Mailand

09. Dezember 2014 17:32; Akt: 09.12.2014 17:32 Print

Kafi und Öpfelringli – die Schweiz an der Expo 2015

Verantwortliche haben heute Dienstag in Bern ein Modell des Pavillons für die Expo 2015 in Mailand vorgestellt. Das Thema ist klar ersichtlich: Ernährung.

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Den Schweizer Auftritt an der Expo 2015 in Mailand prägen vier Türme, die gefüllt sind mit Wasser, Salz, Kaffee und Apfelringen. Der Wasserturm wird aber nicht wie ursprünglich vorgesehen mit Wasserflaschen von Nestlé gefüllt, sondern mit Wasserbechern, aus denen die Besucher lokales Trinkwasser trinken können.

Das Trinkwasser können die Besucher aus im Turm eingebauten Wasserhähnen beziehen, wie Präsenz Schweiz am Dienstag in Bern bei der Vorstellung des Schweizer Pavillons mitteilte.

Néstle steuert 3 Mio Franken bei

Präsenz Schweiz reagiert damit auf Kritik am grossen Engagement des Nahrungsmittelunternehmens Nestlé am Schweizer Expo-Auftritt. Nestlé steuert 3 Millionen Franken an das Budget von 23,1 Millionen Franken bei.

Der Konzern stehe in der Kritik, weil er Wasserressourcen vermarkte, heisst es in einer Anfrage an den Bundesrat von Nationalrätin Martina Munz (SH/SP) vom September. Das sei schwierig zusammenzubringen mit dem Bild der nachhaltigen Schweiz, welches die Eidgenossenschaft an der Weltausstellung vermitteln wolle.

«Wir haben uns die Wasserfrage gestellt, wir haben überlegt und zugehört», sagte Nicolas Bideau, Chef von Präsenz Schweiz am Dienstag vor den Medien. Schliesslich habe Präsenz Schweiz entschieden, Wasser aus dem Hahn statt in Flaschen anzubieten.

Besucher können sich bedienen

Die Weltausstellung von Mailand dauert vom 1. Mai bis 31. Oktober und widmet sich dem Thema Ernährung, Nachhaltigkeit und Ressourcenverteilung. Aus den vier gefüllten Türmen des Schweizer Pavillons können die Besucherinnen und Besucher so viele Salzsäckchen, Wasserbecher, Apfelringe und Kaffeepäckchen mitnehmen, wie sie wollen.

Je weniger Produkte sich in den Türmen befinden, desto mehr senkt sich der Boden der Besucherplattformen. Damit sollen die Besucher Verantwortung für die vorhandenen Ressourcen übernehmen, erklärte Bideau vor den Medien.

Wenn die Türme nach ein paar Wochen bereits leer seien, so sollen sie auch eine Weile leer bleiben, sagte Bideau. «Auch die Leere vermittelt eine Botschaft», fügte er hinzu, nämlich «dass die anderen alles bereits genommen haben». Denkbar wäre allerdings, dass die Türme nach zwei Monaten wieder aufgefüllt würden.

Arbeiten nach Plan

Die Arbeiten am Pavillon laufen derzeit nach Plan, sagte Andrea Arcidiacono von Präsenz Schweiz. Ende Januar sollen die Gebäude fertiggestellt sein, im Februar und März sollen die Ausstellungen gebaut werden und im April soll die Testphase starten.

Nach der Weltausstellung sollen 75 Prozent der Materialien des Pavillons wiederverwendet werden. Die Türme sollen in Schweizer Städten als «urbane Gewächshäuser» wiederbelebt werden, wie Bideau ausführte.

National- und Ständerat haben im November 2012 einen Kredit von 23,1 Millionen Franken für den Schweizer Auftritt genehmigt. Dabei werden 8 Millionen von Sponsoren beigesteuert.

Neben Nestlé gehören dazu die Uhrenmarke Vacheron Constantin, die Schweizer Salinen und andere. Partner des Pavillons sind ausserdem die Gotthardkantone Graubünden, Tessin, Uri und Wallis sowie die Städte Basel, Zürich und Genf und die Schweizer Landwirtschaft.

Die SBB wird vom 1. Mai bis 31. Oktober 2015 täglich mehrere Sonderzüge einsetzen, wie Arcidiacono mitteilte. Damit sollen für Schweizerinnen und Schweizer auch Tagesausflüge an die Expo möglich sein. Präsenz Schweiz erwartet insgesamt drei Millionen Besucher im Schweizer Pavillon und ungefähr 16'000 Besucher pro Tag.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • nal am 09.12.2014 17:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Achso

    Kaffebohnen representiert die Schweiz sehr gut! Jedoch finde ich, wir haben lamgsam zu viele Kaffebohnenplantagen in der schweiz

    einklappen einklappen
  • Silversurfer am 09.12.2014 23:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wow geniale Themenwahl

    Salz, Kaffebohnen, Wasser, Apfelringe und Nachhaltigkeit stehen für die Schweiz? Hmmm Die Schweiz ist eine der wichtigsten Drehscheiben im weltweiten Raubbaugeschäft von Ressourcen. Diese Rolle ist eine Schande für die Schweiz und wird noch grosse Probleme bringen. Sehr heuchlerische und unpassende Themenwahl. Aber man muss sich halt in ein gutes Licht rücken, für 23 Millionen..

  • anerom am 10.12.2014 00:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was???

    Kann mich nicht entscheiden ob es peinlich oder lächerlich ist

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Egloff am 10.12.2014 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Allen Unkenrufen zum Trotz...

    Ich werde in der zweiten Maiwoche die Expo für 4 Tage besuchen und es wird für mich bereits die vierte Expo sein. Ich bin begeistert, dass man so innert kürzester Zeit die ganze Welt "bereisen" kann. Diese Weltausstellung wird von mind. 20 Millionen Menschen besucht und wenn nur 1 % der Besucher wegen "unserem" Auftritt einen Besuch in unserem Land macht, dann hat es sich schon gelohnt. Wer Freude an der Landesausstellung 2002 hatte, der wird die Expo in Milano lieben. Ich empfehle aber aus Erfahrung einen Besuch von mindestens 3 Tagen, damit man sich wirklich alles ansehen kann.

  • Doni am 10.12.2014 08:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heuchlerisch

    Eine Expo, die Tonnen von Materialverschleiss bedeutet, dem Thema Nachhaltigkeit zu widmen ist schon fast ein Witz.

  • Philipp Nägeli am 10.12.2014 06:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unnötig

    Für was muss die Schweis an die Expo nach Mailand mit diesem riesen Budget?

  • B. Roten am 10.12.2014 00:17 Report Diesen Beitrag melden

    Mit der Schweiz hat das nichts zu tun

    ähm ist es nicht so das Nestlé Trinkwasser in Flaschen in Drittländern verkauft? Und für ein 3 Millionen Investment hier ist diese umstrittene Praxis nun gut, weil man hier ein Trinkglas auf dem Gebäude aufstellt?

  • anerom am 10.12.2014 00:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was???

    Kann mich nicht entscheiden ob es peinlich oder lächerlich ist