«Das ist unhaltbar»

14. Juni 2013 16:55; Akt: 16.06.2013 18:22 Print

Kopftuch-Kindergärtnerin ist Fan von Islamisten

Weil sie im Unterricht ein Kopftuch trägt, erntet Kindergärtnerin Diana K. harsche Kritik. Hinzu kommt: Sie hegt Sympathien für den islamischen Zentralrat der Schweiz IZRS.

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Das Kopftuch einer Krienser Kindergärtnerin sorgt für Zündstoff. Symbolbild: Colourbox.com

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Dass Diana K. (Name geändert) als Kindergärtnerin in Kriens LU ein Kopftuch trägt, provoziert heftige Reaktionen. Brisant: Im Internet finden sich Belege, dass die Konvertitin fundamentalistischen Kreisen nahesteht: So outet sie sich auf Facebook als Fan des Vereins islamische Jugend Schweiz – der Jugendorganisation des umstrittenen Islamischen Zentralrates der Schweiz (IZRS).

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«Alleine der Fakt, dass die Frau im Unterricht ein Kopftuch trägt, ist unhaltbar», sagt Beat Zemp, Präsident des Schweizerischen Lehrerverbandes. Als Lehrperson sei sie eine Stellvertreterin des Staates, und dieser sei laizistisch. «An einer öffentlichen Schule ist Kopftuchtragen für Lehrpersonen schlicht unmöglich, anders sieht es an Privatschulen aus, wo etwa auch Nonnen unterrichten können.»

Kopftuchverbot für Lehrer gefordert

Auch bei der SVP des Kantons Luzern ist man empört: «Die Schule sowie die zuständigen Politiker in Kriens müssen den Fall aufklären – es kann nicht sein, dass jemand mit Nähe zu fundamentalistischen Kreisen Kindergartenkinder unterrichtet», so der Sekretär Anian Liebrand. Die SVP fordere darum ein striktes Kopftuchverbot für Lehrerinnen in der gesamten Schweiz.

Unterstützung erhält die SVP dabei vom Forum für einen fortschrittlichen Islam: «Frauen, die öffentliche Funktionen einnehmen und dabei den Staat repräsentieren, sollen das Kopftuch ablegen», sagt Saida Keller-Messahli. Das Kopftuch könne sonst neutralitätsgefährdend wirken.

Keine Neubeurteilung der Lage

Für Beat Zemp steht fest: Die Schule in Kriens hätte auch für das befristete Anstellungsverhältnis eine Weisung erlassen müssen, dass Diana K. das Kopftuch im Unterricht ablegt. Dies sehen auch die meisten Leser von 20 Minuten so: Bei einer Umfrage mit über 12'000 Teilnehmern sprachen sich 65 Prozent gegen das Kopftuch im Kindergarten aus.

Die SVP Kriens fordert nun in einem Vorstoss im Einwohnerrat die Aufklärung des Falls. «Der Gemeinderat soll klarstellen, was in solchen Fällen die gängige Praxis ist», erklärt Einwohnerrat Räto Camenisch. Man habe nichts gegen die Lehrerin, in der Kritik stehe insbesondere der Gemeinderat, der sich über den Bundesgerichtsentscheid von 1998 hinweggesetzt – und K. eingestellt habe, ohne überhaupt die Eltern zu informieren. Der Bundesgerichtsentscheid verbietet das Unterrichten mit Kopftuch. Laut Camenisch soll der Gemeinderat zudem klären, wie mit der Kopftuchdebatte im Schwimmunterricht umgegangen wird. Eine Antwort auf die Interpellation erwartet Camenisch noch vor der Sommerpause.

Doch für die Volksschule Kriens besteht kein Anlass zu einer Neubeurteilung der Lage: «Die betroffene Lehrperson hat mir gegenüber beteuert, sie sei nicht aktiv in den islamischen Foren», sagt Rektor Markus Buholzer.

Er kenne aber die Rechtslage: Ginge es um eine Festanstellung, könnte man das Kopftuch nicht dulden. «Aber in diesem Fall ging es prioritär um die Sicherstellung des Unterrichts, was unserem gesetzlichen Auftrag entspricht. Zudem ist die Frau fachlich sehr gut», so Buholzer. Von den direkt involvierten Eltern gebe es keine negativen Rückmeldungen.

(sut)