Einreise verweigert

13. Juli 2014 16:39; Akt: 13.07.2014 16:45 Print

Keine Sherpas am Fuss des Matterhorns

Sherpas dürfen am Matterhorn keinen Weg sanieren – der Bund verweigert das Visum. Hüttenwart und Kurdirektor sind enttäuscht über den verpassten Know-how-Transfer.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Zehn Nepalesen aus dem Himalaya-Gebiet hätten in Zermatt ab Dienstag mithelfen sollen, den Weg zur Hörnlihütte am Fusse des Matterhorns zu sanieren. Das Projekt der Gemeinde Zermatt scheitert jetzt wegen Einwänden des Bundesamt für Migration: Dieses will laut der «NZZ am Sonntag» keine Visa ausstellen. Dieses begründete den negativen Entscheid damit, dass die Visa Bedingungen für ein Entwicklungsprojekt nicht erfüllt seien: Sie sei nur in Bereichen möglich, die für das Herkunftsland bedeutend seien, oder wenn die Antragssteller eine Zusatzausbildung erhielten, die in der Heimat nicht angeboten werde. Ursprünglich soll sogar die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit das Vorhaben unterstützt haben (siehe Box).

«Das ist schlicht und einfach Unsinn»

Mit der Sanierung des Weges im Gebirge und dem Errichten neuer Trockenmauern hätten die Sherpas ein Handwerk anwenden können, das in der Schweiz nicht mehr existiert. Auch darum hat der Zermatter Kurdirektor Daniel Luggen kein Verständnis für den Entscheid des BfM: «Wir wollten etwas Gutes tun und die Nepalesen hätten niemandem etwas weggenommen – im Gegenteil.» Schliesslich würden sich seit Jahren schon Private aus Zermatt etwa an Projekten für die Bergrettung in Nepal engagieren. Besonders befremdend sei auch die Befürchtung des Bundesamts für Migration, dass die zehn Nepalesen hier bleiben würden: «Das ist schlicht und einfach Unsinn. Wir kennen diese Leute, sie haben ihre Arbeit und Familien in Nepal, das wird auch so bleiben», sagt Luggen.

Für grosse Enttäuschung sorgt die Abfuhr auch bei Kurt Lauber, dem Hüttenwart der Hörnlihütte. Er hatte die Projektidee: «Im Hinblick auf die Hüttenrenovierung und das 150-Jahre-Jubiläum der Matterhorn-Erstbesteigung im nächsten Jahr ist das natürlich besonders schade.» Lauber redet von einer entgangenen Win-Win-Situation: «Ich bin selber schon auf den schön säuberlich gemauerten Wegen in Nepal unterwegs gewesen. Von diesem Wissenstransfer hätten alle Beteiligten profitiert.»

Nochmals beim Kanton oder sogar beim Bundesrat anklopfen

Es ist also unklar, ob die Bergsteiger zum Jubiläum der Matterhorn Erstbesteigung noch auf dem alten, teils kaputten Weg in die Hörnlihütte müssen. Ganz aufgegeben haben die Verantwortlichen noch nicht: «Wir werden nochmals beim Kanton anklopfen, um einen einen Weg zu finden. Zudem überlegen wir uns, mit unserem Anliegen direkt an den Bundesrat zu gelangen», sagt Kurdirektor Daniel Luggen. Eine Alternative wäre, das Projekt auf nächstes Jahr zu verschieben und es nochmals auf offiziellem Weg zu probieren. Notfalls will Luggen gar eine Busse in Kauf nehmen: «Sonst holen wir die Nepalesen einfach ohne Bewilligung in die Schweiz.»

(ngl)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heinz Meier am 13.07.2014 16:47 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn wunderst?

    Wieder einmal eine Lachnummer vom Zentrum der Schweiz. Dafür alle anderen reinlassen die wenig oder nichts für die Schweiz machen sondern sie ausnehmen. Bravo Glanzleistung!

    einklappen einklappen
  • Danny am 13.07.2014 17:22 Report Diesen Beitrag melden

    Hirnverbrannt

    Hier wird alles rein gelassen, was das Wort "Fachkraft" auch nur ansatzweise korrekt buchstabieren kann. Wirklich gute Fachleute, welche einen Job machen und wieder gehen, wenn die Aufgabe erfüllt ist, werden abgewiesen. Stehen eigentlich nur noch Vollpfosten, welche völlig den Bezug zur Realität und zum Volk verloren haben, in amtlichen Führungspositionen?

    einklappen einklappen
  • Soldato am 13.07.2014 18:27 Report Diesen Beitrag melden

    Beamtenwillkür ist hierzulande leider

    sehr weit verbreitet. Hab so meine eigenen Erfahrungen gemacht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • F. Meier am 13.07.2014 19:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bürokraten Bern

    Upps, noch mehr Bundes Bürokraten-blödsinn .... Hat ja genug Beamte um sich solchen Schwachsin auszudenken zum hin und her schieben in den Abteilungen

  • Berggänger am 13.07.2014 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuerst überlegen

    Ward ihr schon in der Hörnlihütte? Alle Neinsager wissen nicht um was es geht!!

  • Göggi am 13.07.2014 19:35 Report Diesen Beitrag melden

    Ich werd

    Schweizer nie verstehen, ich bin selber eine CH. Euer ewiges gebashe geht mir auf den Keks. Immer gegen den Staat. Wandert doch aus! Diese Menschen machen nur Ihren Job und Ihr seid gar nicht weiter Informiert...

  • Smilie am 13.07.2014 19:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja die Beamten

    Den Scherpas die Einreise verweigern und einen wertvollen Wissensaustausch verhindern. Gleichentags lese ich das neuerdings Fäkalienpornos nicht mehr verboten sind. Na dann Prost. Auf eine bessere Zukunft.

  • Lindo Anjo am 13.07.2014 19:26 Report Diesen Beitrag melden

    Lösung

    Warum fragt man nicht bei der SVP nach, die haben für solche Fälle immer eine Lösung!