Kleindealerei

13. August 2017 09:48; Akt: 13.08.2017 09:48 Print

Jugendliche handeln mit Partydrogen

Mit dem Verkauf von Marihuana und Partydrogen versuchen Jugendliche, ihren Eigenkonsum zu finanzieren. Das ist zunehmend ein Problem, sagt die Polizei.

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In Gelterkinden dealen 12-Jährige mit Drogen. Dass Jugendliche mit Betäubungsmitteln handeln, ist kein Einzelfall, wie eine Umfrage von 20 Minuten bei Polizeikorps und Jugendanwaltschaften zeigt. Die Kleindealerei unter Jugendlichen nimmt zu.

«In den vergangenen Jahren hat der Konsum von Betäubungsmitteln unter Jugendlichen wieder deutlich zugenommen», sagt Adrian Gaugler, Sprecher der Polizei Basel-Landschaft. Gleichzeitig sei eine Tendenz spürbar, dass die Jugendlichen versuchten, ihren Konsum über Dealerei zu finanzieren. Dabei seien vor allem Cannabis, vermehrt aber auch andere Drogen im Spiel.

Jugendliche verkaufen nur selten grosse Mengen

Bei der Stadtpolizei Zürich heisst es, dass der Handel von Drogen unter Jugendlichen leicht angestiegen sei. Jeden Monat würden einige Fälle verzeichnet. Im Kanton St. Gallen wurden im vergangenen Jahr 36 Jugendliche wegen Handels mit Betäubungsmitteln verzeigt. Da diese Zahl stark von der Kontrolltätigkeit der Polizei abhängig ist, kann sie nicht verallgemeinert werden.

«Die Jugendlichen tragen meist Marihuana auf sich. Vermehrt besitzen sie aber auch Partydrogen wie LSD und MDMA», sagt Florian Schneider, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen. Die Mengen, die die Jugendlichen auf sich haben, seien aber meist nicht gross. «Sie besitzen nur eine geringe Menge für den Eigenkonsum und verkaufen entsprechend nur wenig Betäubungsmittel an andere Jugendliche», so Schneider. Die jungen Dealer versuchten nur selten, ihren Konsum gänzlich über Handelstätigkeit zu decken.

Den typischen Kleindealer gibt es nicht

An den Stoff kommen die Jugendlichen hauptsächlich über bekannte Personen. «Die jugendlichen Dealer beziehen die Betäubungsmittel eher nicht über Unbekannte», sagt Schneider. Von der Kleindealerei erfahre die Polizei erst aufgrund von Hinweisen oder im Rahmen von Ermittlungen wegen Drogenkonsum. «Hinweisen auf Kleindealerei unter Jugendlichen gehen wir konsequent nach», so Schneider.

Welche Jugendlichen als Dealer agieren, lässt sich nicht sagen. Den typischen jugendlichen Kleindealer gebe es nicht, heisst es bei der Kantonspolizei Zürich. Es seien eher junge Männer, die mit Drogen handelten. 12-jährige Dealer seien die absolute Ausnahme.

Die Bandbreite von Strafen ist gross

Da die Jugendlichen dem Jugendstrafrecht unterstehen, ist die Bandbreite bei der Bestrafung gross. Bei Jugendlichen bis 15 Jahren kann ein Verweis oder eine persönliche Leistung von bis zu 10 Tagen ausgesprochen werden. Ein Jugendlicher über 15 Jahre kann zudem mit einer Geldstrafe oder einem Freiheitsentzug sanktioniert werden. «Wir prüfen in jedem Fall, welche Strafe pädagogisch sinnvoll ist», sagt Sarah Reimann, Sprecherin der Oberjugendanwaltschaft Zürich.

Mit Prävention versuchen die Behörden, der Kleindealerei unter Jugendlichen vorzubeugen. Dazu arbeiten Schulen, Polizei, Jugendanwaltschaft und Suchtprävention eng zusammen. Im Fokus steht dabei die Früherkennung. «Zusammen mit den Schulen arbeiten wir Konzepte aus, damit Probleme früh erkannt werden», sagt Annett Niklaus, Sprecherin der Stellen für Suchtprävention im Kanton Zürich. Es sei wichtig, dass die Lehrpersonen die entsprechenden Ansprechstellen kennen würden.

(tam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Joe251 am 13.08.2017 09:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seit Jahrzehnten

    Nichts neues... Damals wie heute

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  • kue am 13.08.2017 10:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    freigabe

    wenn die Drogen (derjenige der sie nehmen will nimmt sie eh) endlich frei gegeben würden d.h. kontrolliert abgegeben fällt die ganze Beschaffungskriminalität usw weg. Ich kann ja auch 10 Fl. Schnaps leer saufen und trage die Konsequenz selber.

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  • Peter Pan am 13.08.2017 10:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Legalisieren?

    Legalisieren hätte den vorteil dass es kontrolliert gekauft werden kann, und somit auch nicht mehr so einfach zu bekommen unter 18. Das problem ist dass viele kinder wegen problemen zu hause und schlechten umgang zu hause aus der welt flüchten wollen. Es gibt viele probleme die noch nicht gelöst sind. Hanf ist sowieso nur verboten worden weil der Opium und Alkohol handel stillgestanden wäre. Wäre das legalisiert wären mehr arbeitsplätze vorhanden, AHV könnte mit geld gefüllt werden und die qualität wäre zu 99% dann auch sehr gut. Den run auf weed sieht man in den USA und Holland. Ist jetzt einer nur wegen hanf gestorben? Hab boch nichts gehört davon. Anders siehts aus mit anderen drogen. Da seh ich mehr handlungsbedarf und aufklärung wie gefährlich das ist.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Anonym am 14.08.2017 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Ist das die heutige Jugend? Frech, verzogen, ohne Respekt, materiell fordernd und dann mit Drogen handeln? Nein, danke!

  • Anonym am 14.08.2017 18:18 Report Diesen Beitrag melden

    Herzlichen Glückwunsch

    Das ist etwas, auf das Jael und ihre Generation wirklich "stolz" sein können: Kein Benehmen, keine Erziehung, sich immer in den Mittelpunkt drängen, auf niemanden hören, materiell alles fordern und mit Drogen handeln. Das ist wirklich eine Generation, die "unsere Zukunft" ist. (Menschen mit Intellekt bemerken den Sarkasmus in meinem Beitrag).

  • Igel am 14.08.2017 08:09 Report Diesen Beitrag melden

    Nur glänzen zählt

    Drogenkauf ist einer von den Anfängen sich in die Schuldenfalle zu bewegen. Neben allem anderen was man auch unbedingt noch haben muss um dabei zu sein.

  • Senior Ding Dong am 14.08.2017 01:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    oh nein

    Na super, jetzt habe ich Lust auf Extasy ,weibliche Gesellschafft, eine Packung Zigaretten und ein paar Liter Bier. Ja Danke, zum Glück ist nicht Montag.

  • Jetter am 13.08.2017 23:25 Report Diesen Beitrag melden

    Clean ist doch viel schöner!

    Warum Drogen? Klar, das Gefühl mag schön sein. Aber einmal genommen, will man diesen Zustand wieder haben. Deshalb werde ich keine Drogen konsumieren, mit Ausnahme von Alkohol in geringen Mengen. Und nur weil ich keine Drogen konsumiere, heisst es nicht, dass ich mein Leben nicht geniesse.