Uster ZH

11. Juli 2018 22:43; Akt: 12.07.2018 09:38 Print

Irische Abzocker wollten auch Platten reinigen

Auch in Uster war eine Gruppe irischer Handwerker unterwegs und bewarb ihre Arbeit aggressiv. Die Polizei ist dagegen häufig machtlos.

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Daniel W.* zahlte 2700 Franken für eine Dachreinigung, nachdem ihm eine Gruppe irischer Handwerker ihre überteuerten Leistungen aufgeschwatzt und dann aggressiv auf der Rechnung beharrt hatte. Die Dachreiniger waren zuvor auch in Uster aktiv gewesen: Am vorletzten Samstag machten sie vor einer Siedlung in Uster halt. Laut einem Leser-Reporter war es dieselbe Gruppe wie in Regensdorf. «Schon bevor sie bei allen Anwohnern klingelten, hatten sie auf unserem Plattenweg den Schlauch ausgerollt», erzählt er.

Für diese Dachreinigung zahlte Daniel W.* 2700 Franken.

«Dass die Polizei nichts machen kann, finde ich bedenklich»

Die Handwerker hätten kein Wort Deutsch gesprochen und ihr Angebot allen Bewohnern der Siedlung in unverständlichem Englisch unterbreitet. «Nachdem die versammelte Nachbarschaft ihnen zu verstehen gegeben hatte, dass wir die Reinigung nicht möchten, wurden die Handwerker aggressiv», so der Leser. Teilweise sei ein Ire ihm noch 30 Zentimeter vom Gesicht entfernt gewesen und habe auf ihn eingeredet. «Nachdem die Truppe abgezogen war und noch draussen auf der Strasse wartete, habe ich die Kantonspolizei Zürich alarmiert, doch dort sagte man mir, man könne nichts unternehmen. Das finde ich bedenklich.»

Laut Ralph Hirt, Sprecher der Kantonspolizei Zürich, kann die Polizei in solchen Fällen nur eingreifen, wenn die Hausierer noch vor Ort sind und eine strafbare Handlung begangen oder angedroht haben. «Eine ruppige Verhandlungsart ist noch kein Verbrechen», so Hirt. Trotzdem nehme man jede Meldung ernst und suche auch das Quartier ab, wenn die Hausierer beim Eintreffen der Einsatzkräfte nicht mehr vor Ort seien. Hirt vermutet, dass im vorliegenden Fall die Hausierer bereits das Weite gesucht hatten.

Bewilligungen können einfach eingeholt werden

Handeln könne die Polizei etwa, wenn die notwendigen Bewilligungen nicht vorlägen, sagt Hirt. Ausländische Hausierer brauchen einerseits einen Meldeschein, den sie online ausfüllen und beantragen können. Damit dürfen sie 90 Tage pro Kalenderjahr in der Schweiz arbeiten. Zudem müssen sie aus dem Heimatland die Bestätigung mitbringen, dass sie Sozialversicherungsbeiträge abrechnen. Weil sie wie Hausierer arbeiten, müssen sie zudem bei der Sicherheitsdirektion eine Reisendenbewilligung einholen.

Hirt rät, Hausierern kritisch zu begegnen und sich nicht von den vermeintlich tiefen Preisen locken zu lassen. «Man sollte sich nicht hetzen lassen und Offerten in Ruhe prüfen, allenfalls kann man im Netz noch Informationen zur Firma recherchieren.» Treten die Hausierer aggressiv auf, solle man sich nicht einschüchtern lassen, schliesslich obliege das Recht, Aufträge zu erteilen, allein dem Hausbesitzer. «Im Zweifelsfall die Polizei avisieren, möglichst bevor die Arbeiter wieder verschwunden sind.»

(pam)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Major Tom am 12.07.2018 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Verbrecher

    Die Jungs sind halt clever. Würden sie zu schnell fahren oder falsch parkieren, jaaa dann wären unsere Ordnungshüter sofort zur Stelle. Für den anderen Pipifax sind sie nicht zuständig.

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  • don camillo am 12.07.2018 09:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wie das lokale gewerbe

    sicher auch mwst abgerechnet, alle sozial Versicherungen bezahlt und Steuererklärung sauber ausgefüllt. was der lokale Handwerker immer schön machen muss ......

  • simu am 12.07.2018 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    wo ist das Recht?

    Das kann doch nicht sein, brauchen die keine Arbeitsbewilligung? Und die naivität von gewissen Personen, die ausländischen Handwerkern erlauben ihnen arbeiten zu verrichten vertehe ich nicht. Günstig kann teuer werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Herr Paternoster Live us de Spelunke am 16.07.2018 17:32 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    bei uns können die Irischen Burschen den Allerwertesten noch Reinigen wenn es geht aber Subito

  • Ottokar Rex am 13.07.2018 06:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Iren oder Briten...!

    Auf dem Bild 1/3 im Artikel ist aber kein irisches, sondern ein britisches Autokennzeichen zu sehen!

    • Carl Ludwig am 14.07.2018 06:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ottokar Rex

      Wieso Daumen 'runter? Es ist nun mal ein GB-Kennzeichen! Ottokar hat recht!

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  • Madeleine am 12.07.2018 20:33 Report Diesen Beitrag melden

    Hausfriedensbruch

    Ähm wie wärs mit Hausfriedensbruch? Und was auch hilft Jandy zücken fotografieren....vielmals verschwinden sie dann....

    • Friedemann Sonntag am 14.07.2018 06:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Madeleine

      Was ist ein "Jandy"? Zu was ist es nütze und wo kriege ich gegebenenfalls eines?

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  • Nicki am 12.07.2018 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anzeigen hilft

    Die Polizei muss zwingend eine Anzeige aufnehmen! Gibt natürlich Arbeit... Rede aus eigener Erfahrung.

  • Rolf M. am 12.07.2018 15:55 Report Diesen Beitrag melden

    Man kann nichts machen?

    Gegensätzlichere Aussagen sind schon fast nicht möglich. Kantonspolizei Zürich: man könne nichts unternehmen! Ralph Hirt, Sprecher der Kantonspolizei Zürich: Im Zweifelsfall die Polizei avisieren. Ja lieber Herr Hirt, warum soll ich die Polizei avisieren, wenn sie nichts machen kann? Lassen wir sie lieber Parkbussen verteilen.