Erinnerungsstücke

31. Januar 2017 10:49; Akt: 31.01.2017 12:07 Print

Der verlorene Schmuck vom Posthotel

Ein Safe im vom Feuer zerstörten Hotel in Arosa enthält noch Schmuck einer Familie. Aus Sicherheitsgründen will die Hotelleitung diesen nicht bergen.

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Das Posthotel Holiday Villa in Arosa ist komplett ausgebrannt. Die Feuerwehr kann das Hotel wegen Einsturzgefahr nicht betreten. Das Hotel geriet am 30. Dezember 2016 in Brand. Der Brand brach in einem der unteren Stockwerke des Hotels aus. Zwei Personen mussten mit schweren und zwei weitere Personen mit mittelschweren Rauchvergiftungen von der Rega ins Kantonsspital Graubünden nach Chur geflogen werden. Weitere zehn Personen wurden durch Ambulanzen und örtliche Ärzte wegen Rauchvergiftungen ambulant behandelt. Mehr als 100 Einsatzkräfte standen im Einsatz. Insgesamt flogen drei Rega-Helikopter die Verletzten ins Spital. Die Feuerwehr bei den Löscharbeiten. Gegen 15.59 Uhr ging am Freitagnachmittag bei der Kantonspolizei Graubünden die Meldung ein, dass das Posthotel Holiday Villa in Arosa GR in Flammen steht. Feuerwehrleute kletterten das Gebäude hoch. Eine dunkle Rauchwolke über Arosa. Das Hotel wurde evakuiert und die rund 150 Gäste in weiteren Hotels untergebracht. Es sei ein «grösserer Einsatz» im Gange, bestätigt die Kantonspolizei Graubünden. Die Flammen sind meterhoch. «Die Flammen schiessen durch das Dach», sagt eine Leserin vor Ort. Beim Brand wurden auch mehrere Autos zerstört. Das Feuer brach gegen 16 Uhr aus. Die Polizei ruft die Bevölkerung im betroffenen Gebiet dazu auf, in den Liegenschaften zu bleiben und die Fenster zu schliessen. Eine Leserin vor Ort schildert dramatische Szenen: «Die Gäste flüchteten aufs Vordach des Hotels, doch dort hatte es keine Leiter.» Anwohner seien den Gästen dann zu Hilfe geeilt. Eine schwarze Rauchsäule steigt empor. «Es brennt lichterloh», berichtet eine Leserin. Der Bahnhof von Arosa ist nicht weit vom brennenden Hotel entfernt. Der Brand ist offenbar in der Pizzeria im Erdgeschoss ausgebrochen. Nebst der gesamten Feuerwehr Schanfigg stehen die Feuerwehr Chur, mehrere Ambulanzen und drei Rega-Helikopter im Einsatz. Das Gebiet rund ums Hotel wurde abgeriegelt.

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Eine Westschweizer Familie erlebte im Posthotel Arosa einen Albtraum, als am 30. Dezember dort ein Brand ausbrach. Die Eltern befanden sich im Whirlpool und rannten sofort ins Zimmer zu den beiden Söhnen. Der ältere Sohn und der Vater klopften darauf an die Türen der anderen Gäste und zeigten die Fluchtwege auf. Alles verbrannte. Wie durch ein Wunder aber starb niemand und es gab nur wenige Verletzte.

Der Schmuck der Familie – schöne Erinnerungsstücke – blieben im Zimmersafe zurück. Diesen wollen die Hoteleigentümer nicht aus den Trümmern bergen – anders als bei einem Tresor auf der Vorderseite. «Wir haben alles getan, um Wertsachen und Erinnerungsstücke zu retten», sagt Posthotel-Verwaltungsrat Alain Cheseaux. Auf der stärker zerstörten Rückseite sei dies aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Die betroffene Familie fühlt sich schlecht behandelt – auch wegen ihrer Rolle bei der Rettung. Der Vater wünscht sich genauere Abklärungen.

Lösung zeichnet sich doch noch ab

Die Aroser Feuerwehr wäre sogar bereit, die Situation vor Ort abzuschätzen. Wie bei der ersten Bergung käme ein Hubretter zum Einsatz. Die malaysischen Hotelbesitzer haben aber diesen Augenschein verweigert. Sie wollen schnell abbrechen und beim Abriss den Tresor aus den Trümmern bergen. Die Familie fürchtet, dass ihr Schmuck dabei zerstört wird.

