Transitverkehr

12. Juli 2018 07:12; Akt: 12.07.2018 10:32 Print

Martullo-Blocher droht EU mit Sanktionen

Magdalena Martullo-Blocher will Subventionen beim Transitverkehr streichen. Die Schweiz müsse sich vermehrt auf «Abwehrdispositive» besinnen.

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SVP-Vizepräsidentin und Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher hat der EU mit Sanktionen gedroht. In einem Interview mit der «NZZ» vom Donnerstag sagte sie, die Schweiz müsse mehr Stärke zeigen und nicht immer sofort einknicken.

Als eine Massnahme schwebt der SVP-Politikerin aus Graubünden etwa vor, Subventionen beim Transitverkehr zu streichen. «Transporte durch die Schweiz würden für die EU viel teurer», erklärte sie gegenüber der Zeitung. «Wir organisieren und finanzieren den ganzen Nord-Süd-Transport für Europa», sagte Martullo-Blocher weiter.

Auf solche Abwehrdispositive müsse sich die Schweiz vermehrt besinnen – da wo das Land gewisse Stärken habe und die EU abhängig sei. Als weitere Handlungsfelder schwebten der Politikerin die sehr engen Handelsbeziehungen mit der EU und die Beschäftigung der vielen Europäer im Land vor.
Wie erfolgreich solche Aktionen seien, habe die Schweizer Öffentlichkeit beim Forschungsprogramm Horizon gesehen. Die EU habe nach dem Rauswurf der Schweiz schnell gemerkt, dass sie ihre Topprogramme nicht mehr habe realisieren können und nahm die Schweiz wieder provisorisch auf.

Abrechnung mit den Liberalen

Gleichzeitig ging Martullo-Blocher in dem Interview mit den Freisinnigen hart ins Gericht. «Die FDP ist bereit, für das Ausland alles zu opfern: Regulierungsübernahme, Aufgabe der Selbstbestimmung und jetzt auch noch die Preisgabe der flankierenden Massnahmen,» betonte sie. «Generell wird überschätzt, was die FDP für die Wirtschaft tut», führte die SVP-Politikerin und Unternehmerin weiter aus.

Auch FDP-Präsidentin Petra Gössi widersprach Martullo-Blocher in der «NZZ», weil sie die SVP als Abschotter bezeichnet hatte. «Wir sind immer für den Freihandel und für internationale Beziehungen», betonte die SVP-Vizepräsidentin.

Die Schweiz könnte laut Martullo-Blocher sogar ein Freihandelsabkommen mit den USA aushandeln - wobei die Landwirtschaft aber als «national security» ausgenommen werden müsste.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pia Zil lig am 12.07.2018 11:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    wenigstens eine Politikerin, die zur Schweiz steht. Bravo

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  • Vroni am 12.07.2018 11:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kuschel Bundesregierung

    Alle Eu Bürger Fahren bei uns Gratis durch die Alpen Tunnel! Das könnte man sofort ändern mit viel Druck! Gegen die EU ! Aber unsere Bundesregierung Kuscheln immer gegen die EU Bravo Frau Martullo-Blocher guter Vorschlag!

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  • Micky am 12.07.2018 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    So ist es.

    Recht haben sie Frau Martullo. Aber eben, sie sind SVP und somit wieder den Gegnern ausgesetzt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martial2 am 12.07.2018 21:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich wäre vorsichtig...

    Mit welchem Mitteln droht denn die Magdalena EU? Exportiert die Ems-Chemie ihre Produkten nicht in die ganze Welt? Dazu noch X-hunderten ausländischen Mitarbeitenden... Der Clou oder?

  • Nina am 12.07.2018 21:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typische SVP-Sprüche!

    und wie immer ohne etwas Konkretes zu sagen oder Möglichkeiten aufzuzeigen, welche nicht negative Konsequenzen haben für unser kleines Exportländle!

  • Mile am 12.07.2018 21:01 Report Diesen Beitrag melden

    Brennerbasistunnel

    Leute, ihr wisst schon, dass 2017mit dem Bau des Brenner-Basistunnelbegonnenwurde? Länger als der Gotthard und rein geographisch gesehen viel sinnvoller.... Das mit den Transitrouten zieht nicht mehr...

  • Kathrin am 12.07.2018 20:52 Report Diesen Beitrag melden

    Respekt Frau Martullo

    Auf eine solche gute Idee wäre der ganze Bundesrat nicht gekommen.Warum wählt man überhaupt so unfähige Leute in den Bundesrat?Warum bedeutet die Schweiz unserem Bundesrat so wenig.

  • Seppätoni am 12.07.2018 20:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lernresistent

    Wie die Alten sungen, so zwitschern auch die Jungen.