Absage an Emmen

14. November 2012 10:21; Akt: 14.11.2012 13:03 Print

Jetlärm ist «einigermassen ausgewogen»

Bundesrat Ueli Maurer hat die Forderung Emmens nach einer Entlastung im Fluglärm zurückgewiesen. Der Jetlärm sei in der Schweiz gut verteilt.

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Die Luftwaffe verteilt nach Ansicht von Ueli Maurer ihre Aktivitäten «einigermassen ausgewogen» auf die Flugplätze Meiringen BE, Payerne VD, Sitten VS und Emmen LU. Der Bundesrat lehnt deshalb die Forderungen einer Petition, die eine Entlastung Emmens fordert, ab.

Die Petition des Schutzverbandes der Bevölkerung um den Flugplatz Emmen (SFE) verlangt, dass die Luftwaffe im Sommer während sechs statt vier Wochen nicht in Emmen fliegt. Zudem solle der Fluglärm in der Luzerner Agglomeration nicht weiter zunehmen.

Die von über 5800 Personen unterschriebene Petition war im Juni dem Bundesrat übergeben worden. Am Mittwoch publizierte der SFE die Antwort Maurers auf die Forderungen.

Maurer schreibt, dass alle vier Jetflugplätze der Luftwaffe in Tourismusregionen lägen. Die Luftwaffe versuche, ihren Betrieb im Sommer so weit wie möglich zu reduzieren. Es könnten aber nicht mehr als zwei Flugplätze gleichzeitig pausieren, denn die Luftwaffe müsse auch im Sommer ihre Aufträge erfüllen.

Andere Regionen beklagen Missverhältnis

Maurer weist darauf hin, dass der Flugplatz Emmen und die dort ansässigen Betriebe der armasuisse und der RUAG verhältnismässig viele Arbeitsplätze anbieten würden. Umgekehrt habe Emmen als Ausweichflugplatz weniger Jetbewegungen (3000 jährlich) als Payerne (bis 11 000), Meiringen (bis 5000) und Sion (4000). Diese Flugplatzregionen würden dies als stossend empfinden.

Mit den heutigen Rahmenbedingungen könne die Sommerflugpause in Emmen nicht ausgedehnt werden, schreibt Maurer. Es könne auch nicht garantiert werden, dass die Sommerpause immer in die Sommerferien falle. Eine Rolle spiele dabei auch der Flugzeugunterhalt, der den Grossteil der Arbeitsplätze in Emmen ausmache.

Der Bundesrat hält zudem fest, dass die Zahl der Flugbewegungen in Emmen seit dem Jahr 2000 stark zurückgegangen sei. Damals seien 8000 Jetbewegungen gezählt worden bei einem total von 17 000 Flugbewegungen. Er könne den Petitionären nicht zusichern, dass der Fluglärm in Zukunft abnehmen werde, schreibt Maurer.

Es sei nicht auszuschliessen, dass aus finanziellen Gründen weitere Militärflugplätze geschlossen werden müssten, schreibt der Bundesrat. Emmen habe in seiner Beurteilung einen bedeutenden Standortvorteil, dies wegen der RUAG und der bislang guten Verankerung in den Behörden und der Bevölkerung.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kasimir Krass am 14.11.2012 13:23 Report Diesen Beitrag melden

    Gemotze einschränken

    Lärmklagen über seit Jahrzehnten bestehende Einrichtungen wie Flugplätze oder Schiessanlagen sollten verboten werden. Jeder der dort hinzieht, meist noch günstiger Land kauft wegen dem Lärm, weiss es im Voraus. Gerade kürzlich wieder selber erlebt. Ein Schiessplatz welcher auserhalb eines abgelegenen Dorfes seit x jahrzehnten betrieben wird war nie ein Problem. Bis Neuzuzüger aus der Stadt kamen und gleich mal mit Meckern begannen.

  • Toto am 14.11.2012 14:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer das gleiche

    Von mir aus könnt ihr die Jets wieder nach Dübendorf zurück holen, habe und werde mich nie an Fluglärm stören! Brauchst du was ist es eine der besten Erfindungen, benötigst du es nicht dann stört es. Typisch Mensch, einfach nie zufrieden. Wir brauchen Flieger für die Luftraumüberwachung und wir wollen ja nicht den Bus nehmen nach London, Madrid u.s.w.

  • Mark Strahl am 14.11.2012 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    Klingt nachvollziehbar

    Wenn die Zahlen vom Bundesrat stimmen, und davon gehe ich aus, ist es mal wieder ein Beispiel wie sich Leute über "nichts" aufregen können. Dort will doch nur irgendeiner seinen Boden aufwerten, damit er teurer verkaufen kann und am einfachst wäre das natürlich mit der Reduktion vom Lärm! Erst billig kaufen, dann den Lärm bekämpfen und wieder teuer verkaufen? Wer findet das ernsthaft gut?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Toto am 14.11.2012 14:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer das gleiche

    Von mir aus könnt ihr die Jets wieder nach Dübendorf zurück holen, habe und werde mich nie an Fluglärm stören! Brauchst du was ist es eine der besten Erfindungen, benötigst du es nicht dann stört es. Typisch Mensch, einfach nie zufrieden. Wir brauchen Flieger für die Luftraumüberwachung und wir wollen ja nicht den Bus nehmen nach London, Madrid u.s.w.

  • Kasimir Krass am 14.11.2012 13:23 Report Diesen Beitrag melden

    Gemotze einschränken

    Lärmklagen über seit Jahrzehnten bestehende Einrichtungen wie Flugplätze oder Schiessanlagen sollten verboten werden. Jeder der dort hinzieht, meist noch günstiger Land kauft wegen dem Lärm, weiss es im Voraus. Gerade kürzlich wieder selber erlebt. Ein Schiessplatz welcher auserhalb eines abgelegenen Dorfes seit x jahrzehnten betrieben wird war nie ein Problem. Bis Neuzuzüger aus der Stadt kamen und gleich mal mit Meckern begannen.

  • Stefan Dietiker am 14.11.2012 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    Der Gripen wird noch lauter!

    P.s. Laut Bundesrat wird der neue Kampfjet Gripen noch lauter sein als der F/A 18! Bis jetzt habe ich noch keine glaubhafte Erklärung gehört, wieso ein kleines Land wie die Schweiz mehr Kampfjets braucht als all die Nachbarstaaten! Nein zu Kampfjets heisst auch nein zu Kampfjetlärm!

  • A.S. am 14.11.2012 12:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Es steht jedem Mitbürger frei seinen Wohnort zu wählen. Wer nach Emmen zieht weiss dass es dort schon seit über 60 Jahren einen Flugplatz hat und der wird wegen ein paar "Lärmgeplagten" sicher nicht wegziehen.

  • MK, Neuenkirch am 14.11.2012 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Alles halb so wild.

    Ich arbeite in der Region Emmen. Vermutlich sind die meisten Flugbewegungen während meiner Arbeitszeit. Der Lärm stört mich überhaupt nicht. Es fasziniert / freut mich ab und zu den Fliegern zuzusehen. Viel mehr stört mich Zuhause der Bahnlärm, 24 Std. ohne Rücksichtnahme in der Nacht. Aber vermutlich gibt es auch nur eine optimale Umgebung welche sich die "oberen 10000" aussuchen können.