Donnerwetter

16. Dezember 2012 10:03; Akt: 16.12.2012 12:22 Print

Lukrativer Auftrag sorgt für Krach bei Wetterfröschen

Peter Wick von Meteo News prüft rechtliche Schritte wegen eines Geschäfts von SRF Meteo mit Graubünden Tourismus. Das subventioniert Projekt schade der kommerziellen Meteorologie.

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Thomas Bucheli und Peter Wick liegen sich in den Haaren wegen einem gut bezahlten Auftrag von Graubünden Tourismus. (Bild: Keystone//zvg)

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Erneut ist ein Streit unter den Schweizer Wetterfröschen entflammt. Grund ist ein einträglicher Deal, den Thomas Buchelis SRF Meteo an Land ziehen konnte. Der Wetterdienst unterzeichnete eine Exklusivpartnerschaft mit dem neu lancierten Wetterportal von Graubünden Tourismus. Das Staatssekretariat für Wirschaft (Seco) unterstützt das Projekt. Peter Wick von Meteo News prüft mit seinem Anwalt nun rechtliche Schritte und die Anrufung der Wettbewerbskommission.

Wick kritisiert das Vorgehen: «Graubünden ignoriert die privaten Wetterdienste», sagt er gegenüber der «SonntagsZeitung». Der Auftrag an SRF Meteo gehöre nicht zu deren Service public, da nur eine Region bedient werde. Es bestehe ausserdem eine Quersubventionierung: An den 1,5 Millionen Franken Projektkosten für das neue Wetterportal Wetter-graubünden.ch beteiligt sich das Seco mit einer halben Million. Diese Finanzierung ist Wick ein Dorn im Auge: «Bundesgelder gehen an einen Bundesbetrieb, das kann doch nicht sein.»

Für das Seco hat das Projekt Modellcharakter

Auch der Wetteranbieter Meteotest bemängelt den Deal und der Branchenverband SMA will das Seco und die SRG wegen Behinderung eines «fairen Wettbewerbs» öffentlich anprangern. Der Anwalt von Peter Wick, der gleichzeitig Verwaltungsratsmitglied von Meteo News ist, redet von wirtschaftsfeindlichem Verhalten des Seco. Es fördere den Tourismus, schade aber der kommerziellen Meteorologie.

Das Seco hält fest, das Projekt habe bezüglich Innovation Modellcharakter für die Schweiz als Tourismusland.

«Gäste vertrauen SRF Meteo am meisten»

Thomas Bucheli versteht die Aufregung nicht. «Wir haben eine ganz normale Kundenanfrage erhalten und eine Offerte erstellt.» Bei SRF Meteo schätze man externe Aufträge, weil sie eine umfangreiche Dienstleistung ermöglichten. «Das Geld fliesst direkt ins Fernsehen, und davon profitieren letztlich die Zuschauer.»

Beim Auftraggeber Bergbahnen Graubünden verteidigt man die Projektvergabe: «Eine Gästebefragung hat ergeben, dass SRF Meteo bei unseren Kunden die grösste Glaubwürdigkeit geniesst. Darum haben wir uns für Bucheli als Partner entschieden», sagt Geschäftsführer Markus Gschwend.

Meteo News hat nun reagiert und mit Wintersportwetter.ch ein schweizweites Portal lanciert.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • bubu am 17.12.2012 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    dasselbe Theater

    Das Theater hatten wir doch bereits. Damals mit Kachelmann und Bucheli.

  • Markus Brotschi am 16.12.2012 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    Hübsches Sümmchen

    Ein Blick auf das Portal - und mir fehlen die Worte! 1'500'000 Franken für diese Website mit dynamischem Inhalt... Da hat sich aber "Graubünden" mächtig über den Tisch ziehen lassen! Die Prognosen muss Bucheli nicht speziell erstellen, die sind garantiert automatisch aus einem Modell generiert. Wenn es gut kommt, zur Plausibilisierung noch mit aktuellen Messwerten gekoppelt. Aber sonst? Hat das Layout und der Grafiker CHF 1'450'000 gekostet? MeteoNews: sofort klagen! Vor allem weil das Seco mit im Spiel ist. Solche mitfinanzierten Aufträge gehören einfach öffentlich ausgeschrieben.

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  • Serena M. am 16.12.2012 15:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das ist doch Kindergarten

    @ Peter Wick! Thomas Bucheli ist nun mal der Beste und hat sich seine Kompetenz und Beliebtheit erarbeitet! Es ist etwas peinlich, mit Anwalt zu drohen, Herr Wick. Das riecht...und zwar nach Neid.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Felix am 17.12.2012 19:56 Report Diesen Beitrag melden

    QUER-SUBVENTIONIERUNG VERBIETEN

    Es kann nicht sein, dass SRF-Meteo mit Tourismus-Bundes-Subventionen am Leben erhalten wird. SRF-Meteo muss entlich auf eigenen Beine stehen können, und nicht dauernd vom Bundes-Steuern finanziert werden.

  • Reto Küng, externer Projektleiter Portal am 17.12.2012 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    Lukratives Portal für Graubünden-Gäste

    Herr Wick tut so, als ob SRF Meteo einen 1,5 Mio.-Auftrag an Land gezogen hat. Das stimmt nicht. SRF Meteo ist der Datenlieferant des Portals wetter-graubuenden.ch und bekommt dafür einen kleinen Bruchteil der Projektsumme. 50% der Projektkosten fliessen in die Kommunikation, vom Rest ging der Hauptteil in die Entwicklung des neuen und innovativen Portals für Winter und Sommer und wird für den Unterhalt während 5 Jahren verwendet. Die "Aufregung" von Herr Wick bestätigt mich darin, dass wir offenbar wirklich ein lukratives Portal für die Graubünden-Gäste entwickelt haben!

  • bubu am 17.12.2012 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    dasselbe Theater

    Das Theater hatten wir doch bereits. Damals mit Kachelmann und Bucheli.

  • M. Maurrer Zug am 17.12.2012 08:24 Report Diesen Beitrag melden

    ..lieber die Muotathaler Wetterfrösche..

    ...es zeigt sich einmal mehr, dass das Wetter mit all seinen Unterthemen das absolut beliebteste Gesprächs- und Dauerthema quer durch alle Bevölkerungssschichten darstelllt, deshalb gehen hier die Wogen in den Kommentaren auch derart hoch; ich von meiner Seite hätte sowieso die Muotathaler Wetterfrösche um Martin Horat engagiert, denn hier stimmt wenigstens der Unterhaltungswert! (die Wetterprognose ist eh nebensächlich) und zudem sind diese privat organisiert und finanziert, verschleudern keine Steuergelder und hätten es massiv günstiger offeriert!

  • Sewo am 17.12.2012 04:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wetterkapriolen zwischen Wetterfröschen

    Und wo macht Herr Wick denn Ferien ?!