Kryptowährungen

05. Februar 2018 11:11; Akt: 05.02.2018 12:09 Print

Jungfreisinnige nehmen Bitcoin-Spenden an

von Silvana Schreier - Die Jungfreisinnigen Schweiz wollen Bitcoin-Fans anlocken: Ab sofort nimmt die Jungpartei Kryptospenden entgegen. Die Juso kritisiert die Idee.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Hype um Kryptowährungen wie Bitcoin ist gross – auch in der Schweiz. Als erste Schweizer Partei springen nun die Jungfreisinnigen Schweiz auf den Bitcoin-Zug auf: Neu können Spenden in Form von Kryptogeld an die Jungpartei gezahlt werden. Dadurch erhoffen sich die Jungfreisinnigen mehr Spenden und eine Diskussion über die digitalen Währungen.

Umfrage
Wollen Sie auch Bitcoins kaufen?

«Als Partei sind wir auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Und die Leute aus der Bitcoin-Szene wollen vermehrt in die Politik», sagt Andri Silberschmidt, Präsident der Jungfreisinnigen Schweiz. Mit der Möglichkeit von Kryptospenden wolle man diese Personen ins Boot holen. Auf der Website der Jungpartei kann darum in drei Kryptowährungen bezahlt werden: Bitcoin, Ethereum und Ripple.

«Digitalisierung ist unser Kernthema»

Im Dezember sei die Partei angefragt worden, ob man Kryptogeld spenden könne. Silberschmidt: «So kamen wir auf die Idee.» Die Jungfreisinnigen rechnen sich aus, dass 2018 etwa zehn Prozent der gesammelten Spenden aus Kryptogeld stammen könnten. «Das wären optimistisch gesehen 10'000 bis 20'000 Franken.» 2017 hätten sie durch gewöhnliche Spenden insgesamt rund 200'000 Franken eingenommen.

Laut Silberschmidt müsse sich die Schweiz die Frage stellen, «ob man innovative Köpfe und Unternehmen hierher holen möchte oder ob die Kryptotechnologie an uns vorbeizieht». Gerade in dieser Diskussion wollten die Jungfreisinnigen eine Rolle spielen. Denn: «Die Digitalisierung und der offene Umgang damit gehören zu unseren Kernthemen.»

Woher kommt das Kryptogeld?

Bitcoins stehen immer wieder in der Kritik, weil sie im Darknet als Zahlungsmittel für Drogen, Waffen oder Prostitution verwendet werden. Gerade die Anonymität der Währung mache sie für zwielichtige und teils illegale Geschäfte attraktiv. Dazu sagt Silberschmidt: «Dieses Risiko besteht auch bei klassischen Spenden und kann leider nie ganz eliminiert werden.» Die Jungfreisinnigen würden mit Softwarelösungen arbeiten, die erkennen sollen, ob das Kryptogeld aus einer Quelle stammt, die auf der schwarzen Liste von Behörden und Institutionen steht.

Noch steht die Jungpartei mit der Kryptowährung allein da: «Es wäre cool, wenn die FDP auch mitmachen und sich innovativ zeigen würde», so Silberschmidt. Bei der Mutterpartei ist man aber zurückhaltend: «Die Idee ist innovativ und zeitgerecht. Aber wir werden vorerst die Erfahrungen der Jungfreisinnigen abwarten, bevor wir uns überlegen, ebenfalls einzusteigen», sagt FDP-Kommunikationschef Martin Stucki.

Juso hält Bitcoin-Hype für «eindeutig nicht nachhaltig»

Die Jungsozialisten haben ebenfalls Bedenken: «Solange die Kryptowährung Bitcoin so umweltschädlich ist wie jetzt, kommt das für uns nicht infrage», sagt Juso-Zentralsekretärin Julia Baumgartner. Denn verschiedene Berichte hätten gezeigt, dass «Bitcoins mehr Energie verbrauchen als manche Staaten». Der Stromverbrauch sei derart hoch, da die Computer komplexe Rechenaufgaben lösen müssten. Zudem führe der Hype um die Währung zu einer riesigen Blase, die für die Gesamtwirtschaft gefährlich werden könnte, wenn es so weitergehe. «Es ist eine spannende Technologie, aber dieser Hype ist eindeutig nicht nachhaltig», so Baumgartner.


Was man über Bitcoin wissen muss. (Video: Tamedia/AFP)

FDP-Nationalrat Ruedi Noser hingegen lobt die Jungfreisinnigen: «Ich finde das sehr positiv und würde mich freuen, wenn die FDP auch mitmacht.» Denn die Kryptowährungen würden sich langfristig gesehen durchsetzen – «das ist nur eine Frage der Zeit». Für Noser ist es selbstverständlich, dass man sich mit den neuen Währungen auseinandersetzt. Er selbst habe auch schon Bitcoins gekauft.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Träumt weiter am 05.02.2018 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Schön für Sie

    Nur bekommen Sie von mir weder einen Rappen noch Bitcoins.

  • Felix am 05.02.2018 11:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Passt...

    Bitcoins und Jungfreisinnige.. passt gut zusammen. Beides im Abwärtstrend...!!!

    einklappen einklappen
  • B. Bakker am 05.02.2018 11:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer ist so einfach gestrickt?

    Oh, die nehmen Bitcoins als Spende? Die unterstütze ich! Aber hauptsache wieder einen Artikel zum Bitcoin veröffentlicht.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Appnose am 06.02.2018 16:38 Report Diesen Beitrag melden

    App für mich

    Bekomm ich dann eine App? Ich will eine App.

  • Realist am 06.02.2018 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    BITCOIN-RISIKO-SPEKULATIONEN

    Der Bitcoin-Handel in der Schweiz sollte verboten werden

  • Rubel rollt am 06.02.2018 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Guter Zeitpunkt?

    Und das angesichts des Kurssturzes?

  • Blue Angel am 06.02.2018 11:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kurs unter dem Tisch

    Und heute zerfällt der Kurs. Bravo.

  • Conrad Vo Der Miene am 06.02.2018 11:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Uriella

    Anti Silberschmith geht auf Betteltour im weissen Hemd wohl das einzige er hat,was Arbeitet den der feine Herr wohl nicht auf der Landwirtschaft oder Bau,ist er Frauenarzt immer in Weiss?......