Nun könnte es aber doch noch eine zweite Bergungsaktion geben. Nachdem die Hotelleitung mit Fragen des «Tages-Anzeigers» konfrontiert worden war, zeichnete sich gestern eine Lösung ab.

Übernommen vom «Tages-Anzeiger», bearbeitet von 20 Minuten.

(ann)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • FASANO am 31.01.2017 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Nur ruhig Blut!

    In Rumänien sind bereits verschiedene Hilfskolonnen gestartet. Erprobtes, geeignetes Werkzeug haben sie dabei.

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  • Toni, der Aufklärer am 31.01.2017 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    "Retter" sind schon unterwegs

    Jetzt, wo die Sache publik geworden ist, muss man sich um die "Rettung" des Schmucks keine Sorgen mehr machen. Das Hotel wird risikofreudige "Schmuckretter" anziehen, wie eine Stinkmorchel die Fliegen. Wetten, der Schmuck wird geborgen werden. Ob ihn die Besitzer je wieder erhalten, ist eine andere Frage.

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  • Griselda am 31.01.2017 11:00 Report Diesen Beitrag melden

    Schmuck?

    Mir ist nich nie in den Sinn gekommen, Schmuck in die Ferien mitzunehmen. Einzig meine 15.- Armbanduhr, nehme ich nie was mit.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Insider am 31.01.2017 20:55 Report Diesen Beitrag melden

    30min

    Wieso berichtet eigentlich niemand davon dass die Feuerwehr für ca 800m (Depot -> Brandherd) mehr als 30min gebraucht hat? (Danke an die Coop Kunden welche die Ausfahrt der Feuerwehr als Parkplatz verwendet haben)

    • Rolf Raess am 01.02.2017 04:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Insider

      Ich als Unterländer denke der Brand kam gar nicht so ungelegen. Nun zahlt eine Schweizer Versicherung für die Malayen? Es ist doch verrusst an allen Ecken auch weit auseinander. Hatten die Zündschnüre gelagert?

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  • Milchbüechli am 31.01.2017 20:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dubios

    Ganz verdächtig, die Besitzer wollen schnell abreissen und wieder bauen...dünkt mich dubios..... Apropos Schmuck, der ist nicht verloren, der ist in einem Safe im abgebrannten Hotel.

    • evi am 01.02.2017 09:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Milchbüechli

      aber sicher nicht mehr lange wenn noch mehr darüber berichtet wird.

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  • Freddy Schlumpf am 31.01.2017 18:05 Report Diesen Beitrag melden

    Mal ehrlich!

    Das Abfackeln einer derart miesen Hotelkiste hätte den Nobelpreis und den Heimatschutzpreis und eine Einladung mit Vortrag zum nächsten Wef verdient.

    • Heidi Keller am 01.02.2017 22:26 Report Diesen Beitrag melden

      Warm abgebrochen

      Das war doch alles geplant. So zahlt die Versicherung den Neubau. Die Malayen muss man das Geschäften nicht lehren.

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  • Toni, der vernünftigste Linke am 31.01.2017 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    Cool bleiben, bitte!

    An diesem Brand und insbesondere am vorenthaltenen Familienschmuck ist nur einer schuld: TRUMP

    • Beat Meier am 31.01.2017 19:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Toni, der vernünftigste Linke

      Das stimmt nur Trump und natuerlich die Klimaerwaermung. Da es so heiss war in letzter Zeit hat das Hotel spontan Feuer gefangen. Bei Hillary und hohen Umweltsteuern wird alles wieder besser.

    • Feuerteufel am 31.01.2017 23:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Beat Meier

      Weißt du Best ich hoffe einfach das du nie in eine solche Situation gerätst. Ich bin mir ganz sicher, dass du dann einen anderen Kommentar verfassen würdest.

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  • Crigs am 31.01.2017 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    WIESO IST SO ETWAS MÖGLICH

    Ich wundere mich über diese abgebrannte 4-Stern Bruchbude. Wieso ist so etwas möglich ? Wir haben Bauvorschriften, Sicherheitsvorschriften, Inspektoren, ... und trotzdem kann gewurstelt werden. In der Bündner Regierung sollten Köpfe rollen ! Mitten in Arosa brennt's und alle kommen zu spät !!!

    • Kern Sarnierer am 31.01.2017 18:50 Report Diesen Beitrag melden

      Kernsarnierer

      Nach Ihnen sollte also jedes alte Haus "Kernsarniert werden¿? Wenn die Alte Idolation nichts taugt, bringen auch Brandschutztüren nichts. Am besten brechen wir alle alten Gebäude ab. Top!

