Twitter-Meldung

31. Dezember 2012 16:30; Akt: 31.12.2012 16:30 Print

JUSO-Chefin greift Brunner an - SVP fordert Rücktritt

von Antonio Fumagalli - Die Basler Grossrätin Sarah Wyss twitterte, dass «rassistische Leute wie Brunner» ins Lager gehören. Sie spricht von «Ironie» und einer «ungeschickten Äusserung» - die SVP hat dafür wenig Musikgehör.

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Sarah Wyss, Präsidentin der JUSO Basel-Stadt und ab der neuen Legislatur Grossrätin im Halbkanton, hat eine schlaflose Nacht hinter sich. Grund für die Aufregung ist ein Tweet, den sie bereits am 23. Dezember verfasst hat. Als Replik auf den Eintrag, «wer wohl die nächste Minderheit sei, die ins Lager gesteckt werden soll», antwortete sie: «Ich hoffe, solche rassistische und menschenverachtende Leute wie Brunner.»

Hintergrund der Twitter-Diskussion ist die SVP-Forderung nach geschlossenen Betreuungszentren für Asylbewerber. «Das Asylzentrum würde nur verlassen, wer einen Grund vorzuweisen hätte», sagte Präsident Toni BrunnerToni
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gegenüber der SonntagsZeitung und kündigte eine entsprechende Volksinitiative an.

«Antwort ironisch gemeint»

JUSO-Chefin Wyss hält Brunners Forderungen für «menschenverachtend und gefährlich». Aus einer Laune heraus habe sie dann den Tweet verfasst. «Meine Antwort war ironisch gemeint. Jeder, der mich kennt, weiss, dass ich niemals einen Mitmenschen in ein Lager stecken möchte - egal welche Gesinnung er hat», sagt die 24-Jährige gegenüber 20 Minuten Online.

Wyss bedauert ihren Eintrag und spricht von einer «ungeschickten Äusserung». Heute würde sie ihn «ganz sicher nicht mehr so schreiben». Für eine Entschuldigung bei Toni Brunner sehe sie allerdings keinen Anlass. «Wenn schon, soll er sich für seine Aussagen entschuldigen», so Wyss.

«Erwarte gewissen Anstand»

«Das zeigt doch, an welch kleinem Ort ihre Einsicht ist», sagt der Berner SVP-Grossrat Thomas Fuchs, der die Welle der Empörung mit einem Facebook-Eintrag ins Rollen gebracht hat. Von einer Grossrätin erwarte er «einfach einen gewissen Anstand».

Fuchs geht aber noch einen Schritt weiter: «Da sich Wyss offensichtlich nicht entschuldigen will, werden wir sie zum Rücktritt auffordern», so Fuchs. Er wolle noch heute Nachmittag mit Jung-SVP-Präsident Erich Hess zusammensitzen, um die Sache aufzugleisen. JUSO-Chefin Wyss will sich nicht darauf einlassen: «Ich bin aber jederzeit bereit, mit der SVP die Sache zu diskutieren - auf sachlicher Ebene.»

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Eigentlich disqualifiziert sich Frau Wyss ja selbst. Es ist ja gerade die SP, welche immer für einen gewissen politischen Anstand appelliert. Scheinbar ist dieser auch bei der SP selbst verloren gegangen. – Olav Talger

Ich glaube, dass wir gar nicht so weit auseinanderliegen mit den Meinungen. Mit Harmonie meinte ich eigentlich grundsätzlich zufriedene und glückliche Menschen, die z.B. nicht die Zeche bezahlen müssen, wenn Unternehmer versagen. Ein solidarisches Miteinander sozusagen. Plakative Harmonieaufrufe sind in einer pluralistischen Gesellschaft wohl widersprüchlich. Mit Empathie beziehe ich mich darauf, die Humanität nicht zu vergessen und Hetze gegen die schwächsten wie behinderte Menschen oder Verfolgte zu bekämpfen. Man sollte auf Benachteiligte zugehen und ihre Probleme zu verbessern versuchen. – Sozialist

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Matthias Erlenmeyer am 31.12.2012 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht zum 1. Mal

    Leider nicht der erste Ausrutscher von Frau Wyss (die ich persönlich kenne). Schade.

