Neue Untersuchung

20. Juni 2013 14:31; Akt: 20.06.2013 15:35 Print

Jeder sechste Schweizer leidet an Depressionen

Ein Bericht des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums sagt aus, dass etwa 16 Prozent der Schweizer Bevölkerung an leichten Depressionen leidet. Ein hoher Anteil klagt auch über körperliche Beschwerden.

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Eine leichte Depressivität ist oft Vorbote einer schweren Erkrankung, warnt die Studie. (Bild: Colourbox/Symbolbild)

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Rund 16 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer geben in Umfragen an, unter leichten Depressionen zu leiden. Symptome können Energielosigkeit, Schlafstörungen oder Appetitverlust sein. Dies zeigt ein neuer Bericht des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan) und der Psychiatrie Baselland auf.

Die Untersuchung zeigt, dass Betroffene vermehrt arbeitsunfähig sind, Leistungseinbussen aufweisen und unter körperlichen Beschwerden leiden. Stärkere depressive Symptome werden mit rund 3 Prozent hingegen relativ selten angegeben, schrieb das Obsan in einer Mitteilung.

Für den Bericht haben die beteiligten Wissenschaftler internationale Forschungsergebnisse zu depressiven Erkrankungen zusammengefasst und Schweizer Datenquellen analysiert. Sie warnen, dass leichte Depressivität nicht bagatellisiert werden sollte.

Bereits Personen mit leichten depressiven Symptomen hätten weniger soziale Kontakte, fühlten sich häufiger einsam und vermissten häufiger eine Vertrauensperson. Zudem lebten sie seltener in einer Partnerschaft. Sie hätten weiter auch Probleme bei der Arbeit und verdienten weniger.

Körperliche Beschwerden

60 Prozent der Betroffenen klagen zudem über Rückenschmerzen oder 50 Prozent über Schlafstörungen. Gleichzeitig stellt der Bericht fest, dass leichtere Depressionen sehr häufig nicht behandelt werden. Das führe zu hohen volkswirtschaftlichen Kosten durch verminderte Produktivität, Arbeitsausfälle und Folgebehandlungen.

Da leichte Depressivität ein Vorbote einer schweren depressiven oder einer anderen Erkrankung sein kann und eine grosse Personengruppe betrifft, folgert die Studie, dass vermehrt früh aktiv eingegriffen werden sollte. Dies insbesondere auch, weil die Behandlungsdauer bei Patienten mit Arbeitsstelle weniger lange dauere. Hingegen habe der Verlust der Arbeitsstelle einen negativen Effekt auf den Krankheitsverlauf.

(bro/sda)