Kostenexplosion

09. Mai 2018 13:16; Akt: 09.05.2018 14:56 Print

Berset will Tests für ausländische Ärzte

Bundesrat Berset hat an einer Medienkonferenz eine Alternative zum Ärztestopp präsentiert.

Verfolgen Sie die Medienkonferenz des Bundesrats live: Alain Berset stellt das revidierte Bundesgesetz über die Krankenversicherung vor.

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Der Kostenexplosion im Gesundheitswesen soll künftig ein Riegel vorgeschoben werden. An der heutigen Sitzung des Bundesrats hat Gesundheitsminister Alain Berset das revidierte Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG) vorgestellt. Mit dem Gesetz soll den Kantonen ein dauerhaftes Instrument an die Hand gegeben werden, um eine Überversorgung im Gesundheitswesen zu verhindern.

Neu soll es den Kantonen freistehen, Höchstzahlen für ambulant tätige Ärzte zu bestimmen, die zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung abrechnen dürfen. Ausserdem legt das Gesetz einheitliche Qualitätsanforderungen für alle Mediziner fest.

Klare Anforderungen für alle Ärztinnen und Ärzte

Um eine Überversorgung zu verhindern, sollen die Kantone neu selber für medizinische Fachbereiche und in bestimmten Regionen Höchstzahlen vorschreiben können. Wenn die Kosten in einem Fachgebiet überdurchschnittlich ansteigen, sollen die Kantone zudem die Zulassung blockieren dürfen.

Um eine hohe Qualität der Leistungen sicherzustellen, müssen ambulant tätige Ärzte das Schweizerische Gesundheitssystem kennen, wenn sie Leistungen zu Lasten der Obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) abrechnen. Neu sieht das revidierte KVG hierzu eine Prüfung vor. Keine Prüfung ablegen müssen jene Mediziner, die drei Jahre an einem Universitätsspital oder einer anderen Weiterbildungsstätte gearbeitet haben.

Keine Wartefrist

Der Bundesrat hatte zunächst auch eine Wartefrist von zwei Jahren vor der Zulassung vorgeschlagen. Darauf hat er nach der Vernehmlassung verzichtet. Zudem sollen die Kantone die Einhaltung Qualitätsanforderungen prüfen und die Zulassungsgesuche beurteilen. Der Bundesrat wollte diese Aufgabe zunächst den Krankenkassen übertragen.

Die neue Regelung zielt in erster Linie darauf ab, den Zustrom von Ärztinnen und Ärzten aus der EU zu bremsen, ohne das Freizügigkeitsabkommen zu verletzen. Der Zulassungsstopp ist mit dem Abkommen nur bedingt vereinbar.

Ärztezustrom aus dem Ausland

Das Parlament hatte im Dezember 2015 eine definitive Zulassungsregelung abgelehnt, verlängerte dann aber im Juni 2016 eine provisorische Zulassungsbeschränkung bis im Sommer 2019. Diese wird derzeit von 22 Kantonen angewendet. Gleichzeitig beauftragten das Parlament die Regierung, eine dauerhafte Regelung zu erarbeiten. Der präsentierte Gesetzesvorschlag wird nun von den Räten behandelt.

Bereits von 2002 bis 2011 und wieder ab 2013 hatten die Kantone die Möglichkeit, die Zulassung der ambulant tätigen Ärzte zu beschränken. In den Jahren ohne Beschränkung
stieg die Zahl der Ärztinnen und Ärzte und damit der Gesundheitskosten in einigen Kantonen stark an. Betroffen waren etwa die Kantone Basel-Stadt, Genf oder Tessin.

(jdr/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hs am 09.05.2018 14:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenigstens etwas...

    Höchste Zeit, hier mal einen Riegel zu schieben. Die Qualität einzelner Ärzte lässt ziemlich zu wünschen übrig.

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  • Herman am 09.05.2018 14:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld sparen

    Ich bin Physiotherapeut und dieses Thema beschäftigt mich auch. Ich denke dass man die Kosten massiv reduzieren kann wenn aerzte bei eine zweitmeinung nicht eine 2. mal Röntgenbildern oder MRI beantragen. Oftmals auch unnötig (zu) viele Medikamenten verschreiben. Viele (chronische) beschweren wie zB Rückenbeschwerden kann man mit normale (Fitness)Training schon verbessern. Die Verantwortung sollte viel mehr bei der Patient liegen. Nicht immer direkt zum Arzt rennen und Medis holen. Nur damit schon kann man diese Kostenexplosion teilweise abbremsen.

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  • B.M. am 09.05.2018 14:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausbildung

    Super ... endlich ! Gleiche Ausbildung ? Darauf habe ich schon lange gewartet - Danke ! p.s bin kein Arzt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • D.N. am 13.05.2018 17:02 Report Diesen Beitrag melden

    Tatsache

    Ach ja? Schon komisch, wenn in Spitälern, Zahnkliniken usw. meistens Ausländische Ärzte die Spezialisten sind und keine Schweizer.

  • Sepp am 12.05.2018 06:06 Report Diesen Beitrag melden

    Problem liegt wo anders

    Ich hatte bis jetz ( in 5 Jahren 3 Ops ) nie Probleme weil mich ein deutscher oder schwedischer Arzt behandelt hat. Waren Rücksichtsvoll, mahmen sich Zeit und an ihrer Arbeit war nichts zu bemängeln. Das Problem kann wohl nicht an der Herkunft des Arztes oder Pflegepersonals liegen.

  • Nic am 11.05.2018 21:01 Report Diesen Beitrag melden

    Abzocke

    Einfach Vitamin D3 Spiegel auf 80, 90 Hochfahren dann gibt's auch 70%Weniger Gesundheitskosten. Aber wäre ei Schock für die Pharmaindustrie und Ärzte wer wil schon Kunden verlieren

  • WICHTIG am 11.05.2018 02:39 Report Diesen Beitrag melden

    Test

    Gut waere es, wenn man Bundesräte erst testen wuerde!

  • CHer am 11.05.2018 01:22 Report Diesen Beitrag melden

    geht ja doch

    Aha, Höchstzahlen und Kontingentierung mittels Tests. Hmm, es geht ja also doch. Und was bei den Ärzten geht, sollte auch bei allen anderen Berufsgruppen gehen. So könnte man sogar den Volkswillen umsetzen und Verfassungsbestimmungen einhalten...

    • Bartli am 11.05.2018 01:52 Report Diesen Beitrag melden

      Erst das sieht man

      Vielleicht erst ein Praktikum, so wie bei anderen Berufen auch .-)

    • Sina am 11.05.2018 09:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @CHer

      vor allem, wenn keiner weiss, ob die ausländischen Diplome echt sind. Die geben sich als dipl. Schreiner, als dipl. Fachfrauen usw. aus, und keiner weiss, obs wahr ist.

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