  • Creature am 02.01.2013 05:59 Report Diesen Beitrag melden

    Partei Rassismus gegen Toni Brunner

    Toni Brunner soll rassistisch sein,hahaha...da lachen ja die Kuehe im Kuhlstall in der ganzen Schweiz. Anscheinend kennt Frau Wyss Toni Brunner nicht,Toni Brunner ist wirklich nicht rassistisch,in keiner Form. Er ist ein netter,hilfbereiter und sehr guter Mensch mit Karakter.Also sollte man solche Artikel gar nicht mehr schreiben. Die Parteien,die verantwortlich sind fuer das Asyl-Chaos sollten sich mal auf die Suche machen nach den ueber 10'000 abgetauchten Asylanten als hier gegen Toni Brunner Stimmung zu machen.Man sollte aufhoeren Asylanten aufzunehmen,bis die 10'000 gefunden wurden.

  • Fritz am 01.01.2013 15:35 Report Diesen Beitrag melden

    SVPler treten zurück, JUSOS bleiben.

    SVP Ueli Tobler, hat sich entschuldigt und ist zurück getreten für seinen FB Eintrag vor ca. zwei Wochen. Sarah Wyss von der JUSO hingegen, probiert sich heraus zu reden und will sich nicht entschuldigen. Der Leser soll sich nun selbst ein Urteil bilden. Sarah Wyss soll Rückgrat zeigen und zurück treten.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Thomas Jauslin am 02.01.2013 20:01 Report Diesen Beitrag melden

    Zuerst denken, dann handeln!

    Vor Inbetriebnahme der Finger zum niederschreiben eines Textes, sollte das Gehirn eingeschaltet werden! In der Annahme das ein Solches auch vorhanden ist! Denken - drücken - schlucken - sprechen! Wenn die SVP so gegen einen Sozi geschrieben hätte, dann wäre Frau Wyss die erste, die den Rückritt fordern würde.

  • Lorenz Gerster am 02.01.2013 18:54 Report Diesen Beitrag melden

    Keine politische Seite darf beleidigen

    Es war mehr als richtig wie alle SVP-Mitglieder welche andere im Netz angegriffen haben, zurücktreten musste. Doch auch die Linke darf Andersdenkende nicht beleidigen, nur weil sie anders denken. Zumal Frau Wyss schon mehrfach aufgefallen ist. Sie nahm an der Demo mit der Linksautonomen teil mit der Drohung "Bomben auf Bettwil" oder bezeichnete die SVP als Massenmörderfördererpartei. und jetzt sei Brunner ein Menschenverachter und Rassist, nur weil er andere Meinung hat und eine Praxis einführen will wie in NL. Frau Wyss SP muss zurücktreten und zwar sofort wie alle SVPler vor ihr.

  • W.Z. am 02.01.2013 15:49 Report Diesen Beitrag melden

    Medienprofilierung, mehr nicht

    Ausser den immer gleichen , alten Rassismusvorwürfen gegen die SVP bleibt uns Frau Wyss überzeugende Argumente schuldig, weil sie nämlich gar keine hat! Aber Hauptsache als Politiker/in kann man auf sich aufmerksam machen, egal was für Stuss man redet (giltet für alle Parteien)

  • K.K. am 02.01.2013 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht akzeptabel!

    Ich als links Wählerin muss sagen, dass meiner Meinung nach, solche Aussagen überhaupt nicht gehen! Kein Politiker sollte sich auf ein so tiefes Niveau runterlassen, das gilt für alle von rechts bis links. "Die anderen tun es auch" ist eine kindische Rechtfertigung, die unter Erwachsenen nichts zu suchen hat. Kann ja nicht so schwierig sein zuerst tief durchzuatmen, dann zu studieren und dann etwas an die Öffentlichkeit zu bringen. Keiner nimmt euch ernster nur weil ihr eure eigene Wut nicht unter Kontrolle habt!

  • Olav Talger am 02.01.2013 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    Das Niveau sinkt auch bei der SP

    Eigentlich disqualifiziert sich Frau Wyss ja selbst. Es ist ja gerade die SP, welche immer für einen gewissen politischen Anstand appelliert. Scheinbar ist dieser auch bei der SP selbst verloren gegangen.

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