Zu hoher Frauenanteil

22. Mai 2016 18:30; Akt: 22.05.2016 18:30 Print

Kampagne soll Männer in die Primarschulen locken

Weniger als jede fünfte Lehrperson in den Primarschulen ist ein Mann. Nun soll eine Kampagne dafür sorgen, dass der Männeranteil wieder steigt.

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Die Zahl der Männer, die an Primarschulen unterrichten, ist massiv gesunken. Noch im Jahr 1995 waren 30 Prozent der Lehrkräfte männlich, aktuell sind es nur noch 18 Prozent. Nun soll der Männeranteil wieder grösser werden. Dazu haben die Pädagogischen Hochschulen Zug und Zürich eine Kampagne gestartet: Mit Kino-Werbung und Zeitungsinseraten sollen Männer dazu bewegt werden, sich für den Primarlehrerberuf zu interessieren.

Umfrage
Finden Sie es wichtig, dass wieder mehr Männer in der Primarschule unterrichten?
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3 %
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Insgesamt 2991 Teilnehmer

Wer sich den Job vorstellen kann, soll sich über die Website Umstieg-Lehrberuf.ch für Schnuppertage anmelden, bei denen er einen Lehrer bei der Arbeit begleiten kann. Auf der Website finden sich auch Porträts von Primarlehrern, die erzählen, warum sie sich entschieden haben, den Beruf zu ergreifen.

Die Hoffnung ist, dass ein Teil der Interessenten sich danach für einen der Quereinsteiger-Lehrgänge anmeldet, die die Pädagogischen Hochschulen anbieten. Bei den Schnuppertagen gehe es darum, «Barrieren abzubauen», sagt Christa Kappler von der Pädagogischen Hochschule Zürich zur «NZZ am Sonntag».

Gleichstellungsbüro fördert Kampagne finanziell

Die neue Kampagne ist eine der Aktionen des Vereins «Männer an die Primarschule» (MAP). Das Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Mann und Frau (EGB) unterstützt die Aktion mit einer halben Million Franken. EGB-Direktorin Sylvie Durrer: «Diese Projekte fördern die geschlechteruntypische Berufswahl und tragen so zur Chancengleichheit bei.» Weitere 175'000 Franken investiert das EGB in ein Projekt, das Männern die Arbeit in der schulischen Heilpädagogik schmackhaft machen soll: Dort liegt der Männeranteil bei lediglich zehn Prozent.

Auch der Lehrerverband Schweiz unterstützt die Aktionen des MAP zur Männerförderung. Zugleich hält der Verband aber fest: «Kinder und Jugendliche werden in der Schule von Frauen genauso gut unterrichtet wie von Männern.» MAP-Koordinationsleiter Beat Ramseier sagt zur «NZZ am Sonntag»: «Es braucht in der Pädagogik die weibliche und die männliche Sicht.» Männer für die Arbeit an Primarschulen zu motivieren, werde nicht von heute auf morgen gelingen: «Das ist ein Generationenprojekt.»

(lüs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • H. Pestalozzi am 22.05.2016 18:57 Report Diesen Beitrag melden

    Verspätete Einsichten der Politik?

    Der Beruf des Lehrers wurde während Jahrzehnten von den Schweizer Massenmedien durch negative Schlagzeilen über einzelne Schwarze Schafe diskreditiert. Lehrer sein bedeutet heute, mit einem Fuss in der Luft zu stehen. Die derzeitige teure Förderung des Lehrer-Images ist ein verzweifelter Versuch der Politik, den angerichteten gesellschaftlichen Schaden zu begrenzen.

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  • Isabella am 22.05.2016 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zeit

    Wer will sich das denn heute noch antun...

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  • René B. am 22.05.2016 18:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frau oder Mann

    Das spielt eigentlich nicht so eine grosse Rolle. Viel wichtiger scheint mir dass schon in der Primarschule wieder mehr auf Disziplin, Respekt und Anstand geachtet wird. Aber vielleicht hat das ja einen Zusammenhang.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kerrigan am 23.05.2016 07:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kreisch! Die böse Quote!

    (Achtung Sarkasmus!) Quoten?! Oh nein, dann kommen nur die unqualifizierten Männer und nehmen den Frauen den Job weg, aussderdem wollen sie nur einen bequemen Beruf ohne harte Arbeit und desweiteren sind Männer biologisch total ungeeignet zu so viel sozialer Interaktion! Männer, wollt ihr wirklich nur der Quotenmann sein? Jeder wird wissen, dass ihr keinerlei Können mitgebracht habt und man euch nur wegen der Quote einen Job gab. Ausserdem: Der geringe Anteil zeigt doch bereits, dass Männer andere Interessen haben, zBsp Nägel in die Wand klopfen, Bier trinken und Bretter rumtragen. (Sarkasmus Ende.)

    • levin_matteo am 23.05.2016 09:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kerrigan

      Das traurige an Ihrem Kommentar ist, dass es wirklich Leute gibt die so denken

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  • Lehrerin am 23.05.2016 07:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frauenberuf/ Frauenlohn

    Solange es ein Frauenberuf ist bei dem Frauenlöhne bezahlt werden, wird sich nichts ändern! Investiert die Millionen lieber in Lohngleichheit!!

    • P.H. am 23.05.2016 08:23 Report Diesen Beitrag melden

      Wie bitte?

      7'300.-/Monat mit 23 Jahren als Einstiegslohn für eine Primarschullehrerin, finde ich alles andere als zu wenig! Und das ist kein erfundenes Beispiel! (Vielleicht über dem Durchschnitt, aber nicht weit!)

    • schweizer Q am 23.05.2016 08:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lehrerin

      13 Wochen Ferien und noch motzen...

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  • Lucy am 23.05.2016 07:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lehrer sind wichtig

    Die Kinder sind den ganzen Tag in der Schule und brauchen auch die männlichen Vorbilder.

  • Sarkas Mus am 23.05.2016 07:11 Report Diesen Beitrag melden

    Viele Kampfemanzen sind Lehrerinnen

    Oder was ähnliches in der Art. Also berufe, in denen man berufsbedingt was zu sagen hat ohne zwingend was können zu müssen. Liebes Kampfgeschwader, das ist euer Auftritt! Wehrt euch für uns Männer!

  • Ph Studentin am 23.05.2016 07:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    PhZh: vonwegen Budgetkürzungen!

    Die Ph Zürich soll mal aufhören stets für neue Studis zu werben! Die sollen sich besser mal um ihre zurzeit Studierenden kümmern! Diese Ausbildung ist ein absoluter Zirkus!!

    • nike34 am 23.05.2016 07:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ph Studentin

      Masse statt Klasse-so kam mir das Studium auch vor.

    • Tssss PH am 23.05.2016 07:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ph Studentin

      Gab es zu wenig Mandalas oder hatte es nicht genügen Farbstifte? :-)

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