Hautkrebs-Risiko

28. Mai 2013 20:25; Akt: 28.05.2013 21:18 Print

Kinder haben deutlich mehr Leberflecken

von Andrea Heeb Perrig - Laut einer deutschen Studie hat sich die Anzahl Leberflecken bei Kindern fast verdreifacht. Auch in der Schweiz nehmen Muttermale deutlich zu. Dermatologen sind alarmiert.

Professor Ralph Braun, Leiter der Hautkrebsfrüherkennung an der Dermatologischen Klinik des Universitätsspital Zürich:

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Laut einer deutschen Studie haben sich bei Kindern die Anzahl an Leberflecken fast verdreifacht. Beobachtet wurden Pigmentmale von Vorschulkindern. An der Studie nahmen insgesamt 395 3- bis 6-Jährige aus 14 Dresdner Kitas teil. In zwei Gruppen hätten sich die Zahl der Pigmentmale bei den Kindern fast verdreifacht, dies unabhängig von Hauttyp, Haar- und Augenfarbe, sagte der Leiter der Studie Uwe Wollina vom Klinikum Friedrichstadt gegenüber der «Welt». Vor allem nach Urlauben fanden sich mehr Pigmentmale.

«Leberflecken oder Muttermale bei Kindern nehmen auch in der Schweiz deutlich zu», sagt Professor Ralph Braun, Leiter der Hautkrebsfrüherkennung an der Dermatologischen Klinik des Universitätsspital Zürich. «Das ist bedenklich, denn mit einer erhöhter Anzahl Muttermale erhöht sich auch der Risikofaktor an dem schwarzen Hautkrebs zu erkranken.»

Verändertes Freizeitverhalten

Schweizer Studien oder Zahlen über die Zunahme gebe es dazu nicht. Auch über die Gründe für die Zunahme gebe es keine sicheren Erkenntnisse. Braun vermutet, dass sich das Freizeitverhalten in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert hat und auch Kinderhaut immer mehr der Sonne ausgesetzt wird. Die Tatsache, dass die Studienautoren speziell nach den Ferien eine Zunahme der Muttermale festgestellt haben, deute darauf hin.

Braun rät:«Vor Leberflecken, die durch UV-Strahlen entstehen, kann man sich mit einem bewussten Umgang mit der Sonne schützen. Kinderhaut sollte möglichst wenig der Sonne ausgesetzt werden, und wenn schon Sonne, dann geschützt durch Kleidung, Hut, Brille und Sonnenschutzcreme. Zudem sollten Kinder wenn möglich im Schatten spielen.»

«Nicht grundsätzlich gefährlich»

Der Präsident von der Zürcher Dermatologen Gesellschaft, Erich E. Küng, sagt: «Die Melanomhäufigkeit hat generell zugenommen, doch dank der Früherkennung ist der Krankheitsverlauf besser als früher.» Er hält zudem fest, dass Eltern heutzutage viel mehr acht darauf geben, dass ihre Kinder gut von der Sonne geschützt werden.

«Leberflecken sind nicht grundsätzlich gefährlich. Wenn sie sich verändern, vergrössern oder gar bluten, sollte dringend ein Dermatologe aufgesucht werden», sagt Christian Surber, Professor an der Uni Basel und wissenschaftlicher Mitarbeiter der dermatologischen Klinik des Universitätsspital Basel. Menschen mit vielen Leberflecken sollten zudem den Dermatologen regelmässig konsultieren.

Leberflecke sind kleine gutartige Tumore der Melanozyten an der Haut. Sie können schon bei der Geburt vorhanden sein. Die Mehrheit entsteht durch UV-Strahlung.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • damien thorn am 28.05.2013 20:44 Report Diesen Beitrag melden

    was ist mit dem Ozonloch????

    ich will das mit den freizeitverhalten anzweifeln. sogar umkehren! früher hat man viel weniger auf die sonne geachtet als heute. die leute, Bauern, arbeiteten immer drausen, wie viele andere auch. selber habe ich bemerkt das man sich in der höhe schneller verbrennt als früher. weiter ist bekannt das an gewissen stellen der erde die schafe sogar blind werden wegen der sonne. wenn man die Naturwissenschaften verfolgt, dann kann man zum schluss kommen das das etwas mit dem Ozonloch zu tun hat.

