Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Twitter-Meldung
31. Dezember 2012 16:30; Akt: 31.12.2012 16:30 Print
JUSO-Chefin greift Brunner an - SVP fordert Rücktritt
von Antonio Fumagalli - Die Basler Grossrätin Sarah Wyss twitterte, dass «rassistische Leute wie Brunner» ins Lager gehören. Sie spricht von «Ironie» und einer «ungeschickten Äusserung» - die SVP hat dafür wenig Musikgehör.
Sarah Wyss, Präsidentin der JUSO Basel-Stadt und ab der neuen Legislatur Grossrätin im Halbkanton, hat eine schlaflose Nacht hinter sich. Grund für die Aufregung ist ein Tweet, den sie bereits am 23. Dezember verfasst hat. Als Replik auf den Eintrag, «wer wohl die nächste Minderheit sei, die ins Lager gesteckt werden soll», antwortete sie: «Ich hoffe, solche rassistische und menschenverachtende Leute wie Brunner.»
Politiker-Fehltritte auf TwitterNicht zum ersten Mal sorgt ein Twitter-Eintrag eines Schweizer Politikers für Empörung: Erst kurz vor Weihnachten stiess SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli Homosexuelle vor den Kopf, als er im Zuge einer Abstimmung über das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare den Tweet «Wann verlangen die Linken auch das Adoptionsrecht für Haustiere?» postete.
Die grössten Wellen schlug die Twitter-Nachricht des Zürcher Lokalpolitikers Alexander Müller im Juni dieses Jahres. Er schrieb «Vielleicht brauchen wir wieder eine Kristallnacht...diesmal für Moscheen» in seinen Account. Der SVP-Mann bestritt die Äusserung zunächst, dank einer Monitoring-Plattform konnten seine gelöschten Einträge aber wiederhergestellt werden. Müller trat in der Folge aus der SVP aus und legte alle seine Mandate nieder. (fum)
Hintergrund der Twitter-Diskussion ist die SVP-Forderung nach geschlossenen Betreuungszentren für Asylbewerber. «Das Asylzentrum würde nur verlassen, wer einen Grund vorzuweisen hätte», sagte Präsident Toni Brunner
Toni
Brunner
SVP, SG
NationalratVerbunden mit
Churfirsten-Club
weitere Verbindungen anzeigen gegenüber der SonntagsZeitung und kündigte eine entsprechende Volksinitiative an.
«Antwort ironisch gemeint»
JUSO-Chefin Wyss hält Brunners Forderungen für «menschenverachtend und gefährlich». Aus einer Laune heraus habe sie dann den Tweet verfasst. «Meine Antwort war ironisch gemeint. Jeder, der mich kennt, weiss, dass ich niemals einen Mitmenschen in ein Lager stecken möchte - egal welche Gesinnung er hat», sagt die 24-Jährige gegenüber 20 Minuten Online.
Wyss bedauert ihren Eintrag und spricht von einer «ungeschickten Äusserung». Heute würde sie ihn «ganz sicher nicht mehr so schreiben». Für eine Entschuldigung bei Toni Brunner sehe sie allerdings keinen Anlass. «Wenn schon, soll er sich für seine Aussagen entschuldigen», so Wyss.
«Erwarte gewissen Anstand»
«Das zeigt doch, an welch kleinem Ort ihre Einsicht ist», sagt der Berner SVP-Grossrat Thomas Fuchs, der die Welle der Empörung mit einem Facebook-Eintrag ins Rollen gebracht hat. Von einer Grossrätin erwarte er «einfach einen gewissen Anstand».
Fuchs geht aber noch einen Schritt weiter: «Da sich Wyss offensichtlich nicht entschuldigen will, werden wir sie zum Rücktritt auffordern», so Fuchs. Er wolle noch heute Nachmittag mit Jung-SVP-Präsident Erich Hess zusammensitzen, um die Sache aufzugleisen. JUSO-Chefin Wyss will sich nicht darauf einlassen: «Ich bin aber jederzeit bereit, mit der SVP die Sache zu diskutieren - auf sachlicher Ebene.»
Eigentlich disqualifiziert sich Frau Wyss ja selbst. Es ist ja gerade die SP, welche immer für einen gewissen politischen Anstand appelliert. Scheinbar ist dieser auch bei der SP selbst verloren gegangen. – Olav Talger
Ich glaube, dass wir gar nicht so weit auseinanderliegen mit den Meinungen. Mit Harmonie meinte ich eigentlich grundsätzlich zufriedene und glückliche Menschen, die z.B. nicht die Zeche bezahlen müssen, wenn Unternehmer versagen. Ein solidarisches Miteinander sozusagen. Plakative Harmonieaufrufe sind in einer pluralistischen Gesellschaft wohl widersprüchlich. Mit Empathie beziehe ich mich darauf, die Humanität nicht zu vergessen und Hetze gegen die schwächsten wie behinderte Menschen oder Verfolgte zu bekämpfen. Man sollte auf Benachteiligte zugehen und ihre Probleme zu verbessern versuchen. – Sozialist
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.
-
Alle 273 Kommentare

Die Printausgabe von 20 Minuten gibts jetzt auch als ePaper.
Die 20 Minuten App Familie
Thank god it's Friday!
DIE Nightlife-Website für Partyverrückte aus aller Welt


















Zuerst denken, dann handeln!
Vor Inbetriebnahme der Finger zum niederschreiben eines Textes, sollte das Gehirn eingeschaltet werden! In der Annahme das ein Solches auch vorhanden ist! Denken - drücken - schlucken - sprechen! Wenn die SVP so gegen einen Sozi geschrieben hätte, dann wäre Frau Wyss die erste, die den Rückritt fordern würde.
Keine politische Seite darf beleidigen
Es war mehr als richtig wie alle SVP-Mitglieder welche andere im Netz angegriffen haben, zurücktreten musste. Doch auch die Linke darf Andersdenkende nicht beleidigen, nur weil sie anders denken. Zumal Frau Wyss schon mehrfach aufgefallen ist. Sie nahm an der Demo mit der Linksautonomen teil mit der Drohung "Bomben auf Bettwil" oder bezeichnete die SVP als Massenmörderfördererpartei. und jetzt sei Brunner ein Menschenverachter und Rassist, nur weil er andere Meinung hat und eine Praxis einführen will wie in NL. Frau Wyss SP muss zurücktreten und zwar sofort wie alle SVPler vor ihr.
Medienprofilierung, mehr nicht
Ausser den immer gleichen , alten Rassismusvorwürfen gegen die SVP bleibt uns Frau Wyss überzeugende Argumente schuldig, weil sie nämlich gar keine hat! Aber Hauptsache als Politiker/in kann man auf sich aufmerksam machen, egal was für Stuss man redet (giltet für alle Parteien)