Tradition

31. August 2016 13:36; Akt: 31.08.2016 14:32 Print

Heiraten ist bald ohne Trauzeugen möglich

Brautpaaren steht künftig wohl offen, ob sie die Tradition von Trauzeugen leben wollen. Weiter soll die Wartezeit zwischen Vorbereitungsverfahren und Hochzeit gekippt werden.

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Wer heiratet, soll künftig keine Trauzeugen mehr benötigen. Nach dem Nationalrat hat sich auch die Rechtskommission des Ständerates für eine Änderung ausgesprochen. Auch die Wartezeit von zehn Tagen zwischen Vorbereitungsverfahren und Trauung soll abgeschafft werden.

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Insgesamt 2789 Teilnehmer

Die Kommission hat einer Motion des früheren Nationalrats und heutigen Ständerates Andrea Caroni (FDP, AR) zugestimmt, wie die Parlamentsdienste am Mittwoch mitteilten.

Freiwillige Tradition

Dem Brautpaar stehe es offen, sich durch Trauzeugen begleiten zu lassen, hält die Kommission fest. Die Tradition der Trauzeugen könne auf freiwilliger Basis weitergelebt werden. Für ein Erfordernis sehe sie aber keine stichhaltigen Argumente.

Das gilt auch für die Wartefrist von zehn Tagen. Diese finde ihre Begründung im historischen Verkündungsverfahren, das es heute nicht mehr gebe, schreibt die Kommission. Künftig sollen Paare deshalb unmittelbar nach dem Vorbereitungsverfahren heiraten können.

(kko/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • B. M. am 31.08.2016 14:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Testament

    Dann müsste endlich ein Testament beim Notar auch ohne Zeugen möglich werden.

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  • verlobt am 31.08.2016 14:49 Report Diesen Beitrag melden

    Qual der Wahl.

    Ich will doch einfach nur heiraten und nicht hin und her überlegen wer nun mein Trauzeuge sein soll, bei drei Schwestern und zwei besten Freundinnen wird irgendeine sicher etwas beleidigt sein, wenn man eine andere wählt.

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  • Swirdimmerbesser am 31.08.2016 14:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fragwürdige Entwicklung

    Ja, macht doch alles immer unverbindlicher, unpersönlicher. Den Beschluss finde ich nicht gut. Trauzeugen haben die schöne Aufgabe, den Eheschluss zu bekräftigen, hinter dem Paar zu stehen und allenfalls für Hilfe dazusein in Krisenzeiten. Fällt das Verkündigungsverfahren weg, so auch die mögliche Einsprache z. B. bei Verdacht auf Scheinehe etc. verstehe nicht, dass der bürgerliche NR das absegnete. SR schon, da links.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Judith am 03.09.2016 03:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aus lLangeweile was ändern

    ... Weil in Deutschland ist es auch so.... Wir richten uns immer nach Deutschland. Alles was bei uns noch anders ist , wird schnell an Deutschland angepasst... Unser Vorbild anscheinend.. Ich finde es sinnlos jetzt alles was nicht nötig ist zu ändern. Die 10 Tage haben doch niemanden gestört. Wieso ständig was ändern was kein Problem war ? Damit man was verändert hat ? Hä?

  • Ozzly am 01.09.2016 19:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bin froh ist das geklärt!

    Waaahnsinnnn mit welch gravierenden und existenziellen Problemen sich National- und Ständerat beschäftigen! Ist ihnen wohl irgendwie langweilig?

    • Narnia am 02.09.2016 12:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ozzly

      Gebe ich dir recht...Da muss man nicht denken, sonder ja oder nein nicken, keine Verantwortung übernehmen, für etwas Einstehen.. Nein, Füsse auf den Tisch, das Einkommen für die Anwesenheit ist garantiert. Das Volk? Was ist das& wer interessiert's...Mir wird speiübel!

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  • René am 01.09.2016 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    wozu noch heiraten?

    Steuertechnisch ist es besser nicht zu heiraten und man(n) läuft auch weniger Gefahrt, bis aufs letzte Hemd abgezogen zu werden durch eine Scheidung. Selbst wenn Kinder geplant sind (oder ungeplant bereits da sind), muss nicht geheiratet werden, in der heutigen Rechtslage sind auch uneheliche Kinder gut abgesichert. Die Ehe ist eine alte Tradition die mehr und mehr an Bedeutung verliert, eigentlich schade.

    • Wissender am 01.09.2016 18:12 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht nur steuertechnisch...

      Auch bei Arbeitslosigkeit und Aussteuerung werden Konkubinatspaare durch den Sozialstaat auf einem viel höher hängenden Auffangnetz abgesichert als Verheiratete.

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  • Nino am 01.09.2016 10:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Suuuper

    Ja klar werfen wir doch alle unsere Sitten und Bräuche über Bord und integrieren uns ein, im eigenen Land. Es geht hier rapide Bergab, doch bekommen es die wenigsten aktiv mit, weil alles so rasant und schnell geht. Wir schaffen uns selber ab.

    • Andy Maeder am 01.09.2016 11:23 Report Diesen Beitrag melden

      @Nino

      Wenn man heiraten will, kommen plötzlich allerlei Verwandte und Bekannte, die einem erklären, wie man es "richtig" machen müsse, weil es so Tradition sei. Am besten sind die, die ihre zweite Scheidung gerade beim Anwalt haben, aber immer noch grossspurig erklären, wenn man es nur genau so mache wie sie, werde alles gut. Besser ist es, wenn das Brautpaar die Hochzeit nach eigenen Wünschen gestaltet.

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  • Pete G. am 01.09.2016 10:11 Report Diesen Beitrag melden

    Eingetragene Partnerschaft geht ohne

    Bei einer eingetragenen Partnerschaft sind auch keine Trauzeugen Pflicht - aber können freiwillig gebracht werden und auch unterschreiben, wenn das Paar dies will. Ist doch eine gute Lösung, darf doch jedes Paar selber entscheiden, wie es heiraten möchte.