Flüchtiger Häftling

10. Februar 2016 10:15; Akt: 10.02.2016 12:05 Print

Hassan Kiko ist ein notorischer Sex-Täter

Der mit Hilfe einer Aufseherin entflohene Syrer Hassan Kiko (27) ist ein Wiederholungstäter. Bereits mit 23 hatte er sich an einer 19-jährigen Schweizerin vergangen.

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Die Verurteilung von Hassan Kiko vor dem Bezirksgericht Dietikon im Dezember 2015 wegen Vergewaltigung war nicht seine erste. Bereits im Mai 2014 war der syrische Coiffeur in Münchwilen TG wegen Sexualdelikten vor Gericht gestanden, wie damals die «Thurgauer Zeitung» berichtete. Es ging um versuchte Vergewaltigung und sexuelle Nötigung. Begangen hatte Kiko die Tat im Jahr 2012.

Der damals 23-Jährige hatte einer 19-jährigen Schweizerin versprochen, ihr in seinem Zimmer in der Asylbewerberunterkunft in Eschlikon TG die Haare zu schneiden. Er hatte dies schon für zahlreiche Personen aus dem Umfeld der jungen Frau getan. Die 19-Jährige kannte Kiko denn auch schon flüchtig, bevor sie zu ihm aufs Zimmer ging.

Kiko bestritt alle Vorwürfe

Doch als sie dort war, begann Hassan Kiko sie laut Anklage zu massieren und zu küssen. Auf die Gegenwehr der 19-Jährigen reagierte er mit Drohungen. Schliesslich hielt er ihr einen spitzen Gegenstand aus seinem Coiffeur-Etui an den Hals. Damit machte er sie gefügig, zwang sie zu Oralsex und begrapschte sie.

Vor Gericht stritt Kiko alles ab – wie im späteren Fall auch. Die Staatsanwältin bezeichnete die Aussagen des 19-jährigen Opfers aber als «glaubhaft und widerspruchsfrei». Ausserdem bewiesen DNA-Spuren seine Tat.

Frau auch in Zürich sexuell genötigt

Die Staatsanwältin hatte aber weitere sehr stichhaltige Beweise für Kikos Schuld. Der syrische Flüchtling hatte zwei Wochen vor der Verhandlung in Münchwilen eine Frau in Zürich auf sehr ähnliche Weise sexuell genötigt. Die Staatsanwältin sprach von einer «unglaublich grossen Unverfrorenheit».

Eine bedingte Strafe kam darum für die Staatsanwältin nicht in Frage. Sie forderte eine Freiheitsstrafe von 3,5 Jahren. Das Bezirksgericht Münchwilen folgte diesem Antrag und verurteilte den Angeklagten im Juni 2014 zu 3,5 Jahren unbedingt. Mittlerweile ist er deswegen rechtskräftig verurteilt.

Wenige Monate später nächstes Delikt

Klar ist aber: Es hielt den Syrer nicht vor weiteren Übergriffen ab. Bereits im November 2014 beging er in Schlieren ZH seine nächste Tat, die er ebenfalls abstreitet: Laut Anklage vergewaltigte er ein Mädchen, das am nächsten Tag 16 Jahre alt wurde. Dies ist wohl auch der Grund, wieso der Wiederholungstäter trotz hängigen Urteilen im März 2015 verhaftet wurde und sich seither in Sicherheitshaft befand.

In der Nacht auf Dienstag gelang Kiko die Flucht: Aufseherin Angela Magdici (32) befreite ihn aus seiner Zelle im Gefängnis Limmattal in Dietikon ZH. Die beiden sollen sich ins Ausland abgesetzt haben.

(ann)