Jugendstrafrecht

14. September 2009 08:26; Akt: 14.09.2009 10:03 Print

Heimleiter warnen vor Verwahrung

Die Deutschschweizer Jugendheimleiter haben sich gegen die Verwahrung von jugendlichen Straftätern ausgesprochen. Der junge Straftäter befände sich auf dem Weg zum Erwachsenenalter noch in einem Reifeprozess.

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Das neue Jugendstrafrecht habe sich bewährt und müsse nur in einzelnen Punkten angepasst werden, teilte die Konferenz der JugendheimleiterInnen der deutschsprachigen Schweiz (JHL) am Montag mit. Wer heute aufgrund von wenigen Einzelfällen die Verwahrung von jugendlichen Straftätern fordere, verkenne den entwicklungspsychologischen Umstand, dass sich Jugendliche auf dem Weg zum Erwachsenenalter in einem Reifeprozess befänden. Es sei Aufgabe der Gesellschaft und damit auch des Jugendstrafrechts, diesen Reifeprozess durch geeignete Massnahmen zu begleiten.

Die JHL erinnerte daran, dass jugendliche Täter vom zehnten bis zum 22. Altersjahr, also für bis zu zwölf Jahre, auch stationär untergebracht werden können. Für die wenigen Einzelfälle, in denen die Gesellschaft vor jugendlichen Intensivtätern nicht mit pädagogischen und therapeutischen Mitteln geschützt werden könne, seien gesetzliche Sicherungsmassnahmen ohne das Mittel der Verwahrung zu schaffen. Die Jugendheimleiter schlagen aber vor, dass beim vorzeitigen Abbruch der Schutzmassnahme die im Heim verbrachte Zeit nicht mehr an den verhängten Freiheitsentzug angerechnet wird.

(ap)