    • BeFair am 31.01.2017 19:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Crigs

      Waren Sie dabei, dass Sie solche Aussagen machen können? Oder verleumden Sie einfach?

    • Realist am 31.01.2017 19:29 Report Diesen Beitrag melden

      Ziel der Vorschriften offenbar erreicht

      Absolute Sicherheit gibt es nicht und daher kann man diese auch nicht vorschreiben, erst recht nicht bei einem bereits bestehenden Gebäude, wie Kern Sanierer schon schrieb. Die Vorschriften sorgen vor allem dafür, dass ein Gebäude im Notfall schnell genug evakuiert werden kann. Das war in Arosa offenbar der Fall, sonst hätte der Brand wohl Tote gefordert.

    • Crigs am 31.01.2017 19:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @BeFair

      Ich habe mir alle veröffentlichten Videos angesehen. Erschütternd war zu sehen, wie ein paar Feuerwehrmänner mühsam eine Aluleiter in Stellung brachten und dann nicht wussten, ob sie überhaupt hochsteigen sollten. Leerlauf der angeblichen Retter ! Die Bruchbude liess man abbrennen ! Mitten in Arosa. Keine Rauchmelder, keine Sprinkleranlage, keine Instruktionen an die Hotelgäste bei Feuer, keine Feuerschutzwände, keine Feuerschutztüren, .... Sicherheit existierte hier überhaupt nicht. Wieso konnte das ganze Gebäude abbrennen ? Diese Bruchbude stand im Dorfzentrum !!!!!!!!!!

    • Autofreak am 31.01.2017 19:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Crigs

      Alte Gebäude brennen nun mal gut und Brandschutz muss nur die Fluchtwege eine gewisse Zeit feuerfrei halten bis alle evakuiert sind, was ja anscheinend mehr oder weniger geklappt hat.

    • Crigs am 31.01.2017 19:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kern Sarnierer

      Die Schweiz ist Heidiland und Ballenberg ! Die Gäste werden über bestehende Gefahren nicht aufgeklärt, da sie sonst kurzfristig abreisen würden. Man spielt Risiko !

    • Crigs am 31.01.2017 19:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Autofreak

      Würden Sie in einer solchen Bruchbude einquartieren ? Ich habe noch nie in einem Chalet übernachtet, denn das Feuerrisiko ist mir zu gross !!!

    • Crigs am 31.01.2017 19:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Realist

      Sie sind derjenige, der von absoluter Sicherheit plaudert, wo nie nach einer solchen gefragt wurde. Es mag ein Teil abbrennen; nie aber das ganze Gebäude !!!

    • Jean Claude am 31.01.2017 19:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Crigs

      Danke Craig! So was von richtig eingeschätzt. Ich war ein Opfer und verstehe einfach nicht warum nichts von all diesen Vorrichtungen vorhanden waren. Hätte mir der Junge nicht gesagt, dass ich via sein Fenster über das Dach nach draußen gelangen könnte weiß ich nicht wo ich jetzt wäre. Danke nochmals!

    • Berufsfeuerwehrmann am 31.01.2017 21:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Crigs

      Crigs da sehe ich das Sie leider keine Ahnung haben, da gibt es Leute die geben klar Befehl zum besteigen der Leiter oder nicht, im Video sieht alles anders aus als wen Sie vor Ort sind

    • Crigs am 31.01.2017 22:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Berufsfeuerwehrmann

      Sie als Berufsfeuerwehrmann, weshalb waren Sie nicht sofort auf der Brandstelle ? Mussten Sie zuerst ihren richtigen Beruf ablegen, um in den Berufsfeuerwehrmann zu wechseln ? So ein Chabis ! Waren Sie auf der Skipiste ? Wo waren Sie ? Arosa hat schlicht versagt ! Sicherheit ist in den Bruchbuden keine vorhanden. Wo hat es Feuerlöscher ? Ich kann wirklich nicht verstehen, dass so etwas im Dorfzentrum passieren kann ? Mit der Hotelkette " Hôtel Climat De France" hatte ich immer einen Feuerlöscher im Zimmer ! Weshalb hat es in Arosa keine Feuerlöscher ?

    • Sambesi am 01.02.2017 00:15 Report Diesen Beitrag melden

      @Crigs

      Hôtel Climat de France? Ich empfehle immer: Schlafen Sie in der gut gefüllten Badewanne und tauchen Sie, wenn's am Kopf zu warm wird.

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