Politische Einstellung

12. November 2017 04:57; Akt: 12.11.2017 10:16 Print

Mehrheit der SRG-Journalisten ist links

Im Zuge der Debatte über die No-Billag-Initiative wird immer wieder über die angebliche Linkslastigkeit der SRG-Journalisten gestritten. Die ist nun belegt.

Bildstrecke im Grossformat »

Fehler gesehen?

Erstmals liegen detaillierte Zahlen der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) vor, die Aufschluss über die politische Einstellung der SRG-Journalisten geben. Die Journalismusforscher Vinzenz Wyss und Filip Dingerkus haben für die «Sonntagszeitung» eine Auswertung von Daten vorgenommen, die im Rahmen einer internationalen Journalismus-Studie in den Jahren 2014 bis 2016 zwar erhoben, aber bislang nicht publiziert wurden.

Das Fazit zu den Schweizer Zahlen ist deutlich: Fast 70 Prozent aller SRG-Journalisten bezeichnen sich als links. 16 Prozent verorten sich in der politischen Mitte. Und 16 Prozent sehen sich als rechts.

Gefragt wurde nach der politischen Einstufung auf einer Skala von 0 bis 10. Dabei steht 0 für links, 5 für Mitte und 10 für rechts. Kein Journalist der SRG verortete sich rechts aussen bei den Werten 9 und 10; 7,4 Prozent stehen links aussen bei den Werten 0 und 1. Das Bild bei den Journalisten privater Medien ist ähnlich – auch wenn der Linksdrall etwas weniger ausgeprägt ist.

Politische Einstellung nicht relevant für Abstimmung

Wie Wissenschaftler Dingerkus der «Sonntagszeitung» aber sagt, lässt sich aus dieser Differenz nichts herauslesen. «Journalisten der SRG unterscheiden sich in ihrer politischen Einstellung nicht signifikant von Journalisten der privaten Medien.» Das heisst: Alle Schweizer Journalisten ticken gleich – in der Mehrzahl links.

Bei der SRG heisst es, in der täglichen Arbeit spiele die politische Meinung der Journalisten keine Rolle. Die Leitlinien würden sie zu Ausgewogenheit verpflichten. Auch die No-Billag-Initianten sehen angeblich keine Probleme bei einem Überhang linker Journalisten: Es gehe generell um die «obsoleten Gebühren», sagt Mitinitiant Christan Riesen der «Sonntagszeitung». Es spiele keine Rolle, «wer journalistisch auf welcher politischen Seite steht».

(roy)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • J.S. am 12.11.2017 04:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So so

    Das ist schon lange für jeden Zuschauer klar! Die einseitige Berichterstattung bei Tagesschau und 10vor10 nervt seit Jahren.

    einklappen einklappen
  • Walter Waller am 12.11.2017 04:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was für eine Überraschung

    Deshalb ist die No Billag Initiative entstanden; ausser vielleicht den Linken hat niemand Lust Parteibeiträge in Form von Konzessionsgebühren zu bezahlen.

    einklappen einklappen
  • Rolf Stein am 12.11.2017 04:36 Report Diesen Beitrag melden

    Doch sehr relevant

    Für mich ist der Grund vor allem die Linkslastigkeit der Tv und Radio Leute. Die haben sonst einen zu grossen Einfluss auf die Bevölkerung.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Distanziert am 12.11.2017 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Mich wundert das Labelling hier

    in links, rechts, mitte, etc. Was ist mit dem gesunden Menschenverstand ? Aber genau so funktioniert der Populismus. Mit Labelling, und das kommt von den Meisten, ob links rechts oder mitte. Die Aussage von Kommentatoren wird dadurch in den Hintergrund gedrängt, es ist nur noch wichtig ob man diese als Links, Rechts oder Mitte einordnen kann. Das ist meiner Meinung nach Infantil. "Teile und Herrsche" ist seit jeher das Problem. Hier gilt es aufzuwachen.

  • Ron A. am 12.11.2017 11:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Indirekte Parteifinanzierung

    Somit ist alles klar: Mit der Billag-Zwangssteuer finanziert man indirekt linke Parteien. Jetzt ist alles klar, warum sich exakt diese Parteien sich derart für ihr Sprachrohr SRG einsetzen!

  • Lupino Frey am 12.11.2017 11:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Militär

    Dann ist eben eine staatliche Organisation linkslastig, das Militär hingegen, das den Bund viel mehr kostet, ist rechtslastig...

  • Zürcherin am 12.11.2017 11:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schluss mit dem Ungleichgewicht

    Ich möchte weder von Rechts noch von Links geimpft werden sondern verlange von einer unabhängigen Institution wie es die SRG sein sollte eine Neutrale Berichterstattung welche mir als mündige und politisch interessierte Bürgerin erlaubt, eine eigene Meinung zu bilden.

  • Dichter und Sprücheklopfer Chris am 12.11.2017 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Leute lasst mich fragen...

    was für Leute sowas sagen? Die können nur aus der rechten Seite stammen wollt ihr mich deshalb verdammen? Hätten wir die Presse nicht, die manchmal die Wahrheit spricht - und es den Rechten so nicht passt - wären wir bereits weltweit verhasst.