Medikamenten-Preise

25. September 2014 09:17; Akt: 25.09.2014 09:20 Print

Kassen sollen nur noch billige Generika bezahlen

Geht es nach Bundesrat Alain Berset, sollen die Krankenkassen künftig nur noch die günstigen Generika bezahlen. Pharmabranche und bürgerliche Gesundheitspolitiker sind empört.

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(Bild: Keystone/AP/Joerg Koch)

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Gesundheitsminister Berset plant einen radikalen Systemwechsel bei der Medikamentenvergütung der Krankenkassen. Ab 2015 soll ein Maximalbetrag pro Wirkstoff festgelegt werden. Die Kassen würden dann nur noch diesen Festbetrag bezahlen müssen. Will ein Patient ein teureres Medikament, muss er den Preisunterschied selber bezahlen. Der Bundesrat schickt dieses neue Festbetragssystem voraussichtlich im Frühling in die Vernehmlassung.

Die Generika-Branche läuft jetzt schon Sturm gegen Bersets Pläne, wie der «Tages-Anzeiger» am Donnerstag berichtet. Der Verband Intergenerika warnt vor der Einführung des «Billigstprinzips». Ausländische Erfahrungen zeigten, dass die Zahl der Anbieter und die Vielfalt der Präparate durch den Preisdruck zurückgehe, sagt Huber gegenüber der Zeitung. So würde die Maximalpreisfestlegung auch den Generika-Standort Schweiz in Bedrängnis bringen.

Gegenwind aus Pharmabrachen und bürgerlichem Lager

Auch bürgerliche Gesundheitspolitiker reagieren auf Anfrage des «Tages-Anzeiger» verärgert auf Bersets geplanten Systemwechsel. FDP-Ständerat Felix Gutzwiler kritisiert, dass Berset neben den laufenden Preissenkungsmassnahmen bei Originalmedikamenten bereits schon den nächsten Schritt plant. Auch CVP-Nationalrätin Ruth Humbel warnt vor den negativen Folgen für den Pharmastandort Schweiz. Und SVP-Nationalrat und Präsident von Intergenerika, Thomas de Courten, sagt: «Bundesrat Berset konzentriert sich bei seinen Massnahmen zur Stabilisierung der Gesundheitskosten einseitig auf die Medikamentenpreise.»

Begrüsst werden Bersets Pläne hingegen vom Preisüberwacher Stefan Meierhans. Mit der geltenden Regel würden sich die Generikahersteller an den teuren Preise der Originalpräparate orientieren, sagt er zur Zeitung. «Nicht zuletzt deshalb sind die meistverkauften Generika in der Schweiz rund doppelt so teuer wie in den Vergleichsländern.» Meierhans sieht mit dem neuen System ein Sparpotenzial von jährlich rund 400 Millionen Franken. Unterstützung erhält Berset auch von der Stiftung für Konsumentenschutz und dem Kassenverband Santésuisse.

(rok)