Suchtmittel für Schwangere

10. Januar 2018 19:41; Akt: 10.01.2018 19:41 Print

«Auch werdende Väter sollten nicht trinken»

40 Prozent der Schwangeren verzichten laut einer Studie nicht auf Alkohol und Zigaretten. Nun erzählen die Leser, was sie davon halten.

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Ein Forschungsteam der Klinik für Geburtshilfe des Universitätsspitals Zürich fand heraus, dass rund 40 Prozent der werdenden Mütter weiterhin Suchtmittel konsumieren. Das berichtete die «SonntagsZeitung».

Nun haben sich diverse 20-Minuten-Leser gemeldet, die von ihren Erfahrungen und Meinungen über ihre Trink- und Rauchgewohnheiten während der Schwangerschaft erzählen.

«Ein Gläschen muss nicht schaden»

Olivia (22) verzichtet während ihrer zweiten Schwangerschaft komplett auf Alkohol. «Ich denke aber, dass nicht jedes Kind entsprechende Folgen haben muss, weil die Mutter vielleicht mal ein Gläschen Wein in der Schwangerschaft getrunken hat.» Jedoch findet sie, dass alle Ärzte ein absolutes Alkoholverbot aussprechen sollten. Ihr Partner trinke selten und nur, wenn er im Ausgang ist.

Frauenärztin riet zum Glas Wein

Leserin Doris war starke Raucherin und hat sofort damit aufgehört, als sie schwanger war. Sie habe in einem Fachbuch beim Gynäkologen aber gelesen, dass ein gelegentliches Glas Wein kein Problem sei. «Auch viele meiner Kolleginnen haben zwischendurch mal ein Glas Wein getrunken und meinten, das sei problemlos. Meine ehemalige Frauenärztin sagte mir sogar, dass ein Glas Rotwein wöchentlich gesund wäre für das Kind.»

Dennoch verzichte sie auf Alkohol. «Nur im vierten Monat habe ich mal ein Glas Sekt-Orange getrunken und einen Schluck Wein von meinem Freund probiert.» Das habe sie kaum gespürt, weshalb sie sich nicht vorstellen könne, dass so was schädlich ist.

Auch aufs Essen achten

Miriam war schon bei ihrer ersten Schwangerschaft strikt und will das auch bei der aktuellen bleiben. «Die paar Monate im Leben, in denen ich ganz allein für neues Leben verantwortlich bin, kann ich ja wohl verzichten», sagt sie und geht sogar noch einen Schritt weiter.

Rohes Fleisch, roher Fisch sowie Weich- und Rohmilchkäse sind bei ihr tabu. «Mein Mann trinkt zudem glücklicherweise kaum Alkohol und so unterstützt er mich selbstverständlich.»

«Schadet es dem Kind, wenn Mann trinkt?»

Leserin Newman sieht den Support der Männer sogar als Voraussetzung an: «Ich finde, Männer sollten in dieser Zeit genau das Gleiche machen. Aus Respekt und Solidarität.» Jedoch würde sie nur wenige kennen, die so was durchziehen würden. «Ich habe das Gefühl, Männer wollen den Spass, aber die negativen Aspekte einer Schwangerschaft darf die Frau ausbaden.»

Leser Lecramsong kann das nicht verstehen. «Ist es etwa auch schädlich für das Kind, wenn ich trinke?», fragt er. Seine Frau und er haben einen speziellen Deal: «Wir sind aktuell im vierten Monat schwanger. Meine Frau trinkt und raucht nicht, dafür trinke ich jedes Mal für sie mit.»

(duf)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • NS am 10.01.2018 20:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbstversändlich

    Rohes Fleisch, roher Fisch sowie Weich- und Rohmilchkäse waren bei mir tabu, sowie auch Alkohol. Ich hatte absolut keine Mühe darauf zu verzichten. Geraucht habe ich bie. Mein Mann hat auch nach dem 2. Kind aufgehört zu rauchen. Obwohl er nie vor den Kindern hat. Das muess jedoch jeder für sich entscheiden wir später dann alle andern Entscheidungen die getroffen werden müssen wenn die Kinder am heranwachsen sind. Ich würde aber meinen Kinder nie etwas zu muten bewusst was schädlich sein kann. Deshalb war das für mich nie eine Frage.

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  • Don Logan am 10.01.2018 21:11 Report Diesen Beitrag melden

    kein Verständnis

    Die Diskriminierung der Raucher und Alkoholgeniesser, nicht Alkoholiker, wird immer schlimmer, auch in der Schweiz. Lasst doch den Menschen ihre freie Entscheidung, was sie tun oder lassen möchten. Es ist noch kein Baby erkrankt nur weil sein Vater während der Schwangerschaft der Mutter ein Glas Wein trank. Diese Vorstösse gleichen an Fanatismus von wenigen Eigenbrötlern, die ihre Meinung einer ganzen Gesellschaft aufzwingen wollen.

  • Michi am 10.01.2018 20:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hals und Beinbruch

    Ich breche mir ja auch den Arm, wenn meine Frau einen Unfall hat - einfach so zum mitfühlen. Macht Sinn, oder? ;-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ralf Berger am 11.01.2018 18:35 Report Diesen Beitrag melden

    Sehe ich anders

    Als werdender Vater sollte man sich nochmal richtig besaufen wenn das Kind da ist fehlt das Geld dazu.

  • M.N.Z. am 11.01.2018 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Erziehung von Eltern und Kind

    Nur noch Verbote! Früher hatten die Väter am Morgen ihre Pfeife, Zigarre, Stumpen oder Zigaretten angezündet und am Abend deponiert für den nächsten Tag. Ein Most, Bier, Wein und Schnaps wurde täglich getrunken. Lustig ist, dass genau jetzt diese Kinder 100 und mehr Jahre alt werden. Zuviel ist sicher Ungesund, aber mit der heutigen Erziehung? Dies darfst du nicht und alles andere ist auch ungesund! Bitte lebt von Maden, Würmer und dergleichen, vielleicht werdet ihr dann 80 Jahre alt!

  • ex-frau am 11.01.2018 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    nein,danke

    ich möchte machen,was ich möchte und mich nicht mit einem bock rumplagen,der eh nur an sich selber denken.heiraten und kinder kriegen lohnt sich für frauen heute nur noch wegen der scheidung,alimenten und unterhalt.

  • Leslie am 11.01.2018 15:43 Report Diesen Beitrag melden

    Man kanns auch übertreiben

    Wir haben beide aufgehört zu rauchen (das ist ein ganz klares Muss auch für den Mann,damit er mich unterstützen kann und nicht dauernd verlockt) und beide auch ab und zu mal ein kleines Glas Wein zusammen getrunken.Haben 5 gesunde Kinder,kann euch Übermütter nicht ausstehen und der Alte hat nur dann etwas zu melden,wenn er sich selber daran hält.Ganz einfach

  • Bob am 11.01.2018 13:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schuld

    Nun hat man es geschafft den Müttern und Vätern die Schuld für ihr nicht perfekt gesundes Kind anzuhängen. Man wird weiter forschen und entdecken, dass sämtliche Lebensmittel das ungeborene Kind beeinträchtigen könnten.