist die Übertragung über Nagetiere oder Zecken. Wie der «Tages-Anzeiger» schreibt, hat sich generell die Zahl der Fälle in der Schweiz im letzten Jahr auf 130 Betroffene verdoppelt. 2016 waren es noch 56.

Zürich ist Hasenpest-Hotspot

Eine Risikokarte des Nationalen Referenzzentrums für Hasenpest am Labor Spiez zeigt, wo die Gefahr für eine Ansteckung am grössten ist. «Vor allem bei Zürich befindet sich ein Hotspot mit erhöhtem Ansteckungsrisiko», sagt der stellvertretende Leiter des Zentrums, Matthias Wittwer. Betroffen ist vor allem der Osten des Kantons. Hier liegt das Risiko rund doppelt so hoch wie der Schweizer Durchschnitt, der 2017 bei 1,6 Fällen pro 100 000 Einwohner lag. Im Vergleich zu anderen Infektionskrankheiten ist die Ansteckungsgefahr allerdings dennoch eher gering.

Eine Erklärung für das höhere Hasenpest-Risiko im Kanton Zürich: Die im Vergleich mit anderen Regionen feuchteren Böden fördern die Verbreitung von Zecken. Zudem fehlt es in den urbanen Gebieten an Grosswild, das die Zecken bevorzugt befallen, erklärt Wittwer. In der Folge weichen die Zecken auf Nagetiere aus, bei denen sie sich mit der Hasenpest infizieren.

Zecken sind wichtigste Ansteckungsquelle

Bei einer Infektion mit der Hasenpest treten nach einigen Tagen Fieber, Entzündungen und Lymphknotenschwellungen auf. Mit Antibiotika lässt sich die Krankheit problemlos behandeln. Die Ansteckung kann über infizierte Tiere erfolgen. Laut einer Schweizer Studie sind Zecken die wichtigste Ansteckungsquelle. In Skandinavien geht man auch davon aus, dass Insektenstiche zu einer Infektion führen können. Übertragungen von Mensch zu Mensch sind keine bekannt.

(pam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • DonPablo am 21.04.2018 11:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Antibiotika Resistenz

    Mit Antibiotika lässt sich die Krankheit problemlos behandeln. Mal sehen wie lange Antibiotika noch wirkt. Wir vergiften unsere Umwelt und damit unsere eigenen Nahrungsmittel. Wenn wir so weitermachen wird unsere nächste Generation keine funktionierenden Antibiotika mehr haben. Dann werden die Leute wieder an kleinsten Entzündungen sterben wie im Mittelalter. Ich bin immer wieder überrascht ab der Sorglosigkeit der Menschen bei diesem Thema.

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  • Mizu am 21.04.2018 11:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kokosöl gegen Zecken

    Natürliches Kokosöl ist sehr nützlich um sich Zecken vernzuhalten. Auch die Hunde kann man mit ein wenig Öl einstreichen, so ist das Zeckenproblem im nu gelöst.

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  • Plato am 21.04.2018 13:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zecken 1x1

    Immer weniger natürliche Feinde der zecken sind der Hauptgrund für die weite Verbreitung und Zunahme der Anzahl der Zecken.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ursi am 22.04.2018 09:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Natürliche Ausrottung

    Gegen Mückenplagen hat man doch auch schon gespritzt....weshalb gibt es noch kein Mittel gegen die Zecken, die die anderen Insekten schützt? Oder einen natürlichen Feind, den man einsetzen könnte?

  • Pascal am 22.04.2018 08:31 Report Diesen Beitrag melden

    Lieber mal Gehirnjogging

    Die Jogger sollten nicht im Wald oder Park joggen, wenn die Vögel Junge im Nest haben. Das sollte doch jetzt eigentlich mal bekannt sein. Für Vögel sieht das nach Flucht aus. Erwachsene Tiere rennen nur wenn sie flüchten, nur der Mensch rennt freiwillig durch die Natur.

  • Müsli am 21.04.2018 23:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gegen Zecken

    Eine Art Zeckenfalle gäbe es schon lange, aber man will nicht in die Natur eingreifen. Hier wäre ich dafür...

  • Herrcool.es am 21.04.2018 21:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hasenpest, Zeckenbefall

    sind das auch Auswirkungen der intensiven (chemischen) Landwirtschaft?

    • Nationless am 21.04.2018 22:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Herrcool.es

      Immer alles Monsanto Schuld zu geben ist etwas billig. Schuld ist auch die Zersiedelung mit flächendeckender Betonierung der Landschaft. Und hiermit triffts auch die seit Jahrzehnten Linksgrün dominierte Stadt Zürich welche sich gegen eine Verdichtung stemmt auch eine Mitschuld. Das könnte man auch sagen.

    • chzer am 22.04.2018 08:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Herrcool.es

      Wir haben ums Haus Vogelnistkästen aufgehängt .Die Flugtruppe findet fast alle Zecken.

    • Herrcool.es am 22.04.2018 15:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nationless

      Ich gebe ja auch Syngenta Schuld - grins

    • Herrcool.es am 22.04.2018 15:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @chzer

      Clervere Kerlchen! Raben fressen keine Zecken - grins

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  • Rudi am 21.04.2018 20:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wow Mäusebusarde in Zürich

    ich wusste nicht das sich Mäusebussarde vermehrt in Zürich aufhalten und dann auf jogger los gehen???? Es sind ja so zahme Tiere