Bürgenstock

23. November 2016 14:15; Akt: 24.11.2016 01:22 Print

Luxus-Resort will 600 Ausländer einstellen

14'000 Schweizer suchen einen Job im Gastgewerbe. Doch das grösste Luxusresort will seine Stellen mit bis zu 80 Prozent ausländischen Fachkräften besetzen.

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Im kommenden Sommer eröffnet das grösste Resort der Schweiz auf dem Bürgenstock LU. Insgesamt vier Hotels mit 383 Zimmern, 68 Luxuswohnungen, einer gigantischen Wellness-Anlage und Kur- und Konferenzräumen stehen hoch oben über dem Vierwaldstättersee.

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Ist es in Ordnung, dass das Bürgenstock-Resort seine Mitarbeiter hauptsächlich im Ausland rekrutieren will?
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Das heisst für den Schweizer Arbeitsmarkt vor allem eines: Viele neue Stellen werden geschaffen. 800 Mitarbeiter sollen bis 2020 eingestellt werden. Doch Bruno Schöpfer, Directing Manager des Resorts, hat keine gute Nachrichten für die 14'000 Schweizer Arbeitslosen im Gastgewerbe.

600 von 800 Mitarbeitern aus dem Ausland

«70 bis 80 Prozent unserer Mitarbeiter müssen wir aus dem Ausland haben», sagt er zur SRF-«Rundschau». Das sind etwa 600. Die passenden Leute finde man in der Schweiz gar nicht, so Schöpfer. Es gebe zu wenige qualifizierte und motivierte inländische Fachkräfte.

Anderer Meinung ist Kurt Simon, Leiter Arbeitsmarkt im Kanton Luzern. Er ist überzeugt, dass viele Inländer für eine Anstellung im Bürgenstock-Resort geeignet wären. «Hiesige Unternehmen suchen aber nicht immer zuerst bei den ansässigen Arbeitnehmenden und Arbeitslosen, wenn sie offene Stellen haben.» Es sei jedoch ihre Verantwortung, zunächst seriös nach ansässigen Mitarbeitern zu suchen. «Allein im Kanton Luzern suchen fast 500 Arbeitslose eine Stelle im Gastgewerbe»

«Nur die halbe Wahrheit»

Auch Stefan Unternährer, Vertreter der Hotel- und Gastro-Union, kritisiert die Aussagen von Schöpfer. Er höre immer wieder, das Bewerbungsprofil eines Stellensuchenden passe nicht auf die Stelle. «Das ist aber nur die halbe Wahrheit», sagt er zur Rundschau. Vielmehr sei die Rekrutierung im Ausland zu verlockend – auch aus Lohnkostenüberlegungen.

Laut Schöpfer ist man zwar bestrebt, soviel Personal wie möglich aus der Schweiz zu rekrutieren. 500 Spontanbewerbungen seien sogar schon eingegangen. Nun gelte es aber, aus diesen jene herauszufiltern, die ihren sehr spezifischen Ansprüchen entsprächen. «Wir brauchen junge, effiziente, spritzige Mitarbeiter, die Freude haben am Service. Sonst haben wir gegen die Konkurrenz keine Chance.»

«Die Hotellerie braucht nicht noch mehr Auflagen»

Andreas Züllig, Präsident von Hoteliersuisse, sagt, neue Arbeitsmodelle und Jobsharing müssen auch in der Hotelbranchen eingeführt werden. Doch ein neues Unternehmen wie das Bürgenstock-Resort werde nicht umhinkommen, im Ausland zu rekrutieren, «gerade im 5-Sterne-Bereich».

Ein Inländervorrang, wie ihn FDP-Ständerat Philipp Müller plane, bedeute mehr Auflagen, mehr Administration und letztlich Mehrkosten, so Schöpfer. Das sei genau, was die Hotellerie nicht brauche. «Das würde unsere Lohnkosten nur nochmals erhöhen.»

Die «Rundschau» am 23. November um 20.55 Uhr auf SRF1 ausgestrahlt.

(tab)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peterpan am 23.11.2016 14:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fakten nicht lügen

    Es fehlen 600 billigarbeitskräfte nicht Fachkräfte sollte es heissen

    einklappen einklappen
  • JAYonly am 23.11.2016 15:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    effizient, spritzig und....

    vorallem billig

  • KailuaBoyz am 23.11.2016 14:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Probierts mal mit fairen Löhnen...

    Fachkräfte??? Ihr meint wohl Billig Arbeiter. Ja, diese sind hierzulande zurecht nicht leicht zu finden angesichts der Lebenskosten...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wölfin am 24.11.2016 18:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Eine bodenlose Frechheit. Sind alle Hellseher Nun ja, somit kann ich meinen Urlaub ruhigen Gewissens ausserhalb der Schweiz verbringen.

  • Sador am 23.11.2016 20:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lohn

    Wahrscheinlich finden sie keine Fachkräfte welche für einen Hungerlohn schuften.

  • CaLuCa am 23.11.2016 20:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizerin

    In der Gastro/Hotellerie gibt es einen GAV. Wie im Interview erwähnt gilt dieser für alle. Viele Schweizer sind sich halt zu schade zu diesen Löhnen zu arbeiten. (Googele:L-GAV)

  • Pandora am 23.11.2016 19:31 Report Diesen Beitrag melden

    Niemals Bürgenstock

    Genau deshalb werde ich meinen Urlaub wieder in A verbringen: Dort wird man noch von einheimischen Bedient!

  • quad65 am 23.11.2016 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    Na ja,

    Darum bin ja auch nicht verwundert warum es der Hotelbranche in der Schweiz allgemein schlecht geht, überteuerte Preise, oft unfreundlicher Service mit Angestellten die nicht einmal richtig Hochdeutsch verstehen na dann viel Erfolg mit der Rekrutierung im Ausland Herr Amrein..vielleicht wird ja auch ihr Job einmal "ausgelagert" ...