Namensstreit

13. September 2017 11:45; Akt: 14.09.2017 11:22 Print

Komitee kämpft gegen «Mohrenköpfe»

Das «Komitee gegen rassistische Süssigkeiten» hat eine Petition lanciert mit dem Ziel: Die Firma Dubler soll ihre «Mohrenköpfe» umbenennen.

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Die Firma Dubler aus dem aargauischen Waltenschwil produziert ihre Süssigkeiten seit 1946 unter dem Namen «Mohrenköpfe» und verkauft diese auf ihrer Website Mohrenkopf.com. Dies geht dem «Komitee gegen rassistische Süssigkeiten» auf Change.org zu weit, denn der Name «Mohrenkopf» sei «eine herabwürdigende Bezeichnung für den Kopf einer dunkelhäutigen Person». Diese Wortschöpfung sei ein Überbleibsel aus der Zeit der Kolonialisierung und «ganz eindeutig von Beginn weg eine rassistische Bezeichnung» gewesen.

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Deshalb hat Franziska Schutzbach, Gender-Forscherin an der Universität Basel, laut der «Neuen Zürcher Zeitung» eine Petition unterstützt, die mittlerweile von über 500 Personen mitunterschrieben wurde. Obwohl sie die Petition nicht lanciert hat, argumentiert sie auf Facebook: «Wenn wir nicht bereit sind, Sprache zu dekolonisieren, werden auch weiterhin Geflüchtete ertrinken.» In der Petition wird die Firma Dubler aufgefordert, ihre Mohrenköpfe umzubenennen. Laut dem Komitee «gibt es keinen Grund, ein Stück Patisserie mit einem rassistischen Namen zu bezeichnen».

Die Firma Dubler nimmt auf ihrer Website zum Namen «Mohrenkopf» wie folgt Stellung: «Zu diesem Thema existieren diverse Meinungen und Gerüchte.»

«Paradebeispiel für Überempfindlichkeit»

Dem NZZ-Autor geht die Diskussion über das Verbot des Wortes «Mohrenkopf» zu weit. So diene die Petition als weiteres Paradebeispiel für die Überempfindlichkeit der heutigen Gesellschaft. Bezüglich dem Wunsch nach einer Entkolonialisierung der Sprache schreibt die Zeitung: «Der sprachliche Ausdruck bedarf des Verstands des Einzelnen, nicht des Verbots von Wörtern.»

Es sei daher bedenklich, dass der Begriff «rassistisch» vom Komitee inflationär verwendet und so abgewertet werde. «Wenn gar Süssspeisen ‹rassistisch› sein können, dann ist jeder und jede, dann ist alles und nichts ‹rassistisch›». Das sei kein Fortschritt im Kampf gegen Rassismus, sondern ein Rückschritt.

(dk)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Ich bin dunkelhäutig und verstehe dein Problem überhaupt nicht... – v.r.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tickerschweiz am 13.09.2017 11:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mohrenkopf...

    heisst schon immer so, Rassismus ist hier effektiv fehl am Platz!

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  • Wakka am 13.09.2017 11:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umbenennung

    Und dann? Ich nenne die seit ich die kenne so, unabhängig vom Hersteller. Und bis heute musste ich nie an etwas anderem denken.

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  • Amina123 am 13.09.2017 11:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    egal

    erstens war ich bis eben der meinung,dass der name mohrenkopf schon lange als verboten gilt.zweitens weiss ich bis heute nicht,was an dem rassistisch sein soll.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mostindianer am 17.09.2017 18:07 Report Diesen Beitrag melden

    konsequenterweise

    Müssen dann nicht auch Mauretanien und Mauritius umgetauft werden?

  • lucky am 16.09.2017 17:41 Report Diesen Beitrag melden

    Essen mit guten Emotionen

    Kinder essen mir reinem Herzen, ich auch. Ich esse ohne negative Absichten, Schockolade.

  • Rözli am 16.09.2017 08:09 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll der Schwachsinn

    Und wie sieht es aus mit dem Mohrenkopf Berg in den Allgäuer Alpen? Sollte dieser auch umbenannt werden? Das sind Petitionen die man nicht braucht! Die sollen sich doch lieber mit anderen wichtigen Sachen beschäftigen.

  • Dr. Gustav Pellegrini am 13.09.2017 22:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Ironie an diesem Komitee ist

    das sie die einzigen sind die es Rassistisch finden! Den die hier Lebenden Afrikaner oder Dunkelhäutigen Menschen, Verstehen dieses Wort Mohr nicht und / oder wissen was es Bedeutet, nehmen aber keinerlei selbstbezug weder noch Beleidigung an ihrer Rasse daran! Das heisst also, weiter so Herr Dubler und Gratulation zu diesem Jahrzentelangen Erfolgsmodell und für das Komitee heisst dies dann kurz und einfach, fristlose Kündigung!

  • Thor am 13.09.2017 22:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es ist genug

    An die Weltverbesserer, es ist genug was ihr da ablast. Das was ihr da tut ist nichts anderes als bösse Geister und Gedanken zu erweken. Und mögen die Götter mit uns sein wenn die wieder oberhand krigen, wird diesesmal Europa plat gemacht. Oder wollt ihr das