6 Zukunftsszenarien

22. August 2017 21:53; Akt: 22.08.2017 21:53 Print

Herrchen kocht mit VR-Brille, Roboter geht Gassi

In welchen Bereichen vereinfacht die Digitalisierung unser Leben? Sechs Beispiele, die laut Forschern keine Science-Fiction mehr sind.

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In einer neuen Studie stellte Economiesuisse Szenarien für die digitale Zukunft vor. So sollen etwa intelligente Systeme die Touristen leiten, indem sie deren Bewegunsmuster auswerten. Welche weiteren Bereiche dabei sind, sehen Sie in der Bildstrecke. Und das Einkaufen könnte «massiv aufgewertet werden, etwa durch intelligente Systeme, die den Konsumenten Produkte, die zu ihrem Lebensstil passen, vorschlagen. «Dabei geht es nicht nur um das Verständnis, was für uns gut ist, sondern um die Frage, wie wir aus der immer grösseren Menge von Einkaufsoptionen die richtigen Produkte finden», heisst es in der Studie. Auch die Bergbauern könnten profitieren. «Roboter und andere automatisierte Arbeitsmaschinen übernehmen anstrengende Tätigkeiten. Sensoren und Wetterüberwachungssoftware helfen, den ganzen Anbau- und Ernteprozess zu optimieren.» Welche weiteren Bereiche dabei sind, sehen Sie in der Bildstrecke. «Augmented-Reality-Anwendungen liefern mit einer neuen Art von Haushaltsgeräten Abhilfe, indem Anweisungen direkt auf das Display einer Brille oder Linse projiziert werden.» So könne laut den Studienautoren jeder Küchenlaie ein 5-Gang-Menü zaubern. Die Haushaltsarbeit wurde zwar in der Vergangenheit durch Wasch- oder Geschirrspülmaschine reduziert. Dies wird sich laut den Studienautoren fortsetzen: «Feinmotorisch begabte Roboter decken den Tisch, räumen ab, reinigen das dreckige Geschirr – oder führen den Hund aus.» Bremst die Digitalisierung die steigenden Gesundheitskosten? Das wäre mit massgeschneiderter Medizin möglich. Denkbar sind laut der Studie etwa Prothesen aus dem 3-D-Drucker.

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Wie wird die Digitalisierung unser Leben verändern? Diese Frage möchte der Wirtschaftsverband Economiesuisse beantworten und hat dazu eine Studie beim Schweizer Think-Tank Wire in Auftrag gegeben. Die Szenarien beruhten auf bestehenden, aber auch neuen Ideen, die «aber allesamt keine Science-Fiction» mehr und für die «Schlüsselsektoren der Schweiz relevant» seien.

20 Minuten stellt die spannendsten Szenarien vor:

Tourismus: Digitale Wanderschilder
Durch die Digitalisierung erhalten die Tourismusregionen neue Möglichkeiten: «Wanderer, die sich mittels einem intelligenten Leitsystem führen lassen, können berüchtigte Hotspots umgehen und erhalten persönliche Empfehlungen für alternative Rou-
ten», so die Studienautoren. Dazu werden Bewegungsmuster der Wanderer ausgewertet und mit Wetterdaten oder Social-Media-Präferenzen verknüpft. «Zieht ein lokales Gewitter auf, werden alternative Routen vorgeschlagen.»

Detailhandel: Personalisiertes Einkaufen
Laut Economiesuisse möchte der Kunde auch in der digitalen Zukunft die Lebensmittel, die er einkauft, vor sich sehen. Das Einkaufserlebnis könne aber «massiv aufgewertet werden», etwa durch intelligente Systeme, die den Konsumenten Produkte, die zu ihrem Lebensstil passen, vorschlagen. Eine Datenbrille ist mit Sensoren verknüpft, die etwa auf Allergien hinweisen. Oder Kameras erkennen Produkte automatisch und zeigen weitere Informationen an. «Dabei geht es nicht nur um das Verständnis, was für uns gut ist, sondern um die Frage, wie wir aus der immer grösseren Menge von Einkaufsoptionen die richtigen Produkte finden», heisst es in der Studie.

Landwirtschaft: Roboter für Bergbauern
Neue Technologien sollen die Landwirtschaft in den Bergregionen wieder rentabel machen: «Roboter und andere automatisierte Arbeitsmaschinen übernehmen anstrengende Tätigkeiten. Sensoren und Wetterüberwachungssoftware helfen, den ganzen Anbau- und Ernteprozess zu optimieren», so die Studienautoren. Mit der höheren Leistungsfähigkeit der Mechatronik werde der Einsatz von Robotern unter schwierigsten Bedingungen möglich – «auch dort, wo sie mit Menschen, Tieren oder der ungezähmten Natur in Kontakt kommen».

