Altersreform

24. September 2017 11:40; Akt: 24.09.2017 15:47 Print

Jetzt sinkt die MWST um 0,3 Prozent

Die Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes ist an die Vorlage der Altersreform 2020 geknüpft. Nach deren Ablehnung sinkt die Steuer nun.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Erhöhung der Mehrwersteuer um 0,3 Prozentpunkte für die Zusatzfinanzierung der AHV erreicht das Ständemehr nicht. Bislang haben 10 Kantone und 4 Halbkantone Nein gesagt. Die nötigen 12 Standesstimmen sind damit nicht mehr erreichbar. Da die Vorlage an die Rentenreform gekoppelt ist, erleidet das gesamte Projekt von Sozialminister Alain Berset Schiffbruch.

Eine direkte Folge der Ablehnung ist, dass die Mehrwertsteuer 2018 um 0,3 Prozent sinkt. Grund ist das Auslaufen der IV-Zusatzfinanzierung. Dafür hatten Volk und Stände 2009 während sieben Jahren 0,4 Prozent zusätzlich bewilligt. Diese Periode läuft Ende 2017 aus. Die Mehrwertsteuer sinkt aber nicht um 0,4 Prozent, weil das Stimmvolk ab nächstem Jahr 0,1 Prozent der Bahninfrastruktur zugesprochen hat.

Unternehmen müssen Systeme anpassen

Damit beträgt der Normalsatz ab 1. Januar 2018 7,7 Prozent, der Sondersatz für die Hotellerie 3,7 Prozent und der reduzierte Satz 2,5 Prozent. Der AHV entgehen dadurch nächstes Jahr 700 Millionen Franken. Weil auch der zweite Erhöhungsschritt abgelehnt wurde, beträgt der Ausfall 2030 schon 2,1 Milliarden Franken.

Die Unternehmen müssen nun innert weniger Monate ihre Systeme anpassen. Die Kosten einer Mehrwertsteuer-Anpassung betragen jeweils rund 200 Millionen Franken. Diesmal dürften sie etwas tiefer ausfallen, weil der reduzierte Satz unverändert bleibt.

(sil)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Luca* am 24.09.2017 11:52 Report Diesen Beitrag melden

    Wechsel

    Wer ist für die Kündigung von Herr Berset ?

    einklappen einklappen
  • Jerome Zubler am 24.09.2017 11:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Berset, leider Nein!

    Diese gekoppelte Abstimmung wird sowas von den Bach runter gehen.....

    einklappen einklappen
  • Ein Leser am 24.09.2017 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    ungerecht

    Die AHV Zusatzfinanzierung habe ich klar abgelehnt weil sie ungerecht ist.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andi am 25.09.2017 15:53 Report Diesen Beitrag melden

    Immer wieder das selbe

    Hmmm, immer wieder werden uns Vorlagen zur Abstimmung hingelegt, die nicht mal die Politiker gänzlich verstehen..... MWST 0.3% runter bräuchte es nicht. Das Geld hätte längstens gereicht um die AHV auf Kurs zu halten. Aber immer alles vermischen bei den Vorlagen. So kommen wir sicher nicht weiter. Es gibt auch im unteren Drittel der Lohnempfänger, deren Hirn noch aktiv ist.

    • Yvonne am 25.09.2017 19:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Andi

      sehr richtig. Die Vorlage hätte so nie vors Volk kommen dürfen. Dass sie gescheitert ist, zeigt a) das Volk ist smarter als gewisse Politiker und b) die Vorlage war einfach nicht glatt gezogen, sprich ein Geflecht, das man nicht einfach mit Ja oder Nein abhaken kann, ohne sich selbst Nachteile einzuhandeln

    einklappen einklappen
  • McMoneysac am 25.09.2017 14:10 Report Diesen Beitrag melden

    0,1 % vorbeigeschummelt

    Wieso nur auf 7,7 % und nicht auf 7,6 % wie sie vor der befristeten Erhöhung war?

    • Strupi am 25.09.2017 14:28 Report Diesen Beitrag melden

      @McMoneysac

      Lesen ist Kunst. 0.1% wird der Bahninfrastruktur ab dem 1.1.18 zugesprochen (FABI)

    • Mary J am 25.09.2017 17:11 Report Diesen Beitrag melden

      @Mcmoneysac

      Ganz ehrlich, sowas nervt wenn man nicht mal den Text richtig liest, sich dann aber trotzdem zu einen Kommi hinreissen lässt, der einem ganz klar entlarvt!! Kein Wunder verstehen die Leute die Vorlagen nicht!

    einklappen einklappen
  • Bruno am 25.09.2017 01:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld für gerechte Sozialsysteme

    Die Mehrwertsteuer ist ein denkbar schlechtes Instrument um Marktverzerrungen korrigieren zu wollen. In der Schweiz ist für vernünftige Lösungen absolut genügend Geld da. Nur dürften wir dieses halt nicht in Milliardenhöhe nach einem Giesskannensystem ins Ausland verteilen...

    • André Nottarisi am 25.09.2017 12:13 Report Diesen Beitrag melden

      Asylmissbrauch

      Nicht nur ins Ausland, im Inland werden Milliarden für Asylmissbraucher ausgegeben, total unnachhaltig weil es inzwischen sich ein Riesenloch im staatlichen Finanzsystem bildet.

    • Mary J. am 25.09.2017 17:12 Report Diesen Beitrag melden

      und ???

      Warum kritisiert niemand gewisse Subventionen wie steinreiche Milchverarbeiter die auch Geld bekommen und noch mehr verdienen? Oder das Massive Budget beim Militär???

    einklappen einklappen
  • Peter schmid am 24.09.2017 22:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kompliziert machens nur die Politiker

    Die Vorlage ist den Bach runter und alle sagen, jetzt wird es schwierig. Dabei wäre es so einfach. Mwst belassen, da Senkung sowieso niemand merkt. Da hätte man schon mal 600 Mio in der Tasche. Das Volk würde wohl so etwas annehmen, aber die Politiker leider nicht, da sie Partei-Ideologien anstelle Lösungen vertreten.

    • Mina am 25.09.2017 07:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter schmid

      Stell dir vor: Genau so war es bei der MwSt vorgesehen. Bei einem Ja, wäre der Satz per 1.1.2018 auf 8% geblieben.

    • Albert Meier am 25.09.2017 12:05 Report Diesen Beitrag melden

      Intransparenz herrscht

      Nur hat das niemand so kommuniziert. Anstatt dessen wurde alles so verschachtelt dass am Ende niemand mehr durchblickte. Aus wurde wieder ein schönes Paket geschnürt von der Politik

    einklappen einklappen
  • Cavi33 am 24.09.2017 20:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur kurzfristig

    Was der Blödsinn bis 2030 ist der MWST Satz sicher bei 10%. Somit müssen wir nicht über einen hypothetischen Fehlbetrag diskutieren. Nach dieser Abstimmung haben doch unsere Politiker schon den nächsten Pfeil im Köcher.