«Neuer Anfang für die SRG»

04. März 2018 20:08; Akt: 04.03.2018 20:35 Print

SRG investiert in Filme und Serien – trotz Sparpaket

von N. Thelitz / S. Schreier - Nach der gewonnenen Abstimmung will die SRG sparen. Sie plant werbefreie Filme und mehr Serien aus der Schweiz.

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SRG-Präsident Jean-Michel Cina und Generaldirektor Gilles Marchand stellten nach dem Abstimmungssieg ihr Reformpaket vor. «Der Sieg ist für die SRG ein neuer Anfang», so Marchand.

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Ein Überblick der wichtigsten Punkte, wo sich die Dinge nun ändern sollen:

100 Millionen für mehr Effizienz
Da der Bundesrat die Ausgaben der SRG plafoniert hat, muss die SRG trotz des Neins zu No Billag sparen. Die SRG-Spitze kündigte einen «Effizienz- und Reinvestitionsplan» über 100 Millionen Franken an. «Beim Sparen gibt es keine Tabus», sagt Cina. Bei Produktion, Technik, Verwaltung und Infrastruktur will man den Gürtel enger schnallen. Ob Mitarbeiter entlassen werden und wie viele, lässt Cina offen. Details folgen im Sommer. Cina: «Der Zuschauer wird vom Sparprogramm kaum etwas merken.»

SVP-Nationalrat Gregor Rutz befürwortet das Sparpaket: «Das ist eine Selbstverständlichkeit, jeder Unternehmer muss auf die Effizienz achten. Die SRG ist in den letzten Jahren viel zu gross geworden, eine Kurskorrektur ist darum überfällig. Es ist skandalös, dass die SRG erst durch die No-Billag-Initiative aufs Geld schaut.» Auch SP-Nationalrat Matthias Aebischer begrüsst die neue Strategie der SRG: «Die Digitalisierung hat gerade in den Bereichen Produktion und Vertrieb von Sendungen vieles vereinfacht. So kostete früher eine Live-Schaltung zum Auslandkorrespondenten ein Vielfaches mehr zu dem, was es heute kostet. Es ist an der Zeit für eine neue Strategie.»

50 Prozent der Gebühreneinnahmen für Information
In Zukunft sollen mindestens 50 Prozent der Gebührengelder für die Information aufgewendet werden. So soll laut SRG die Erfüllung des Kernauftrages sichergestellt werden. Aebischer ist erfreut: «Ich begrüsse es sehr, dass die SRG künftig 50 Prozent in Information investiert. Möglicherweise kann sie dafür in anderen Bereichen sparen und die eine oder andere ‹Halli-Galli›-Sendung streichen.» Rutz hingegen ist kritisch: «Auch dieser Punkt war schon bekannt, hier hat die SRG also kein Eingeständnis aufgrund der Initiative gemacht.»

Mehr Schweizer Filme und Serien, weniger Werbung
Die SRG soll sich laut Marchand auf ihre Besonderheiten konzentrieren. Dies seien namentlich Eigenproduktionen von Filmen und Serien. Zudem soll es ein Zückerli für die Zuschauer geben: Keine Werbung während Spielfilmen. So wolle man sich von privaten Anbietern abgrenzen. Rutz: «Völlig unsinnig, dass man jetzt noch mehr Geld in die Hand nimmt. Filme und Serien sind kein Service public und auch Schweizer Produktionen lassen sich am Markt finanzieren, wenn es dafür ein Publikum gibt. Dass während eines Filmes keine Werbung mehr läuft, ist ein Luxus, den wir am Schluss durch die Gebühren bezahlen müssen.»

Aebischer sieht dies anders: «Das ist eine gute Strategie, denn durch Schweizer Produktionen hebt sich die SRG von den Privaten ab. Solche Filme und Serien sind enorm wichtig für die Identität der Schweiz. Dass während den Spielfilmen keine Werbung mehr gezeigt wird, ist ein wichtiger Schritt: Zum ersten Mal in der Geschichte der SRG wird weniger auf Werbung gesetzt. Das spricht für die Qualität der SRG.»

Junge mit digitaler Plattform erreichen
Um vermehrt das junge Publikum abzuholen, will die SRG ihr digitales Angebot verbessern. SRG-Präsident Cina sagt: Wir planen eine mehrsprachige, digitale Plattform, auf der das gesamte SRG-Angebot aufgenommen werden soll. Aebischer hält auch dies für sinnvoll: «Heute ist die SRG überhaupt nicht präsent bei den Jungen. Da hat sie grossen Nachholbedarf. Darum ist es wichtig, dass dieser Punkt Teil der neuen Strategie ist.»

Rutz entgegnet: «Online werden bereits jetzt die privaten Medien mit Gebührengeldern konkurrenziert, hier sollte sich die SRG zurückhalten und sich auf das beschränken, was Private nicht bieten können. Sonst wird die Krise der privaten Medien noch grösser.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • H. Gyr am 04.03.2018 20:18 Report Diesen Beitrag melden

    Schmerzen

    Mir schmerzt jeder Rappen, den ich der SRG abdrücken muss - zwangsweise!

    einklappen einklappen
  • Peter am 04.03.2018 20:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Gemacht

    Sparen Sparen, hauptsache die Gebühren nicht senken..Selberschuld,wir haben ja soo VIEEEL geld.

    einklappen einklappen
  • Flo am 04.03.2018 20:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    No CH-Film

    Lieber mehr Werbung als die öden Schweizer Filme.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • m.a.r.s. am 04.03.2018 22:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lustig

    Ich hab ab und zu, wenn es um die Billag gegangen ist, die Kommentare und die Likes evaluiert...haben die Ja-Sager heute das Wahllokal nicht gefunden? Verschlafen? Nicht wählen dürfen? Meinung geändert? Lustig...aber nun ist der Zug abgefahren und wir zahlen schön weiter...

  • Steffen84 am 04.03.2018 22:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dann...

    sollen die 70% Ja-Sager das auch alleine bezahlen.

  • King Tom am 04.03.2018 22:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ungerecht??

    Allen Nein Abstimmern, Euch ist schon klar, dass kein einziger SRF Mitarbeiter Billag Gebühren bezahlt?

  • Dumpfbacke am 04.03.2018 22:41 Report Diesen Beitrag melden

    Peggy hätte das kommen sehen

    Ich wusste es die Schweiz ein Volk von "Al Bundi's". Vor der Glotze sitzen scheint der einzige Lebensinhalt zu sein.

  • Serafin am 04.03.2018 22:39 Report Diesen Beitrag melden

    Serafe

    Ab 2019 zahle ich garantiert keine Billag mehr....