«Unterstützt euren Bruder»

10. Januar 2016 12:28; Akt: 10.01.2016 15:40 Print

IZRS setzt sich für inhaftierten Islamisten ein

Der Islamische Zentralrat ruft über die sozialen Medien zur Hilfe für den inhaftierten deutschen Hassprediger Abu Adam auf. Videos zeigen ihn mit einer Kalaschnikow in Syrien.

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In Deutschland verhaftet: Der Islamist Sven Lau alias Abu Adam. (9. Juni 2012) (Bild: Keystone)

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Es ist erst einen Monat her, seit die Bundesanwaltschaft ein Verfahren gegen das Vorstandsmitglied des Islamischen Zentralrats (IZRS), Naim Cherni, eröffnet hat. Die Behörden sehen seinen Film über eine Syrien-Reise und das Interview mit Al-Qaida-Ideologe Abdallah al-Muhaysini als Terrorpropaganda.

Das kümmert den IZRS offenbar wenig. Gleich mehrere Mitglieder provozieren öffentlich weiter, wie die «SonntagsZeitung» in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet. In den sozialen Medien solidalisieren sie sich mit dem kürzlich in Deutschland verhafteten Hassprediger Sven Lau alias Abu Adam.

Der 35-jährige Islamist sitzt seit Mitte Dezember in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen, die syrische Terrororganisation Jamwa, die eng mit dem IS zusammenarbeitet, unterstützt zu haben.

Mit der Kalaschnikow in Syrien

Konkret soll er als deutsche Anlaufstelle für neue Gotteskrieger agiert und Nachtsichtgeräte für den Jihad beschafft haben. «Fakk Allahu asrahu» (möge Allah ihn befreien) und «Free Abu Adam, unterstützt euren Bruder», schreibt IZRS-Vorstand Qaasim Illi auf Facebook. Er ist überzeugt, dass die Inhaftierung des Islamisten politisch motiviert ist. «Man versucht ihn zum Schweigen zu bringen», ist sich Illi sicher.

Neben weiteren IZRS-Mitgliedern setzt sich auch Illis Ehefrau Nora für Lau ein. «Die armen Polizisten wollen doch auch mal den Ernstfall üben», provoziert sie. Das diene «einzig der Erniedrigung».

Lau gilt seit längerem als einer der führenden Köpfe der islamistischen Szene in Deutschland. Laut Verfassungsschutz ist er ein «ideologisches Bindeglied» salafistischer Netzwerke. Mehrere Internet-Videos zeigen ihn in Syrien auf einem Panzer mit einer Kalaschnikow. Zu «humanitären Zwecken», so seine Begründung.

(pat)