Neue Flirt-App

05. September 2017 11:30; Akt: 05.09.2017 11:30 Print

Jetzt kommt Tinder für Teenies

Yellow heisst eine neue App, die Flirt-Interessierte verbindet – und auf Snapchat zusammenführt. Doch Experten und Polizei warnen, dass Pädophile so einfach junge Opfer finden.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Sie wird als Tinder für Teenager bezeichnet und boomt in den USA: Die App heisst Yellow, hat schon mehrere Millionen Nutzer und verbindet Interessierte auf Snapchat. Auch in der Schweiz belegt die App bezüglich Download-Raten im Lifestyle-Bereich einen vorderen Rang. Wie auf Tinder kann man auf Yellow durch Rechts-Wischen neue Freunde finden. Wenn beide nach rechts wischen, verbindet die App die zwei Flirtwilligen miteinander. Einloggen kann man sich mit seinem Snapchat-Profil – und Yellow stellt auch die Verbindung dorthin her.

In den englischsprachigen Ländern hat der Boom der App bereits Polizei und Sicherheitsverantwortliche von Schulen auf den Plan gerufen. Sie warnen, dass hauptsächlich Teenager die App nutzten, aber keine Altersüberprüfung stattfinde. So könnten Pädophile ganz einfach Opfer in ihrer Nähe finden. Denn Yellow greift auf die Ortung des Handys zu und zeigt den Wohnort prominent unter dem Profilbild. Auch bei der Auswahl zeigt die App Flirtwillige in der Nähe. Und: Gibt man bei der Erstellung des Profils an, unter 17 Jahre alt zu sein, verbindet die App einen ausschliesslich mit Minderjährigen – eigentlich mit dem Ziel, sie vor älteren Nutzern zu schützen.

Viele junge Männer mit nacktem Oberkörper

In den USA raten Experten Eltern deshalb, Jugendliche, die Yellow nutzen, sehr nah zu begleiten. Sogar das FBI hat sich eingeschaltet. «Seien Sie neugierig, Sie müssen wissen, mit wem Ihre Kinder chatten und welche Informationen sie preisgeben», sagt FBI-Agentin Vicky Anderson im amerikanischen Sender WXYZ.

Kritisiert wird von Eltern und Experten, dass die App keine Möglichkeiten bietet, den eigenen Wohnort zu unterdrücken. Ausserdem ermögliche die App nur das eine: Jemanden zu finden, mit ihm zu flirten und vielleicht auch mehr. «Das ist viel zu gefährlich für Teenager», sagt eine Mutter gegenüber der «Daily Mail», die die App zwei Monate lang getestet hat.

«In der App geht es um Sex»

Diese Meinung teilen auch Organisationen, die sich für Kinderschutz engagieren. In Grossbritannien warnt die Nationale Gesellschaft für Prävention von Kindsmisshandlung vor der App. Auch in Australien sind Experten besorgt. «Ich habe die App getestet – und bereits beim ersten Kontakt wurde ich aufgefordert, Nacktbilder von mir zu verschicken», sagt eine australische Beamtin für Cyber-Sicherheit.

So soll es in Australien auch zwei Fälle von Grooming geben, die über Yellow abgewickelt wurden. «Diesen Fällen geht jetzt die Polizei nach.» Für die Beamtin ist die zunehmende Popularität ein Problem. Den Nutzern der App gehe es um Sex, und das sei eindeutig schwierig im Zusammenhang mit Teenagern.

«Hält man sich an Regeln, ist die App nicht gefährlich»

Weniger besorgt über Yellow ist Laurent Sedano, Verantwortlicher Medienkompetenz bei Pro Juventute. «Wer bei dieser App ein Profil erstellt, muss sich mit seiner Handynummer anmelden, ist über diese also auch identifizierbar.» Ausserdem sehe man zwar das Alter der anderen Profilinhaber und die Gemeinden, in denen sie sich befänden. «Es reicht aber nicht, um jemanden zu finden.»

Sedano empfiehlt aber – wie bei allen Apps –, gewisse Grundregeln einzuhalten. Jugendliche sollten nie ihren richtigen Namen, ihre Adresse oder andere persönlichen Daten angeben und auch nie zu Treffen mit jemandem gehen, den sie nicht schon aus dem Offline-Leben kennen. Wenn man sich an diese Regeln halte, stelle die App keine Gefahr dar.


(ann)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • analena25 am 05.09.2017 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Schöne Zeiten sind vorbei

    Was waren das für wunderschöne Zeiten, als man noch gefragt wurde; wotsch du mit mir ga? Ja? Nei ? Vilicht ?.. Ich vermisse sie so sehr! Diese unschuldige Verliebtheit und Liebe in dem kein Six pack und grosse Hintern eine Rolle spielten

  • Criselio am 05.09.2017 12:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Die Welt ist jetzt eindeutig kaputt.

    einklappen einklappen
  • -Chriesi- am 05.09.2017 12:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    generation De

    Die Menschheit steht am Abgrund. Zum Glück habe ich keine Kinder.

Die neusten Leser-Kommentare

  • fab17 am 05.09.2017 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ??

    Lächerlich wie sich alle aufregen, diese App gibt es im Appstore schon seit mehreren Jahren

  • James am 05.09.2017 16:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso diese Empörung?

    jede Generation hat Ihre guten, wie auch Ihre schlechten Seiten. Was jedoch bei jeder Generation auffällt ist, dass die Dummen und die Verpeilten eher auf der Strecke bleiben und auf die Schnauze fallen. Viele Kommentatoren vergessen, dass sie selber einmal jung waren und unanständige Sachen gemacht haben (Alkohol, Cannabis etc.). Viele spielen sich jedoch als Moralapostel auf und wollen allen Leute sagen, wie sie zu Leben haben und das früher sowieso alles besser war. Glaubt mir, ein grosser Teil der Mädchen merkt schon, wenn etwas Faul ist. So dumm ist auch diese Generation nicht.

  • Besserwisser am 05.09.2017 16:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtigstellung

    Jemand der sexuellen Kontakt zu Teenagern sucht ist sicher kein Pädophiler. Pädophile fühlen sich von Kindern die noch nich in der Pubertät sind angezogen und da gehören Teenager definitiv nicht dazu. Das soll nicht heissen, sass die App unbedenklich ist aber man kann wenigstens passende Begriffe benutzen.

  • Jan am 05.09.2017 16:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Narzissmus

    Narzissmus, Oberflächlichkeit und Eitelkeit entspricht haargenau unserer Gesellschaft. Eine gewisse Tendenz ist bereits evolutionsbiologisch in den Genen einprogrammiert aber die Sozialisation in einer digitalisierten und kapitalistischen Gesellschaft verstärken diese Eigenschaften noch dramatisch. Die aktuelle Eitelkeit der Millenials wurde also tatsächlich durch Social Media unnatürlich verstärkt. Dating Portale dienen nicht nur dem Suchen und Finden von Datingpartnern sondern auch dem Testen des eigenen Marktwerts auf einem "Datingmarkt". Leider spielt eine gewisse privatwirtschaftliche Logik eine grosse Rolle beim Suchen der grossen Liebe, oder zumindest für ein kleines Techtelmechtel so absurd das klingen mag.

  • Natalie B am 05.09.2017 16:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich war 13 jetz bin ich 15

    Ich habe durch solch eine App meine unschuld mit 13 verlore, es war gigantisch er war 19 und einfach ser gut im bett. Kan es jedem mädchen empfehlen.