Esskultur: Kochen mit der Datenbrille
Was bietet der fast leere Kühlschrank an Verpflegungsmöglichkeiten? Und wie werden Tomaten geschält? Auch bei diesen Alltagsfragen wird uns laut Economiesuisse in Zukunft die Digitalisierung helfen. «Augmented-Reality-Anwendungen liefern dazu mit einer neuen Art von Haushaltsgeräten Abhilfe, indem Anweisungen direkt auf das Display einer Brille oder Linse projiziert werden.» Mit einem kurzen Download kann auch der Kochlaie ein 5-Gang-Menü herzaubern.

Verlernen wir so grundsätzliche Fähigkeiten? Nein, sagen die Experten: «Damit können wir nicht nur temporär Aufgaben lösen, zu denen wir nicht fähig sind, es entstehen neue Möglichkeiten, handwerkliche Kompetenzen zu lernen und sich neue Fähigkeiten anzueignen.»

Haushalt: Wenn der Roboter die Hunde ausführt
Die Hausarbeit wurde in der Vergangenheit bereits durch Wasch- oder Geschirrspülmaschine reduziert. Dieser Trend wird sich laut den Studienautoren fortsetzen: «Feinmotorisch begabte Roboter decken den Tisch, räumen ab, reinigen das dreckige Geschirr und versorgen es im Schrank. Kleinste Putzroboter halten die Wohnung permanent staubfrei, nehmen feucht auf und reinigen das Bad.» Zudem könnten Roboter die Haustiere füttern und ausführen.

Massgeschneiderte Medizin: Prothesen aus dem Drucker
Bremst die Digitalisierung die steigenden Gesundheitskosten? Das wäre mit massgeschneiderter Medizin möglich. Denkbar sind laut der Studie etwa Prothesen aus dem 3-D-Drucker. «Einen Schritt weiter gehen kleine chemische Reaktoren, die einfache Arzneimittel wie Aspirin direkt im Badezimmer aus einfachen Bauteilen synthetisieren», so die Studienautoren.

(pam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hundefreund am 22.08.2017 22:12 Report Diesen Beitrag melden

    Verzicht

    Warum sollte ich noch einen Hund brauchen, wenn der Roboter mit Ihm Gassi geht. Vielleicht bin ich in der Minderheit aber ich könnte auf die meisten Dinge dieses "Fortschrittes" verzichten

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  • Zukunftsmusik am 22.08.2017 22:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie weiter?

    Ich liebe die Digitalisierung, Diese gibt mir aber mehr und mehr zu denken. Denkt doch mal weiter nach, was wenn Maschinen unsere ganze Arbeit errichten werden? wie sollen wir dann noch Geld verdienen? Und wer wird das Geld noch ausgeben? Wir programmieren uns selber weg!

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  • Joseph Steisler am 22.08.2017 22:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn nicht....

    Wenn davor nicht der 3te Weltkrieg ausbrechen würde.... Dann sind die Technologien wieder nur noch träume......

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Madame Bünzli am 23.08.2017 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Bloss keine Vorschläge!

    Dauernde personalisierte Vorschläge, was ich vielleicht kaufen wollen könnte, kriege ich schon im Internet mehr als genug. Und ganz ehrlich: Gebracht hat's mir (ausser ein paar angeschlagenen Nerven) überhaupt nichts. Also bitte nicht auch noch im analogen Einkaufszentrum einführen!

  • Sepp Trub am 23.08.2017 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Roboter

    Funktioniert bei uns schon lange ohne Roboter. Frauchen grilliert und geht mit dem Hund Gassi. Und so geniesse ich mein Rentnerdasein ohne jegliche Technik, ausser der automatischen Klimaaanlage sowie der elektrischen Storen. Sepp und Trudi Trub, Forch

  • jane77 am 23.08.2017 10:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gruuselig

    wen das die Zukunft ist...Horror

  • nathia am 23.08.2017 10:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht

    Ich finde die digitalisierung völlig unnötig Dies möcht man nur damit die Menschheit noch fauler werden kann. Und das andere ist das Arbeitsstellen weg gehen werden! Das heisst noch weniger Chancen auf einen Job.

  • tom am 23.08.2017 09:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    viel strom

    wer es mag... aber das braucht alles wieder viel strom. eigentlich wollten wir weniger energie verbrauchen in der zukunft?