Kosten steigen

02. Januar 2018 21:23; Akt: 03.01.2018 11:02 Print

SBB zählt auf Rekord-Strecke 80 Züge stündlich

von Stefan Ehrbar - Auf dem meistbefahrenen Abschnitt der SBB sind pro Jahr 700'000 Züge unterwegs. Der Unterhalt wird immer teurer.

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Neue Daten der SBB, die 20 Minuten vorliegen, zeigen, auf welchen Abschnitten das Schienennetz besonders belastet ist. Spitzenreiter ist der Abschnitt kurz vor dem Hauptbahnhof Zürich bei der Unterführung Langstrasse. Hier waren 2016 knapp 700'000 Züge unterwegs. Das sind durchschnittlich 80 pro Stunde.

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Wie hat die SBB das Jahr 2017 gemeistert?

Allein zwischen 2014 und 2016 hat diese Zahl um knapp zehn Prozent zugenommen. Einen noch stärkeren Anstieg mit über 20 Prozent mehr Zügen verzeichnete die SBB auf dem zweiten Spitzenplatz vor dem Bahnhof Zürich-Oerlikon. Dort waren im Jahr 2016 knapp 390'000 Züge unterwegs, was 44 Zügen pro Stunde entspricht. Auf Platz drei folgte letztes Jahr Bern Wyler West. Dort wuchs die Zahl der Züge allerdings nicht. Die weiteren Spitzenabschnitte sehen Sie in der Bildstrecke.

Fast 600 Millionen Franken pro Jahr

Die immer stärker werdende Belastung stellt die SBB vor finanzielle Herausforderungen. 2016 musste die Bahn 575 Millionen Franken für den Unterhalt aufwerfen, 23 Millionen Franken mehr als noch zwei Jahre zuvor.

Allein die Niederlassung Zürich der SBB-Abteilung Infrastruktur investiert mit ihren 200 Mitarbeitern jedes Jahr 70 Millionen Franken in den Ersatz bestehender Anlagen und 50 Millionen Franken in die Wartung und den Unterhalt bestehender Anlagen, wie SBB-Sprecher Reto Schärli sagt. Im Gleisfeld vor dem Zürcher Hauptbahnhof müssten Teile von vielbefahrenen Weichen bis zu zweimal jährlich ausgewechselt werden. Zum Vergleich: Auf Nebenstrecken können diese Teile 15 Jahre halten.

SBB will weniger grosse Ausbauten

Dass die Zahl der Züge und damit der Unterhaltsbedarf vor allem rund um Zürich stark gestiegen ist, liegt auch an Bauprojekten wie der Zürcher Durchmesserlinie, die Mitte 2014 eröffnet wurde. Mit den anstehenden Bahnausbauten steigen die notwendigen Gelder für den Unterhalt weiter an.

Für jede Investition von 100 Millionen Franken werden jedes Jahr etwa vier Millionen Franken Unterhaltskosten fällig, wie SBB-Chef Andreas Meyer an einer Medienveranstaltung im November vorrechnete. Die SBB will deshalb die bestehende Infrastruktur besser ausnützen und setzt auf nur wenige Grossprojekte mit «netzweiter Wirkung». «Ausbauten dürfen nicht zu höheren Preisen führen», warnte der SBB-Chef.

SBB-Sprecher Schärli sagt, mit dem Bahninfrastrukturfonds, der 2014 in einer Volksabstimmung angenommen wurde, stünden «angemessene Mittel» für den Unterhalt zur Verfügung. «Gemäss diesem Fonds kommt der Unterhalt vor einem weiteren Ausbau», sagt Schärli.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike W am 02.01.2018 21:53 Report Diesen Beitrag melden

    Netzauslastung

    Ich finde es toll, wie trotz der hohen Netzauslastung der Bahnverkehr so zuverlässig und pünktlich ist. Da bezahle ich auch gerne Steuern für einen guten Unterhalt. Und sind wir mal ehrlich, 5 Minuten Verspätung was manchmal vorkommt ist doch vollkommen in Ordnung.

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  • quazimodo am 02.01.2018 21:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja ja,

    Da sieht man was es braucht um das BESTE ÖV netz der welt zu unterhalten, und das in so einem kleinen land wie die schweiz. Da können sich wohl viele andere länder eine scheibe abschneiden. Für die nörgler da draussen wird das wohl nicht genug sein.

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  • Pitsch der Glatzkopf am 02.01.2018 22:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Leistung der SBB

    Ich denke oft, wenn ich auf meiner Balkonia Terrassina sitze und über das HB Gebiet sehe. Organisatorische Meister Leistung. Es gibt quasi keinen Moment ohne einen Zug in diverse Richtungen. Und trotzdem höre ich nichts bei mir oben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Schweizer am 03.01.2018 16:47 Report Diesen Beitrag melden

    Verkaufen

    Dad beste wöre die SBB an einen Ausländischen Investor zu verkaufen. Dann würde alles FUNKTIONIEREN

  • Markus im AG am 03.01.2018 16:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da der Taktfahrplan

    sicherlich Zugfahrten mit weniger wie 10 Fahrgästen generiert , sollte man darüber nachdenken diese Strecken mit Ruf- Bussen zu ersetzen und wählen So. bis Mi Bus Do.- Sa. Zug . Auch untertags denkbar mit Bus statt Bahn. Schienenunterhalt kann Tagsüber ran und der fast leerer Bus ist günstiger wie der Zug.

  • MrHolmes am 03.01.2018 15:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld vom Bund

    Da die SBB, wie der Name schon sagt, zum Bund gehört, dürfte die SBB weder Gewinn noch zu wenig Geld haben. Wir bezahlen Steuern, damit eben diese ohne Probleme rollen kann. Geld gibt es vom Bund. Ist es zu wenig, müssen sie mehr verlangen.

    • Paul am 03.01.2018 16:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Jammer, jammer....

      Dieses Gejammer der SBB finde ich Lustig. Der BR möchte doch das alle Autofahrer die SBB benutzen. Da werden die Kosten noch mehr steigen. Ah ja wenn mehr SBB fahren steigen auch die Einnahmen oder. Wo ist das Problem

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  • Donlancer am 03.01.2018 14:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wachstum

    Das Problem ist nicht die SBB. Sie ist völlig in Ordnung. Das Problem sind die vielen Reisenden (mich inbegriffen). Das Problem sind vor allem diejenigen, die noch mehr Wachstum wollen und nicht nur auf die Schiene, das ist ein Nebeneffekt davon...

  • Lillbieth am 03.01.2018 13:39 Report Diesen Beitrag melden

    Pratteln

    diese station wurde nicht erwähnt; warum? Praktisch alle Züge, die von Basel SBB und Muttenz RB richtung ostschweiz oder Gotthard fahren, passieren diese Station. Ausgenommen sind die IR und IC, die fahren durch den Adlertunnel. Insgesamt passieren um die 1'000 Züge pro Tag den Bahnhof Pratteln, das ist auch eine ganze Menge. Ich hatte 40 Jahre neben dem Bahnhof Pratteln gewohnt.