  • Dej am 29.05.2013 06:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jährliche kontrolle

    Ich w 20 musste schon 7 muttermale rausschneiden und 6 davon hatten schon veränderte zellen.. 2 monate länger drin und das eine Muttermal wäre hautkrebs gewesen. Ich rate allen geht 1x im Jahr in die Kontrolle!

  • Herr Wettermann am 28.05.2013 23:18 Report Diesen Beitrag melden

    Hautcreme, Sonnencreme!

    Es ist so einfach, der Grund dafür liegt einzig und alleine darin, dass man Kinder panikmässig mit allen Arten von Cremes einschmiert, statt dass man ihnen beibringt, sich nie an die direkte Sonne zu legen und immer ein T-Shirt zu tragen, wenn die Sonne runterbrennt. All diese Cremes haben krebsfördernde Substanzen drin. Und was noch dazukommt: Unsere Kinder werden äusserst ungesund ernährt!! Immer mehr Concenience Food und Eltern, die nix frisches mehr kochen... das kann nicht gut kommen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • KarinY am 29.05.2013 08:32 Report Diesen Beitrag melden

    Wie geht das?

    Auf der einen Seite lassen wir Familien fast kein Geld zum Überleben übrig, auf der anderen Seite muss es wohl für mehrere Urlaube pro Jahr langen, da wir in der CH hier ja nur mehr 50% der üblichen Sonnenstunden haben.... Glaube kaum, dass jemand die Kinder ins Solarium steckt.

  • Dej am 29.05.2013 06:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jährliche kontrolle

    Ich w 20 musste schon 7 muttermale rausschneiden und 6 davon hatten schon veränderte zellen.. 2 monate länger drin und das eine Muttermal wäre hautkrebs gewesen. Ich rate allen geht 1x im Jahr in die Kontrolle!

  • Sonnenkind am 29.05.2013 05:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bin 59

    Jahre alt und habe keine solche Flecken.Ich habe vor der Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor und deren Zusammensetzung(Chemie)mehr Angst als vor der Sonne.Als Kinder waren wir den ganzen Sommer,damals gab es in noch,im Freien und Sonnencreme war ein Fremdwort Gott sei Dank.Und die Sonne ist auch noch dieselbe ich glaube dass das was dazwischen liegt,ich meine in der Luft und in die Lunge geht,löst Krankheiten aus.Ausserdem geht ein normaler Mensch automatisch an den Schatten auch spielende Kinder,mich wundert dass die Kühe noch nicht eingecremt werden müssen!!!!!!

    • Relativierer am 29.05.2013 06:52 Report Diesen Beitrag melden

      Vererbt

      Seien Sie einfach froh dass Ihre Haut nicht gefährdet ist. Die Anzahl Flecken hängt u.a. vom Hauttyp ab und ist also vererbt. Was für Sie gilt, gilt nicht für andere.

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  • bruni am 29.05.2013 04:12 Report Diesen Beitrag melden

    herzlichen dank an die erziehenden

    und wieder sieht man das heutige Eltern nicht mehr fähig sind ihre kindern zu erziehen. erziehen heist nämlich auch, wie lange darf man in der sonne braten, nicht mit vollem magen ins wasser springen, vorher dusche usw......

  • Romani ite domum am 29.05.2013 00:11 Report Diesen Beitrag melden

    springt nicht wegen jedem Tupf zum Doc

    kann es sein, dass man heute wegen jedem Tüpfelchen zum Arzt springt und die Flecken nur deswegen mehr wahrgenommen werden? Früher waren Leberflecken normal, heute dreht man durch (und belastet die Krankenkassen über massen)

    • Anna am 29.05.2013 06:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Hautkrebs

      Immer wieder mahnte mich meine Frauenärztin die Muttermale beim Hautarzt zu kontrollieren...das Ergebnis war erschreckend...viele waren nicht gut und mich erinnert inzwischen nur die riesen Piratennarbe an die schlimmste Zeit!Die jährlichen zwei Kontrollen die ich mache bezahle ich selber und nicht die Kasse...ich bin froh auf der sicheren Seite zu stehn...denn schwarzer Hautkrebs ist ein sicheres Todesurteil...ich kam schon mit Grossem Muttermal zur Welt.Also kein Kommentar zu solch blöder Ausserung!!!

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