Wenn Stürmer angreifen

07. November 2012 22:18; Akt: 08.11.2012 12:31 Print

In Amateur-Ligen grassiert die Gewalt

von A.Bättig - Auf den Schweizer Fussballplätzen wird immer öfter gedroht und zugeschlagen. Speziell die Amateure in den unteren Ligen sind ausser Rand und Band. Nicht mal lange Sperren scheinen zu nützen.

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In den vergangenen Monaten drehten gleich mehrere Spieler in der Schweizer Amateurliga durch:

13. Oktober, FC Ebikon gegen den SC Emmen (5. Liga): Gemäss dem Innerschweizer Fussballverband kommt es nach vorzeitigem Spielabbruch zu massiven Ausschreitungen und Handgreiflichkeiten. Ein Spieler des SC Emmen versuchte, dem Schiedsrichter mit dem Fuss gegen den Kopf zu treten. Der Spieler wird vom Schweizerischen Fussballverband SFV für 30 Monate gesperrt und mit 300 Franken gebüsst.

12. Oktober, FC Oetwil-Geroldswil gegen den FC Urdorf (Senioren): Nach einem Penalty-Pfiff läuft ein Spieler des FC Oetwil-Geroldswil zum Schiedsrichter und stösst ihn weg. Zwar entschuldigt sich der Spieler nach dem Spiel, trotzdem sperrt ihn den SFV für sechs Monate.

10. August, FC Kappel gegen SC Regio Balsthal (4. Liga): Als ein Spieler des SC Regio Balsthal wegen Beleidigungen gegen den Schiedsrichter die rote Karte erhält, dreht er komplett durch. Er verpasst dem Schiedsrichter, der auszuweichen versucht, einen Faustschlag. Der Schläger wird vom SFV für 24 Monate gesperrt.

Lebenslange Spielsperren

Wenn es um die Unversehrtheit ihrer Schiedsrichter geht, kennt der Schweizerische Fussballverband kein Pardon. 12, 24, 36 Monate oder gar lebenslänglich werden Spieler bestraft, welche sich auf dem Platz wie Hooligans aufführen. Trotzdem zeigt die Statistik wenig Erfreuliches: In den letzten beiden Jahren haben die Fälle der besonders langen Spielsperren zwischen 18 bis 36 Monate oder länger zugenommen. So musste im letzten Jahr der SFV 10 Spieler zwischen 24 bis 35 Monate sperren, 8 Spieler erhielten eine Sperre von 36 Monaten oder länger. 2009 waren es lediglich 8 (24 bis 35 Monate) beziehungsweise 1 (35 Monate oder länger) Spieler.

So schrieb dann auch der SFV in seinem Jahresbericht letztes Jahr: «Unerfreulich hoch blieb die Zahl der Strafen im obersten Bereich von 36 Monaten Dauer oder Boykott auf unbestimmte Zeit. Zu denken geben muss insbesondere der Fall des Spielers, der als Zuschauer Pfefferspray gegen den Schiedsrichter einsetzte.»

Ebenfalls sorgen bereitet dem SFV, dass bereits C-Junioren hart bestraft werden müssen. So sperrte der Verband einen Spieler für 36 Monate, nachdem dieser dem Schiedsrichter die Faust ins Gesicht geschlagen hatte.

Mehr Mannschaften - mehr Strafen

Auf Anfrage bestätigt Robert Breiter, Leiter Rechtsdienst des SFV, dass es insbesondere in den unteren Amateur-Ligen häufiger zu Tätlichkeiten gegen den Schiedsrichter kommt als in höheren Spielklassen. «Das hat aber schlicht damit zu tun, dass es in den unteren Ligen einfach viel mehr Mannschaften gibt. Das ist simple Wahrscheinlichkeitsrechnung», sagt Breiter. Vorläufig wolle der SFV die Strafen nicht verschärfen. «Schon jetzt greifen wir mit den hohen Spielsperren konsequent durch», sagt Breiter. Zudem glaubt er nicht, dass sich ein Spieler im Moment der Rage von irgendeiner Strafe vom Zuschlagen abbringen lässt.

So wird es wohl auch noch in Zukunft vermehrt zu Situationen auf Schweizer Fussballplätzen kommen, wie im 4.-Liga-Spiel zwischen Schmerikon und Weesen vergangenes Wochenende. Wie die «Südostschweiz» berichtet, musste der Schiedsrichter die Partie abbrechen, damit die gehässige Lage auf dem Spielfeld nicht eskaliert. Nach dem Spiel wurde er von einem Zuschauer mit dem Tod bedroht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hans H am 08.11.2012 13:57 Report Diesen Beitrag melden

    ....

    Klar kommt es in Amateur-Ligen häufiger zu Gewalt gegen Schiris. Da keine Kameras, Sicherheitskräfte etc. Jeder der glaubt unsere "Stars" seien besser hat nix geschnallt

  • Marco am 08.11.2012 12:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Amateur

    Verband freut es! Ich will gar nicht wissen wie viele tausende Franken der Verband durch wöchentliche rote und gelbe Karten einnimmt. Eine gelbe Karte, egal für welches Vergehen kostet den Verein 35.- Franken, rot kann bis zu 250.- kosten.

  • Ronaldinhio am 08.11.2012 11:17 Report Diesen Beitrag melden

    Leider wahr...

    In unserer Gruppe gab es drei Mannschaften, welche komplett aus Spielern mit Migrations-Hintergrund bestanden hatten. Daraus ergaben sich pro Saison 6 Sicherheits-Hochrisikospiele, bei welchen es immer irgendwelche Zwischenfälle gegeben hat. Bei gerade mal 20 Spielen pro Saison ein relativ hoher Prozentsatz und der Hauptgrund, weshalb ich die Fussballschuhe an den NAgel gehängt habe.

  • zu milde am 08.11.2012 11:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    haha

    300 franken busse wegen tätlichkeiten gegen einen offiziellen ist zu wenig! kann sich jeder leisten, denken sich die spieler und lassen den frust raus... viel spass beim bälle rumkickern :-p eishockey !!!!!!!! ;)

  • Roger Wehrli am 08.11.2012 11:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nationalmannschaft

    Ja jetz werden die Ausländer wieder beschuldigt. Leute es gibt auch normale Ausländer! Schau nur mal unsere Nationalmannschaft an. Die hälfte sind Migranten. Ich bin empört wie wieder einige Schweizer gegen die Ausländer schreiben. Was wäre die Schweiz ohne Shaqiri, Xhaka und Co? Also bitte mehr anstand! Lg

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